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Schwer verletzt nach Traunstein geflogen

Tüßlinger (22) stürzt bei Rott vier Meter tief – War der Arbeiter auf dem Dach gesichert?

Der 22-jährige Tüßlinger wurde nach dem schweren Sturz vom Dach mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen (Symbolbild).
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Der 22-jährige Tüßlinger wurde nach dem schweren Sturz vom Dach mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen (Symbolbild).

In Rott ist ein 22-jähriger Tüßlinger bei Arbeiten auf dem Dach vier Meter in die Tiefe gestürzt. Der Mitarbeiter eines Elektrobetriebs wurde schwer verletzt. War er auf dem Dach vorschriftsmäßig gesichert? Das sagt Lorenz Zunhammer, Vorsitzender der Elektro-Innung Rosenheim, zu dem Fall.

Rott – Zu einem schweren Arbeitsunfall ist es am Dienstagmittag (8. Oktober) bei einer Firma in Lengdorf bei Rott gekommen. Ein 22-jähriger Arbeiter eines Elektrobetriebes arbeitete „in Sachen Blitzableiter“ auf dem Dach des Unternehmens, wie die Polizeiinspektion Wasserburg mitteilt. Der aus Tüßling (Landkreis Altötting) stammende 22-Jährige habe sich dabei „vertreten“ und sei durch einen Lichtschacht gefallen, der nur mit einer leichten Polycarbonat-Wellpappe abgedeckt gewesen sei, die für ein solches Gewicht nicht ausgelegt sei, teilen die Beamten weiter mit.

Der 22-Jährige, der augenscheinlich nicht gesichert gewesen sei, stürzte vier Meter in die Tiefe und verletzte sich dabei schwer, so die Polizei. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik nach Traunstein gebracht. Auch die Berufsgenossenschaft sei informiert worden, die den Fall aufarbeiten werde, erklärt die Polizei. Dabei werde sicherlich auch geprüft, ob der Tüßlinger gesichert gewesen sei und wie es zu dem Unfall kommen konnte, vermuten die Beamten.

Der 22-jährige Tüßlinger wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen (Symbolbild).

Lorenz Zunhammer aus Schonstett ist seit diesem Jahr der neue Vorsitzende der Elektro-Innung Rosenheim. Der 53-Jährige führt einen eigenen Betrieb in Schonstett und hat schon viele Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern in der Region montiert. Grundsätzlich gebe es bei Flachdächern – wie bei dem Unternehmen in Rott – Befestigungspunkte, an denen die Mitarbeiter die persönliche Sicherheitsausrüstung (PSA) anbringen könnten. Zunhammer vermute, dass dies bei dem Unfall in Rott nicht geschehen sei oder dass die PSA eventuell falsch installiert wurde, so der Vorsitzende.

Vor jedem Arbeitsantritt auf dem Dach müsse ein Gutachten durch die zuständige Firma erstellt werden. „Dabei wird geschaut, wo es gefährlich sein könnte, wo sich Schächte, Fenster oder Ähnliches befinden“, sagt Zunhammer. „Danach werden die Gefahren mit den Mitarbeitern besprochen. Das muss bei jedem neuen Auftrag erledigt werden, da ist die Berufsgenossenschaft schwer dahinter“, betont der 53-Jährige. Die Erstellung dieser Beurteilung sei natürlich viel Arbeit und Bürokratie, „aber das erachte ich als sinnvoll“, sagt der Vorsitzende.

Ordnungsgemäßer Ablauf wird überprüft

Wenn tatsächlich ein Unfall geschehe, sei das Gefahrengutachten das erste, wonach die Berufsgenossenschaft frage. „Es muss geklärt werden, ob alles ordnungsgemäß abgelaufen ist, dabei geht es auch um Versicherungsfragen und wer die Kosten – Krankenhaus, Reha-Aufenthalt, Physiotherapie – übernehmen muss“, erklärt Zunhammer. Sollte keine Beurteilung erstellt worden sein, gehe es der zuständigen Firma „an den Kragen“, sagt er. „So etwas wird hart geahndet, unter anderem auch mit einer Haftstrafe.“

Vor jedem Arbeitsantritt auf dem Dach wird ein Gefahrengutachten durch die zuständige Firma erstellt, um Gefahren zu erkennen und zu vermeiden (Symbolbild).

Im Endeffekt müsse aber erst geklärt werden, was passiert ist und ob es ein Gutachten gebe, verdeutlicht er. „Es kann genauso gut sein, dass der Betrieb die neuralgischen Stellen mit den Mitarbeitern besprochen hat und es ‚nur‘ ein Unfall war. Der junge Mann ist auch erst 22 Jahre alt, da fehlt oft die Erfahrung“, so der Schonstetter. Gleichsam gebe es auch Stürze, an denen ältere Facharbeiter beteiligt seien. „Mit den Jahren kommt es auch mal vor, dass man nachlässiger wird“, weiß der langjährige Experte.

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