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Für Traunstein im Bayerischen Landtag

„Disco mit Stroboskop und Schillern“? Martin Brunnhuber über seine ersten Wochen im Landtag

Gut gelaunt spricht Dr. Martin Brunnhuber über seine ersten Wochen im bayerischen Landtag.
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Gut gelaunt spricht Dr. Martin Brunnhuber über seine ersten Wochen im bayerischen Landtag.

Seit gut 100 Tagen sitzt Dr. Martin Brunnhuber für den Stimmkreis Traunstein im bayerischen Landtag. Seine überraschende Wahl hat er mittlerweile verdaut und macht sich an seine Aufgaben in den Ausschüssen. Wir haben mit ihm über seine Tätigkeit in München gesprochen.

Traunstein – Gut gelaunt empfängt Dr. Martin Brunnhuber den Reporter der Chiemgau-Zeitung. Das Büro in der Traunsteiner Innenstadt riecht noch frisch, der Teppich ist noch keine Woche alt. Er ist noch dabei, sich einzugewöhnen, sagt Brunnhuber. Sowohl in seinem Büro, als auch in seiner neuen Eigenschaft als Abgeordneter. Er war im vergangenen Oktober auf Anhieb mit gut 20 Prozent der Stimmen für die Freien Wähler in den Bayerischen Landtag gewählt worden. „Das Landtagsgeschäft ist wie, wenn man in eine Disco geht, mit Stroboskop und Schillern. Es ist extrem spannend und ein tolles Geschenk, dass wir das machen dürfen.”

„Das hätte ich mir nie erträumen können”

Ganz neu in der Politik ist Martin Brunnhuber auch nicht. Er ist nach wie vor aktives Mitglied im Gemeinderat seiner Heimat Grabenstätt. „Diese Zweiteilung zwischen Landtag und dem Wahlkreis finde ich enorm wichtig”, sagt er. „Dass man wirklich am Boden bleibt, dass man hinhört, was passiert im Wahlkreis.” Er muss sich nach seinem überraschenden Einzug in den Landtag auch in seiner Heimat noch bekannter machen. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen, bei dem er viel mitnimmt, wie er selber sagt. Es sei immer interessant und spannend, wenn verschiedene Institutionen oder Gruppierungen oder Menschen zusammenkommen. „Das ist einfach Wahnsinn, dass das der kleine Brunnhuber von früher, der in Grassau aufgewachsen ist, das erleben darf”, sagt er mit einem Lachen. „Das macht mich stolz auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch demütig.”

Strenge Taktung bei den Sitzungen

Dreimal die Woche geht es für ihn nach München. Neben den Plenarsitzungen stehen noch die Arbeiten in den Ausschüssen an, Arbeitskreise, die zusammen mit dem Koalitionspartner CSU abgehalten werden, aber auch Arbeitskreise in der Fraktion der Freien Wähler. Und dann seien da auch noch die Fraktionssitzungen, die nichts mit den Ausschüssen oder Sachthemen zu tun haben. „Die Taktung ist schon ziemlich streng”, sagt er. Seine Kandidatur für den Landtag bereut er aber dennoch in keinster Weise. „Nein, auf gar keinen Fall. Ich habe bisher immer Glück gehabt, in meinem bisherigen Berufsleben, auch im privaten Leben, dass ich noch nie irgendwas gemacht habe, was mir nicht gefallen hat.”

Raus aus der Schule

Vor seinem Einzug in den Landtag war Brunnhuber Lehrer am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Freilassing. Seit 2022 war er dort sogar Schulleiter. Einen Posten, den er nach seiner Wahl gleich wieder aufgeben und an seine bisherige Stellvertreterin abgeben musste. Er erinnert sich noch gut an den Anruf, den er tätigen musste, gleich nachdem er von seinem Wahlerfolg erfahren hatte. „Sie haben nicht gejubelt. Man hat ja viel vorgehabt mit dem Schulneubau und alles mögliche.” Im Lauf des Jahres hatten sie allerdings alle Entscheidungen im Team getroffen. „Ich mache mir keine Sorgen, dass es in der Schule nicht gut läuft. So wichtig darf man sich dann auch nicht nehmen.”

Als Lehrer in den Bildungausschuss

Brunnhuber ist noch frisch im Landtag, ist noch dabei sich zu orientieren. Muss aber nebenbei auch schon Arbeit in zwei Ausschüssen leisten. Beide passen thematisch gut zu seinem bisherigen Werdegang. Zum einen ist er Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus. Für ihn als Lehrer genau passend. „Im Bildungsausschuss werden extrem viele wichtige Themen diskutiert. Förderung von Alltagskompetenzen bei Kindern, Basiskompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen, der Lehrermangel und wie man den Beruf attraktiver machen könnte.” Er sei dort so eine Art Bindeglied zwischen Lehrern und der Politik.

Vom Fleck weg Ausschussvorsitzender

Der zweite Ausschuss, für den Brunnhuber tätig ist, ist der Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes. Auch hier hat er als Lehrer Erfahrungen. Deswegen war es für ihn eine große Überraschung, als es um seine Position innerhalb des Ausschusses ging. Er wurde vom Fleck weg Ausschussvorsitzender. Er sei gefragt worden, ob er sich den Vorsitz vorstellen könnte und wurde im Anschluss einstimmig von seiner Fraktion gewählt.

Die Fraktion der Freien Wähler stellt insgesamt drei Ausschussvorsitzende. Einer davon ist Martin Brunnhuber. Warum er als Neuling gleich so einen Posten gekommt, sieht Brunnhuber in seiner Partei. „Ich glaube, bei den anderen Parteien muss man erst lange dienen, bevor man einen Ausschussvorsitz bekommt. Außerdem bringe ich viel an Vorerfahrung mit. 22 Jahre als Beamter in verschiedenen Hierarchiestufen.” Er sollte damit wissen, wie es läuft. 

Seine Familie spielt mit

Seine Familie war von Anfang an in seinen Plänen für den Landtag eingebunden. Schon vor dem Wahlkampf habe er das mit seiner Frau geregelt. „Ich habe gesagt, wenn wir das machen, dann gescheit und du musst mich unterstützen. Und das hat sie auch gemacht.” Seine Frau stehe voll hinter ihm. Sie ist ebenfalls Lehrerin, Schulleiterin der Grund- und Mittelschule in Ruhpolding. „Es gibt aber auch Einschränkungen. Man hat halt keine Planungssicherheit, dass man beispielsweise die Tochter zum Klavierunterricht fahren kann.” Auch viele freie Wochenenden habe er nun nicht mehr. „Es gibt schon Samstagstermine, aber das ist halt jetzt so. Aber auch im Landtag hat man mal frei und dann fahren wir schon in die Ferien.” Zeit für die Familie sei ihm überaus wichtig. Man mache ja keine Operation am offenen Herzen. „Da ist es entscheidender, dass man etwas für sich selber tut. Dann ist man aufmerksamer, man ist empathischer und man strahlt einfach die Ruhe aus, die es braucht in der Politik.”

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