Augenzeugen-Video wichtiges Puzzleteil
Nach Todes-Drama auf Bobbahn in Oberhof: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Verdächtige
Bei einem tragischen Unfall auf der weltberühmten Bob- und Rodelbahn in Oberhof am 23. Februar raste ein Bob in einen sogenannten Ice-Tube. Die traurige Bilanz: Ein Toter und eine Schwerverletzte. Knapp zwei Wochen nach dem schrecklichen Zusammenstoß ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen zwei Verdächtige.
Oberhof (Thüringen) – Es sollte ein Winterspaß auf der Oberhofer Rennrodelbahn werden und endete in einer schrecklichen Tragödie. Am 23. Februar prallte ein Gäste-Viererbob im Zielbereich des Eiskanals auf einen Doppel-Schlauchring. Ein 45 Jahre alter Mann in einem der mit Luft gefüllten Gummiringe wurde derart schwer verletzt, dass er verstarb – seine 41-jährige Mitfahrerin wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Jetzt – rund anderthalb Wochen nach dem tödlichen Unglück in dem thüringischen Wintersportort – hat die Staatsanwaltschaft Meiningen Ermittlungen gegen zwei Verdächtige aufgenommen. Beide seien an der Organisation und dem Ablauf des Geschehens beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag (7. März).
Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung – Video spielt wichtige Rolle
Ermittelt werde nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, hieß es weiter. Inwieweit sich dieser bestätige, bleibe abzuwarten, betonte der Sprecher außerdem. Auch ein Gutachten zur Rekonstruktion des tragischen Unfalls liege der Staatsanwaltschaft noch nicht vor.
Tödlicher Unfall auf weltbekannter Bobbahn in Oberhof




Im Hintergrund werten derweil die Beamten weiterhin Beweismittel aus, um herauszufinden, warum sich sowohl der Viererbob als auch der sogenannte Ice-Tube gleichzeitig in der Bahn befanden. Dabei können die Ermittler auch auf ein Video eines Augenzeugen zurückgreifen, der den Start des Bobs filmte. Darauf soll zu sehen sein, dass die Ampel auf Grün stand.
Bahnbetrieb in Oberhof kurz nach tödlichem Unfall eingestellt
Kurz nach der tödlichen Freizeitgaudi wurde der Bahnbetrieb für die laufende Saison mit sofortiger Wirkung komplett eingestellt. „Wir stehen unter Schock und sind zutiefst über das Geschehene bestürzt“, sagte Hartmut Schubert, Vorsitzender des Zweckverbandes Thühringer Wintersportzentrum Oberhof in diesem Zusammenhang.
aic mit Material der dpa
Rubriklistenbild: © dpa