Tragödie in weltbekanntem Eiskanal in Oberhof
Todes-Bob raste mit 90 km/h in Ehepaar: Mann (†46) tot, Frau (41) schwer verletzt
Oberhof – Auf der berühmten Bob- und Rodelbahn in Oberhof (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) in Thüringen haben sich am Donnerstag (23. Februar) fürchterliche Szenen abgespielt.
Update, 12.55 Uhr - Bahn stellt Betrieb ein
Nach dem tödlichen Unfall im Eiskanal hat die Rennrodelbahn in Oberhof ihren Betrieb für die laufende Saison komplett und mit sofortiger Wirkung eingestellt. Das teilte der Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum Oberhof am Freitag mit. „Als Betreiber und Eigentümer der Bahn werden wir vollumfänglich und mit voller Transparenz mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten, um diesen Unglücksfall aufzuklären“, erklärte Verbandsvorsitzender Hartmut Schubert.
Update, 11.45 Uhr - Pressemitteilung der Polizei
Die Pressemitteilung im Wortlaut:
Am Donnerstagabend (23. Februar) gegen 18.40 Uhr ereignete sich ein schwerer Unfall auf der Rennrodelbahn in Oberhof. Offensichtlich befanden sich sowohl ein Viererbob als auch ein Doppel-Schlauchring – ein sogenannter Icetube – aus bislang ungeklärter Ursache gleichzeitig in der Bahn. Im Auslaufbereich prallten diese aufeinander.
Hierbei wurde ein 46-jähriger Mann so schwer verletzt, dass er im Klinikum verstarb. Zudem wurden eine 41-Jährige schwer und drei weitere Personen leicht verletzt. Ein Krisenintervensionsteam kam zum Einsatz. Ferner wurde ein Gutachter mit der Unfallrekonstruktion beauftragt. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei Suhl.
Pressemitteilung Landespolizeiinspektion Suhl
Update, 10.10 Uhr - Politiker saßen im Todes-Bob
Nun gibt es weiterführende Informationen zu der schrecklichen Tragödie. Demnach hatte der Bob im Startbereich grünes Licht bekommen. Demzufolge hätte die Strecke eigentlich frei sein müssen. Warum dies letztlich nicht der Fall war, müssen nun die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen.
Außerdem liegen nun erste Erkenntnisse zu den Opfern und den Bob-Insassen vor. Bei dem Toten handelt es sich um einen 46-jährigen Mann und eine 41-jährige Frau. Woher das Ehepaar stammt, ist bislang nicht bekannt. Der Mann starb nach dem Zusammenstoß mit dem Bob wenig später in einer Klinik. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung war das schwere Sportgerät mit rund 90 km/h in die beiden Schlauchringe gerast.
Zudem will die Zeitung erfahren haben, wer in dem Viererbob, der die Tragödie auslöste, saß. Gefahren wurde das Gefährt offenbar von einem 22-jährigen Sportler. Außerdem an Bord gewesen sein sollen zwei Politiker und ein hoher Beamter aus der Gemeinde Oberhof – und zwar Thüringens Staatssekretär Torsten Weil (Die Linke), Katja Müller (Stadtratsvorsitzende aus Halle/Saale, Die Linke) und Oberhofs Forstamtsleiter Jan Pietzko.
Die Erstmeldung:
Auf der Anlage, auf der Ende Januar die Weltmeisterschaften im Rennrodeln stattgefunden hatten, kam es zu einem tragischen Unfall. Ein Mensch starb, drei Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Dies bestätigte der Zweckverband Thüringer Wintersportzentrum noch am Donnerstagabend.
Was war geschehen? Ersten Erkenntnissen zufolge war gegen 18.30 Uhr ein sog. Gästebob im Zielbereich der Strecke heftig in zwei Schlauchringe, sogenannte Ice Tubes, gefahren. Eine Person, die in einem der Schlauchringe saß, wurde bei dem Zusammenprall so schwer verletzt, dass diese noch an der Unfallstelle verstarb. Die Person im zweiten Schlauchring wurde schwer verletzt. Im Gästebob, der von einem erfahrenen Profi-Piloten gefahren wurde, wurden zwei weitere Menschen leicht verletzt.
Betrieb von Bahn vorerst eingestellt
Nach einer Erstversorgung am Unfallort wurden die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. Zu deren Identitäten gibt es bislang noch keine weiteren Angaben. Vor Ort waren rund zwei Dutzend Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Bergwacht und Rettungsdienst. Die Unfallursache ist noch unklar. Diese ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Bis zur Klärung der Unfallursache hat der Betreiber den Bahnbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Für Freitag geplante Wettkämpfe und der Trainingsbetrieb würden somit ausfallen, hieß es weiter.
Die weltbekannte Sportstätte wird regelmäßig für professionelle Rennen, aber auch für Gästeveranstaltungen genutzt. So können Gäste etwa in einem von einem Profi gesteuerten Bob mitfahren oder mit Schlauchringen die Eisrinne runterfahren. Bei einer solchen Veranstaltung kam es nun eben zu der fürchterlichen Tragödie.
mw