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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Zickzack-Sommer 2026? Klimamodelle wagen neue Wetter-Prognose
Wird der Sommer 2026 ein neuer Glutsommer mit endlosen Hitzewellen – oder droht eher eine wechselhafte Sommerflaute? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die großen saisonalen Wettermodelle liefern bereits erste Hinweise darauf, wie das Wetter im Sommer 2026 in Deutschland verlaufen könnte. Modelle wie das europäische ECMWF oder das amerikanische CFS sehen derzeit eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen in weiten Teilen Mitteleuropas.
Die Chancen für einen zu warmen Sommer liegen nach aktuellen Berechnungen bei rund 60 Prozent. Allerdings bedeutet das nicht automatisch einen klassischen Glutsommer mit monatelanger Hitze. Statt stabiler Hochdrucklagen zeigen viele Simulationen ein dynamisches Muster mit häufigen Wechseln zwischen warmen Hochdruckphasen und kühleren Atlantikströmungen. Genau dieses Zusammenspiel könnte den Sommer prägen: warme Tage und Hitzeperioden sind durchaus möglich, werden aber vermutlich immer wieder von durchziehenden Tiefdruckgebieten unterbrochen.
Warum ein Zickzack-Wetter im Sommer 2026 wahrscheinlicher wird
Ein wichtiger Faktor ist derzeit die großräumige Zirkulation über dem Atlantik. Einige Klimamodelle sehen eine Entwicklung, bei der der Jetstream relativ aktiv bleibt. Dadurch gelangen immer wieder Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa. Gleichzeitig könnten sich zwischendurch Hochdruckkeile aus Südeuropa ausbreiten und kurzfristig heiße Luft nach Deutschland bringen.
Das Ergebnis wäre ein typischer Zickzack-Sommer: einige sehr warme oder heiße Phasen, gefolgt von Gewittern, Schauern und temporär deutlich kühlerer Atlantikluft. Auch mögliche Entwicklungen im tropischen Pazifik, etwa eine Tendenz Richtung El-Niño, könnten die atmosphärische Dynamik verstärken und stabile Blockadelagen verhindern. Gerade solche blockierenden Hochdrucklagen sind jedoch normalerweise die Voraussetzung für extreme Hitze- und Dürresommer in Europa.
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Was das konkret für das Wetter in Deutschland bedeuten könnte
Unterm Strich zeichnen die aktuellen Modellläufe ein Bild eines Sommers, der zwar insgesamt eher warm ausfallen dürfte, aber wahrscheinlich deutlich wechselhafter als viele der letzten extrem heißen Sommerjahre wird. Besonders im Juni und Juli könnten Gewitterlagen häufiger auftreten, während im August die Wahrscheinlichkeit für stabilere Hochdruckphasen wieder etwas steigt.
Für Deutschland würde das bedeuten: keine durchgehende Hitzeperiode über Wochen, aber durchaus einzelne Hitzeschübe mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. Gleichzeitig könnten kräftige Gewitter und Starkregen immer wieder für Abkühlung sorgen. Ob sich am Ende tatsächlich ein Glutsommer oder doch eher eine Sommerflaute durchsetzt, wird sich allerdings erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Modelle genauer werden.