Das hat der Gemeinderat beschlossen
„Nicht verschließen“: Diskussion um Windräder in Edling – diese Gebiete kommen infrage
Viele Diskussionen gab es in letzter Zeit rund um potenzielle Flächen für Windräder: In Edling wird die Angelegenheit weniger kritisch gesehen. Warum sich die Gemeinde „nicht verschließen“ will und welche Gebiete dafür infrage kommen.
Edling – Gibt es in Edling Flächen, die sich für den Bau von Windrädern eignen? Mit dieser Frage hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Im Rahmen der sogenannten „16. Fortschreibung des Regionalplans der Region Südostoberbayern“ war das Gremium an der Reihe, vier potenzielle Flächen zu bewerten.
Winräder in Edling: Vier potenzielle Flächen
Mittlerweile sei die Gemeinde im zweiten Schritt des Beteiligungsverfahrens, erklärte Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU). Insgesamt gibt es vier potenzielle Gebiete, die Edling betreffen. Zwei davon befinden sich an der nördlichen Grenze der Gemeinde (W77 und W78). Eines an der Grenze zu Pfaffing (W81) und das vierte (W82) liege zwar direkt im Pfaffinger Gemeindegebiet, befinde sich jedoch im Wasserschutzgebiet, von dem auch Edling Trinkwasser beziehe, so Schnetzer.
Gegenüber den Standorten W81 und W82 wolle die Gemeinde aufgrund des Wasserschutzgebietes Bedenken äußern, sagte der Bürgermeister. Für das Gebiet W78 meldete Nicole Bauer-Schäfer (ÜWG) ebenfalls Einwände an. „Von dort fließt doch auch das Grundwasser“, erinnerte sie sich. Florian Prietz (UBG) stimmte der Dritten Bürgermeisterin zu. „Dann nehmen wir diesen Standort noch einmal unter die Lupe“, erklärte Schnetzer. Zum Bereich W77 hatte niemand Einwände.
Gemeinde beschließt einstimmig
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dem Regionalen Planungsverband Südostoberbayern mitzuteilen, dass beim Standort W77, an der nördlichen Grenze zu Pfaffing, grundsätzliches Einverständnis bestehe, dieses Gebiet für Windräder auszuweisen.
Zu den Standorten W81 und W82 werde die Gemeinde Bedenken äußern, denn dort befinde sich ein Wasserschutzgebiet. „Eine einwandfreie und sichere Trinkwasserversorgung ist die höchste und wichtigste Aufgabe einer Gemeinde. Es gibt keinen Grund, dieses für die Energieversorgung in Gefahr zu bringen“, heißt es im Beschluss. Des Weiteren soll der Standort W78 von der Verwaltung nochmals geprüft werden, ob dort möglicherweise Windräder infrage kämen. Sollte sich dabei herausstellen, dass das Grundwasser in diesem Gebiet fließe, werde die Gemeinde auch hier ihre Bedenken mitteilen. Ansonsten würde sie ihr Einverständnis auch dazu geben.
Bis 6. Juni hat die Gemeinde Zeit, ihre Bewertung abzugeben. „Angesichts der Tatsache, dass der Planungsverband fast zwei Jahre für die Ausarbeitung gebraucht hat, ist das eine recht kurze Zeit“, monierte Schnetzer.
Auf Nachfrage von Prietz erklärte der Bürgermeister, welche Schritte nun folgen. Bis Ende des Jahres würde das momentan laufende Beteiligungsverfahren ausgewertet. Anschließend folge ein Beschluss, um etwaige Änderungen festzulegen, so Schnetzer. „2026 können weitere Verfahren auf uns zukommen.“ 2027 soll dann der Plan in Kraft treten. „Dann gelten noch eingezeichnete Standorte als Vorrang-Gebiete, anschließend könnten dort Windräder gebaut werden“, erläuterte der Bürgermeister. Ob sich hierfür ein Investor finde, sei jedoch fraglich. Denn die potenziellen Gebiete in Edling würden „gerade so“ die nötigen acht Meter pro Sekunde an Windgeschwindigkeit aufweisen, so Schnetzer.
Sandra Waldherr (UBG) schlug vor, dass sich die Gemeinde schon frühzeitig darüber Gedanken machen und sich vor dem Thema „nicht verschließen“ sollte. 2027 sei schneller da, als man denke. „Wir könnten schauen, wie andere Gemeinden gehandelt haben. Manche sind vielleicht selbst als Investor aufgetreten und haben ein Windrad mit einer Bürgerbeteiligung aufgestellt“, sagte sie. Schnetzer fand den Vorschlag voreilig. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann man noch gar nicht wissen, was kommt“, sagte er.
Waldherr betonte, dass man jetzt auch noch nichts Konkretes wissen müssen und appellierte daran, sich „einfach frühzeitig Gedanken zu machen.“ Schnetzer erklärte, dass er nicht denke, dass eine Kommune als Investor auftreten werde. Und „ohne Investor gibt es auch keine Bürgerbeteiligung“, sagte er. Prietz wiederum unterstützte seine Fraktionskollegin. „Wir sollten das Thema nicht einfach wegschieben und uns davor verschließen. Sondern wir sollten hellwach bleiben“, erläuterte er. Bauer-Schäfer beendete die Diskussion, indem sie einwarf, dass das Gremium in einer nicht-öffentlichen Sitzung bereits beschlossen hätte, dass sich die Gemeinde dem Thema Windkraft annehmen würde, sobald ein Vorranggebiet ausgewiesen sei.


