Tipps vom Experten aus Edling
Meisenknödel und Erdnüsse? So unterstützen wir Vögel richtig beim Überleben im Winter
Heimische Vögel brauchen in der kalten Jahreszeit Unterstützung. Warum getrocknete Insekten schlecht und Mehlwürmer im Winter unpraktisch sind, erläutert Patrick Mittermeier von der Wildvogelhilfe Roßhart in Edling. Das sind seine Tipps für all jene, die den Vögeln durch den Winter helfen wollen.
Edling – Die kältere Jahreszeit bricht an und der Winter ist da. Auch Vögel bekommen die Kälte zu spüren und brauchen jetzt Unterstützung, sagt Patrick Mittermeier, Vorsitzender der Wildvogelhilfe Roßhart.
So helfen Sie Wildvögeln - eine Übersicht
Futterständer sind besser als Vogelhäuser
Jetzt zur kalten Saison fallen Saaten, Wildwuchs und Gräser weg, somit haben Vögel Schwierigkeiten, ausreichend zu Essen zu finden, betont Mittermeier. Aber wie können wir helfen? Großflächige Futterhäuser sind nach seinen Angaben schlecht zur Bereitstellung von Nahrung. Dort könnten sich Schmutz und Schimmel besonders leicht bilden und Krankheiten gut übertragen werden. Stattdessen rät der Experte für Wildvögel, vertikal unter Vordächern und am Haus aufgehängte Futterständer zu errichten. Hier sei es wichtig, dass das Futter trocken bleibe. Daher sollte man die Futterstationen nicht unter einem Baum anbringen und Langkornreis hinzufügen, um die Feuchtigkeit zu regulieren, schlägt er vor.
Richtiges Futter für Wildvögel
Außerdem seien Sonnenblumenkerne, Erdnüsse und Wildsämereien wie Hirse der ideale Snack für Vögel. „Dagegen sind Haferflocken in Mischungen zu vermeiden. Sie werden oft als billiges Füllmittel dazu gegeben, der Haferschleim verstopft aber den Kropf aller gefiederten Freunde“, warnt Mittermeier. Lebende Mehlwürmer seien generell ein beliebtes Futter, aber unpraktisch, denn sie würden im Winter aufgrund der Kälte ziemlich schnell versterben. Getrocknete Insekten seien auch nicht bekömmlich, da diese nur noch aus dem Panzer und Fett bestehen würden. „Grundsätzliches aber ist fettreiche Nahrung für Vögel besonders im Winter wichtig, denn sie brauchen viel Energie, um sich warmzuhalten.“ Dafür seien Meisenknödel sehr passend. Allerdings sollten welche ohne Netz verwendet werden, denn die Vögel verheddern sich und sterben im schlimmsten Fall daran, so der Experte. Ab Frühling sollten aber keine Meisenknödel mehr ausgehängt werden, weil zu fetthaltige Nahrung schädlich für die Tiere sei. Dazu müsse darauf geachtet werden, dass ausgelegte Fütterungsmittel frei von Pestiziden seien.
Vögel sind wichtig für die Natur
Warum sind Vögel eigentlich so wichtig für uns, fragen sich viele. „Die Natur ist ein Kreislauf, der durch eine fehlende Komponente durcheinander gebracht wird. Beispielweise bekommen Meisen viele Nachkommen, die nicht alle bis ins Erwachsenenalter überleben, aber dafür als essenzielle Ernährung für Igel und Marder herhalten. Demnach ist der Vogel nicht nur schön zum Ansehen, sondern auch entscheidend für ein ausgeglichenes Ökosystem“, antworte Mittermeier.
So hilft die Vogelhilfe Roßhart
Die Vogelhilfe Roßhart mit Sitz in Edling gibt es schon seit drei Jahren. Im vergangenen Jahr sind um die tausend Vögel gerettet und gepflegt worden und es werden immer mehr, berichtet der Vereinsvorsitzende. Das Betreiben der Auffangstation sei ziemlich teuer, denn das Aufziehen eines einzigen Jungvogels koste 30 bis 40 Euro. Dem Verein helfen Geld- und Sachspenden sowie neue Mitglieder. Feste Mitglieder haben Zugriff auf die Livestreams der Beobachtungsboxen und werden in das Thema Vogelaufzucht eingeführt, erläutert der Vorstand. In Zukunft hofft Mittermeier darauf, ein ordentliches Haus mit mehr Platz für die Vögel bauen zu können.