Skisport war ihre Leidenschaft
Plötzlicher Tod auf dem Fahrrad: Trauer in Neubeuern um Christine Schneebichler (†59)
Eine überwältigend große Trauergemeinde hat in Neubeuern Abschied von Christine Schneebichler (†59) genommen. Die dreifache Mutter war mit dem Fahrrad unterwegs, als sie plötzlich starb. Die engagierte Bäuerin war in vielen Vereinen aktiv.
Von Thomas Schwitteck
Neubeuern – Eine überwältigend große Trauergemeinschaft begleitete Christine Schneebichler auf ihrem letzten Erdenweg. Ihr überraschendes Ableben hatte im Dorf große Bestürzung hervorgerufen. Sie war mit dem Rad unterwegs, um Besorgungen zu machen, als sie der Tod ereilte. Selbst schnellste Hilfe konnte ihr Leben nicht retten.
In wenigen Tagen kommt ihr sechstes Enkelkind zur Welt
Christine Schneebichler stand im 59. Lebensjahr. Die Familie war ihr Dreh- und Angelpunkt. Aus der 1991 mit Sepp Schneebichler geschlossenen Ehe entwuchsen zwei Töchter und Sohn Sepp. Für fünf Enkelkinder, in Erwartung eines weiteren in wenigen Tagen, war sie eine liebende Oma. Tatkraft, Umtriebigkeit, Hilfsbereitschaft und Organisationstalent bestimmten ihr Wirken in der Familie und darüber hinaus.
Mit den Standeskollegen vor dem Kanzleramt demonstriert
Aufgewachsen in Altenmarkt war der Skisport ihre große Leidenschaft. So wurde der TSV Neubeuern ihre sportliche Heimat. Vieles wurde von ihr organisiert, in der Skiabteilung, später in der Gymnastik-und Turngruppe. Das Waldfest in Altenbeuern stand am Beginn des gemeinsamen Lebenswegs mit Sepp Schneebichler. Im bäuerlichen „Wagner-Anwesen“ in der Dorfmitte fand die ausgebildete Zahnarzthelferin einen neuen Wirkungskreis. Nicht nur in Haus, Hof und Familie wirkte sie, sondern sie trat auch für die Interessen des landwirtschaftlichen Standes, insbesondere der Milchbauern, ein. So engagierte sie sich in der Vereinigung der Milchviehvermarktung (MVS). Vorsitzender Jakob Niedermaier beleuchtete ihre entschiedenes Auftreten für die Milchbauern, das von Offenheit und Durchsetzungkraft geprägt war. So beteiligte sich sich beispielsweise bei der Demonstration vor dem Kanzleramt bei Angelika Merkel. Die „Faire Milch“ und „Sternenfair“ werden immer mit ihrem Namen verbunden bleiben, so Niedermaier. Zunächst ehrenamtlich tätig, arbeitet sie dort ab 2019 zwei Jahre in Festanstellung. Auch Erholungstermine und Aktionen für die Ehefrauen in der Landwirtschaft sind mit ihr verbunden. Manches hilfreiche Tun im Ort, das unerkannt blieb, wurde von ihr befördert.
Pfarrer Christoph Rudolph zelebrierte die Messfeier, begleitet von Chorgesang. Das Kirchenschiff konnte die Trauergäste nicht aufnehmen. „Liebt einander“ diese Bibelwort, mit dieser kurzen bestimmenden Aufforderung stellte der Geistliche in den Mittelpunkt seiner Worte. Die Trachtenvereine aus Neu- und Altenbeuern sowie der Frauengemeinschaft waren mit Delegationen vertreten. Die Musikkapelle führte einen langen Trauerzug zur Familiengrabstätte an.