B299 neu: Was, wann und wie genau?
Trostberg spielt Ball an Staatliches Bauamt Traunstein zurück - Wie geht‘s weiter, Herr Rehm?
Unmut, Kritik und am Ende ein Beschluss ohne tatsächliche Aussage: Bei der Stadtratssitzung in Trostberg zum Brennpunkt B299 neu gab es praktisch keine wirkliche Entscheidung darüber, wie den Plänen einer möglichen Umgehungsstraße begegnet werden soll. Wir möchten wissen, wie Behördenleiter Christian Rehm die Situation in Trostberg einschätzt:
Trostberg - „Grundsätzlich können wir mit dem Ergebnis der Stadtratssitzung gut leben“, fasst Rehm zusammen. „Im Rahmen unserer Präsentation der bisherigen Planungsergebnisse vom 8. Mai haben wir deutlich gemacht, dass für eine Entscheidung des Stadtrates eine ausgearbeitete Vorentwurfsplanung der Variante ‚Schwarzerberg‘ erforderlich ist.“
Diese aber müsse zunächst noch erarbeitet werden: Erst dann liegen belastbare Grundlagen vor, welche eine sachgerechte Beurteilung durch den Stadtrat ermöglichen.
„Wir haben dem Stadtrat daher in der Stadtratssitzung am 8. Mai ohnehin empfohlen, diesen Planungsschritt zu unterstützen. Dem ist er mit dem gestrigen Ergebnis nach unserer Lesart im Wesentlichen gefolgt“, betont der Behördenleiter.
Variante „Schwarzerberg“ im Fokus
In den zurückliegenden Jahren habe man sich im Staatlichen Bauamt aufgrund des Stadtratsbeschlusses aus dem Jahr 2009 auf die Planung der „Gesamtumfahrung Trostberg“ einschließlich des Südabschnittes konzentriert. Die Variante „Schwarzerberg“ sei seitdem nicht weiter geplant.
Rehm erklärt dazu: „Nachdem nun feststeht, dass der Bund die Variante ‚Gesamtumfahrung Trostberg‘ aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht weiter verfolgen will, gilt es, die Variante ‚Schwarzerberg‘ detailliert zu planen und hinsichtlich aller Belange zu untersuchen. Nach Abschluss der Vorentwurfsplanung beabsichtigen wir, die Ergebnisse dem Stadtrat erneut vorzustellen und zur Stellungnahme vorzulegen.“
B299 neu Ortsumfahrung Trostberg
Zur Präsentation des Staatlichen Bauamts Traunstein vom 8. Mai 2025.
Für die planerische Ausgestaltung der Variante „Schwarzerberg‘“gebe es noch keine Festlegungen, weder für eine mögliche Dreistreifigkeit des „Schwarzerbergs“ als auch für die Wahl der Knotenpunktformen.
„Die Auswirkungen insbesondere auf Mensch und Natur und Landschaft müssen selbstverständlich gutachterlich untersucht und Lösungen entwickelt werden. Das wollen wir nun im Rahmen der Vorentwurfsplanung angehen“, verspricht Rehm.
Rehm weist Kritik deutlich zurück
„Ich kann gut nachvollziehen, dass das von uns am 8. Mai vorgestellte Ergebnis der bisherigen Untersuchungen für viele Stadtratsmitglieder unbefriedigend war, insbesondere für diejenigen, die eine Gesamtumfahrung befürworten“, unterstreicht Rehm und betont gleichzeitig, dem Vorwurf der „Erpressung“ seitens des Staatlichen Bauamts wolle er entschieden entgegentreten.
„Dass die Variante ‚Schwarzerberg‘ aus heutiger Sicht als einzige straßenbauliche Lösung verbleibt, ist das Ergebnis eines intensiven Planungsprozesses und des Sachverhaltes, dass der Bund nur Projekte finanziert, die bauwürdig sind. An dieser Festlegung können wir als Staatliches Bauamt Traunstein nichts ändern.“
Von der Aussage des CSU-Fraktionsvorsitzenden Hannspeter Fenis, Rehm habe sich dahingehend geäußert, dass das Projekt Ortsumfahrung B299 neu entweder „ganz oder gar nicht“ realisiert werden könne, distanziert sich der Behördenleiter ebenfalls deutlich: „Dieser Satz ist in dieser Form bei der Präsentation am 8. Mai so nicht gefallen.“
Man werde sich im Staatlichen Bauamt in den nächsten Wochen intensiv mit dem Thema Ortsumfahrung Trostberg B299 neu auseinandersetzen, schließt Rehm seine Ausführungen. Fakt ist aber auch: Diese umfangreiche Vorentwurfsplanung für das Projekt, wie die Stadt Trostberg sie fordert, wird wohl einige Zeit in Anspruch nehmen. (mb)
