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„Familienglück“

Trennungsgrund zweites Kind? Eine Paartherapeutin klärt auf

„Viele halten das noch aus, beißen die Zähne zusammen“: Eine Paartherapeutin verdeutlicht, warum Paare beim zweiten Kind oft mit Beziehungsproblemen konfrontiert sind.

In Deutschland gibt es immer weniger Scheidungen. Doch wenn Ehen kaputtgehen, ist der Grund dafür meist das zweite Kind, sagt die Scheidungsanwältin Helene Klaar in einem Interview mit der Zeit. „Da kommt das zweite brüllende Scheusal, und alles geht wieder von vorne los“, sagt sie.

Die selbsternannte „Einzelkind-Mama“ Fenja Pauls (@fenja_pauls) kann sich das gut vorstellen. „Wie viele Ehen sind wohl schon am zweiten Kind zerbrochen?“, fragt sie auf Instagram. BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA, fragt bei der Paartherapeutin Yvonne Beuckens nach: Ist das zweite Kind der häufigste Trennungsgrund?

Das zweite Kind soll der häufigste Trennungsgrund sein, behauptet eine Scheidungsanwältin. Eine Expertin ordnet ein.

Therapeutin klärt auf: Ist das zweite Kind der häufigste Trennungsgrund?

„Ich finde die Formulierung, dass das zweite Kind der häufigste Trennungsgrund sein soll, ganz ungünstig“, sagt Yvonne Beuckens. Sie ist Diplom-Psychologin und arbeitet seit 16 Jahren in Bad Nauheim (Hessen) mit Paaren. „Man darf nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Wenn eine Ehe kaputtgeht, hat das nichts mit dem Kind zu tun, sondern damit, wie die Eltern sich die Verantwortung für die Familie aufteilen.“

Wissenschaftlich bestätigen könne sie: Die Partnerschaftszufriedenheit sinkt mit der Geburt des ersten Kindes. Ein Elternteil, oft die Mütter, kompensierten diese Unzufriedenheit jedoch oft so lange, bis dann das zweite Kind da sei. „Beim ersten Kind halten viele Paare noch an dem Leben vor der Elternschaft fest. Ein Part übernimmt meist mehr Verantwortung als der andere. Viele halten das noch aus, beißen die Zähne zusammen. Beim zweiten Kind schafft das Paar das nicht mehr, es kommt zum Streit.“

„Beim dritten Kind ist die Situation so komplex, dass die meisten Paare zu einem gewissen Grad das alte Lebensmodell aufgeben und verstehen: Es geht nur, wenn wir beide Verantwortung übernehmen.“ Es komme zu „positiven Synergieeffekten“, erklärt Beuckens bei BuzzFeed News Deutschland. An dem Spruch, ab Kind drei wird alles leichter, sei also wirklich etwas dran.

Paartherapeutin: „Ihr wart lange vor dem Kind da, ihr werdet lange danach da sein“

„Vielleicht passiert es gar nicht mal, wenn das zweite Kind da ist, sondern dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Einfach, weil es viele Kapazitäten gebraucht hat, Eltern zu sein und die Partnerschaft dabei auf der Strecke geblieben ist“, sagt Pauls in ihrem Instagrambeitrag. Sie finde es unglaublich wichtig, das in die Familienplanung miteinzubeziehen.

„Nicht nur die Frage haben wir die Kapazitäten, Geld, Platz für ein zweites Kind? Sondern auch: Schaffen wir es uns als Paar nicht zu verlieren?“ Das Stichwort hier sei „partnerschaftszentrierte Familienplanung“, stimmt Beuckens zu. „Ich sage meinen Paaren immer wieder: Ihr wart lange vor dem Kind da, ihr werdet lange danach da sein. Euer Familienglück hängt davon ab, dass es euch als Paar gut geht. Ihr seid der Kern euer Familie“, sagt sie.

„Beim dritten Kind ist die Situation so komplex, dass die meisten Paare zu einem gewissen Grad aufgeben und verstehen: Es geht nur, wenn wir beide Verantwortung übernehmen“

Wie können Paare verhindern, dass ihre Beziehung mit den Kindern in die Brüche geht? „Indem sie die Zeit vor der Geburt des Kindes nutzen, darüber zu sprechen, dass beide in einer Beziehung Verantwortung übernehmen müssen. Es ist wichtig im Vorhinein zu klären, was wer braucht und sicherzustellen, dass beide Elternteile auch mal einen längeren Zeitraum hauptverantwortlich für das Kind oder die Kinder sind.“ Wenn ein Partner oder eine Partnerin sich damit nicht auseinanderzusetzen wolle, dann sei er oder sie vielleicht nicht der oder die Richtige.

Rubriklistenbild: © PhotoAlto/IMAGO

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