„Dankeschön und zài jiàn, Amalia!“
Emotionaler Abschied: Warum Amalia Schlögel die Asylhilfe Bruckmühl verlässt – wie es weitergeht
Turnhalle, Container, Erstaufnahmeeinrichtung – in Bruckmühl brauchen viele Geflüchtete Unterstützung. Doch nun verlässt Bufdi Amalia Schlögel, die sich mit viel Engagement einbrachte, die Asylhilfe Bruckmühl. Wie es nun weitergeht.
Bruckmühl –„Dankeschön und zài jiàn, Amalia“, schreibt die Asylhilfe Bruckmühl in einer Mitteilung, was so viel wie „Auf Wiedersehen“ auf Mandarin bedeutet. Denn nach sieben Monaten beendet Bufdi Amalia Schlögel ihre Tätigkeit bei der Asylhilfe Bruckmühl. Sieben Monate voller neuer Erfahrungen liegen hinter der jungen Frau aus Bad Aibling, die sich für einen besonderen Bundesfreiwilligendienst entschieden hatte.
Denn ihre Arbeit war und ist gefragter denn je. Klar ist, dass zahlreiche Geflüchtete in der Marktgemeinde betreut werden. Nach Angaben der Asylhilfe Bruckmühl leben in der Marktgemeinde hunderte Menschen in den Unterkünften (Turnhalle und Container). Überdies sind etwa 120 bis 150 Geflüchtete dezentral in Bruckmühl untergebracht.
Was Bufdi Schlögel alles meisterte
Logisch also, dass viele Menschen nicht zuletzt durch die teils erheblichen Sprachbarrieren Unterstützung in vielen Bereichen benötigen. Einen wichtigen Beitrag leistet hierbei die Asylhilfe Bruckmühl, die neben vielen Ehrenamtlichen etwa auch im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes junge Menschen einbinden will. So engagierte sich eben auch Amalia Schlögel seit September 2024 als sogenannter „Bufdi“ in Bruckmühl und half dabei Flüchtlingen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden.
Schlögel brachte Flüchtlingen Deutsch bei, half ihnen bei Anträgen und Arztterminen und unterstützte sie, ihr Leben neu aufzubauen. Doch auch wenn ihr die Tätigkeit ans Herz gewachsen ist, endete die Zeit nun. „Die Zeit bei der Asylhilfe Bruckmühl war unglaublich lehrreich. Ich wollte Menschen aktiv helfen und im Alltag unterstützen“, berichtet Amalia Schlögel. „Hier konnte ich mich sehr gut einbringen und es war eine abwechslungsreiche Zeit.“
„Praxisnahe Alternative oder Vorbereitung für Beruf“
Deshalb ist die Asylhilfe Bruckmühl weiterhin auf der Suche nach einem Bufdi-Nachfolger. Die Anstellung erfolgt über die Marktgemeinde Bruckmühl. Auskünfte können Interessierten über die Asylhilfe erteilt werden (Mail an helfen@asylhilfe-bruckmuehl.de). Nach Schlögels Zeit werde es „höchstwahrscheinlich erst einmal eine Lücke geben, da sich eine Bufdi-Zeit zum Beispiel nach dem Schulabschluss anbieten würde“, erklärte Brigitte Paul, ehrenamtliche Helferin für Asylhilfe, bereits im Februar gegenüber dem OVB.
Während für viele junge Menschen derzeit das Ende der Schulzeit naht und sich die Frage, was danach kommt, auftut, biete sich eine „praxisnahe Alternative oder Vorbereitung für Beruf, Ausbildung und Studium“ im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes für die Asylhilfe Bruckmühl an. Für die Stelle, die mindestens sechs Monate andauert, können sich Interessenten direkt bei der Gemeinde bewerben. Auch ein „Reinschnuppern“ sei möglich.
Wie geht es für die Bad Aiblingerin weiter?
Während die Asylhilfe Bruckmühl weiter nach einer Nachfolge sucht, beginnt für Amalia Schlögel persönlich ein ganz neues Kapitel. So öffnete sich im April eine neue Tür für die ehemalige Bundesfreiwillige: Nach ihrer Zeit bei der Asylhilfe Bruckmühl zog es sie nach Asien, um einen mehrmonatigen Mandarin-Sprachkurs zu belegen. Die ehrenamtlichen Mitstreiter der Asylhilfe dankten ihr herzlich für das überaus große Engagement und sagten passend „zài jiàn“ („Auf Wiedersehen“ auf Mandarin). Zum nächsten Uni-Semester plant Amalia dann einen Studienbeginn – eventuell mit einem historischen Schwerpunkt.