Nach tödlicher Tragödie auf Rodelbahn in Oberhof
„Leid muss unermesslich sein“: Jetzt spricht ein Politiker aus dem Todes-Bob
Der schreckliche Unfall auf der weltbekannten Bob- und Rodelbahn in Oberhof (Thüringen) hat deutschlandweit für Bestürzung und Entsetzen gesorgt. Jetzt hat sich einer der Politiker, die im Todesbob saßen, öffentlich geäußert.
Oberhof – „Was am Donnerstag in Oberhof geschehen ist, vermag ich noch immer kaum in Worte zu fassen. Immer wieder muss ich an den Verstorbenen und seine Familie denken, deren Leid unermesslich sein muss“, schrieb Torsten Weil (Die Linke), der Staatssekretär im Thüringer Infrastruktur-Ministerium ist, auf Twitter. Der 52-jährige Politiker zeigte sich tief bewegt: „Meine Gedanken sind derzeit vor allem bei der schwerverletzten Frau, die noch immer auf der Intensivstation liegt. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass ihre schweren Verletzungen heilen und sie wieder genesen kann. Ihnen allen gehört meine tiefe Anteilnahme.“
„Pilot hat alles getan, um das Unglück zu verhindern“
Weil saß mit in dem Viererbob, der am Donnerstagabend (23. Februar) im Zielbereich der Bahn mit rund 90 km/h in einen Doppel-Schlauchring, einen sogenannten „Ice Tube“, gerast war. Der Bob hatte ein Gewicht von rund 500 Kilogramm. Neben Weil waren Katja Müller (Stadtratsvorsitzende aus Halle/Saale, Die Linke) und Oberhofs Forstamtsleiter Jan Pietzko an Bord. Gesteuert wurde der Bob von einem 22-jährigen Profi-Sportler. Weil: „Ich denke aber auch an den Piloten unseres Bobs, der alles getan hat, das schreckliche Unglück zu verhindern. Ich wünsche ihm alles Gute und viel Kraft, den tragischen Unfall zu bewältigen.“
Der Politiker sprach allen Einsatzkräften und Beteiligten ausdrücklich seinen Dank aus: „Ich danke allen zutiefst, die am Donnerstag versucht haben, Leben zu retten und die die Verletzten betreut und getröstet haben - den Rettungskräften, der Polizei und dem Kriseninterventionsteam.“ Weil selbst betont, dass es nun Zeit brauche, das Geschehene zu verarbeiten. „Die Anteilnahme, die ich dabei erfahren habe, hilft mir dabei sehr. Ich werde alles mir Mögliche tun, um zur Aufklärung und Aufarbeitung des Unfalls beizutragen“, so Weil weiter.
Tödlicher Unfall auf weltbekannter Bobbahn in Oberhof




Mann (45) aus Region Suhl wurde getötet
Bei dem Unfall im Zielbereich der Bahn war ein 45-jähriger Mann aus der Region Suhl getötet worden, seine 41-jährige Frau wurde schwer verletzt. Nach dem tragischen Unfall, der sich gegen 18.40 Uhr ereignet hatte, gab es einen Großeinsatz an der Bahn. rosenheim24.de hatte bereits darüber berichtet.
Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache weiter. Auch darüber hatte rosenheim24.de berichtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es passieren konnte, dass sich der Doppel-Schlauchring und der Viererbob gleichzeitig in der Bahn befanden, obwohl die Anlage mit Ampeln, Lichtschranken und Kameras eigentlich stark gesichert ist. Unklar ist auch, warum die Betreiber der Bahn in Oberhof drei Gäste bei Gäste-Bobfahrten erlauben – während es auf vergleichbaren Anlagen in Altenberg oder Innsbruck nur zwei sind. Dafür sind dort zwei Profis an Bord – ein Pilot und ein Bremser ganz hinten, der in Oberhof laut einem Bericht der Bild-Zeitung jedoch fehlte...
mw