Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Dürre-Alarm in Deutschland: April 2026 könnte trockenster seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden
Eine Hochdrucklage lenkt Regenfronten an Deutschland vorbei. Das Defizit wächst, und eine Besserung ist nicht in Sicht. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Deutschland steckt in einer Niederschlagskrise, die sich seit dem Winter aufgebaut hat. Bereits im Dezember 2025 fielen bundesweit nur rund 30 Liter pro Quadratmeter – weniger als ein Drittel des langjährigen Mittels. Der März 2026 brachte gut 40 Prozent weniger Niederschlag als üblich, der Osten verzeichnete regional sogar nur rund zehn Liter für den gesamten Monat.
Wetter im April bleibt trocken – der Osten und die Mitte leiden am stärksten
Besonders drastisch ist die Lage in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin. Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt dort verbreitet schwere bis extreme Trockenheit im Oberboden. In Teilen Sachsen-Anhalts reicht das Defizit bis in tiefere Bodenschichten. Frühjahrssaaten wie Zuckerrüben, Mais und Sommergetreide kämpfen mit Keimproblemen, die Waldbrandgefahr steigt. Im Südwesten Deutschlands ist die Situation noch vergleichsweise entspannt – doch auch dort fehlt Regen für die Jahreszeit.
Die Wetter-Modelle und das Omega-Problem
Wer täglich die Vorhersagen verfolgt, erlebt ein frustrierendes Muster: Die Wetter-Modelle zeigen Regen, der dann doch ausbleibt. Der Grund liegt in einer sogenannten blockierenden Hochdrucklage. Meteorologen sprechen von einer Omega-Lage, benannt nach der Form, die das Muster auf der Wetterkarte bildet. Ein stabiles Hochdruckgebiet sitzt über Mitteleuropa, flankiert von zwei Tiefdrucksystemen. Atlantische Regenfronten werden schlicht umgeleitet, Spanien und Griechenland erhalten die Niederschläge, die eigentlich Deutschland erreichen sollten. Das Perfide: Solche Blockadelagen sind selbst für hochauflösende Supercomputermodelle schwer in Dauer und Position zu berechnen. Was als Regenfront in der Prognose erscheint, zieht oft knapp südlich oder westlich vorbei.
Wetter-Prognose: Zwölf uralte Bauernregeln, auf die Generationen schwören
Für die Wochen ab dem 13. April deuten sowohl das europäische ECMWF- als auch das amerikanische GFS-Modell auf eine Fortsetzung des Hochdruckeinflusses hin. Für den Südwesten sind einzelne Niederschlagsereignisse möglich, der Osten und die Mitte bleiben voraussichtlich trocken. Sollte sich eine ausgeprägte Omega-Lage bis in die letzte Aprildekade halten, droht das Frühjahr 2026 in die Rekordlisten einzugehen. Das Niederschlagsdefizit, das sich seit Februar aufgebaut hat, lässt sich durch vereinzelte Schauer nicht schließen – dafür bräuchte Deutschland wochenlangen, gleichmäßigen Landregen. Und genau der ist derzeit nicht in Sicht.