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„Großer Motivator“

Therapiehund im Seniorenheim: Wie Kiki alte Menschen zum Strahlen bringt

Mit Leckerlis, Kochlöffeln und Kiki trainieren die Senioren ihre Motorik.
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Mit Leckerlis, Kochlöffeln und Kiki trainieren die Senioren unter Anleitung von Physiotherapeutin Maria Aman ihre Motorik.

Ein Hund als Motivator in der Physiotherapie? Maria Aman und ihr Therapiehund Kiki schaffen genau das. Wie sie für Freude und Bewegung in die Kursana Seniorenresidenz in Prien sorgen.

Prien am Chiemsee „Oh ein Hund!“, ruft eine Dame im Rollstuhl, als Kiki aus der Box gelassen wird. Es ist eine Therapiestunde, wie sie die Senioren in der Kursana Residenz in Prien am Chiemsee nicht alle Tage erleben. Zu Besuch ist an diesem Tag nämlich nicht nur Physiotherapeutin Maria Aman, die im Heim häufiger mit den Bewohnern arbeitet. Sie hat außergewöhnliche Verstärkung mitgebracht – nämlich ihren Therapiehund Kiki. Der zweijährige Golden Retriever unterstützt sie inzwischen regelmäßig bei ihrer Arbeit.

Kiki als „großer Motivator“

Maria Aman ist Physiotherapeutin bei der Praxis Aktiva Medici in Prien. Im Rahmen ihrer Tätigkeit macht sie auch Hausbesuche – unter anderem in der Seniorenresidenz Kursana. „Als Physiotherapeutin versuche ich natürlich, dass sich die Menschen bewegen wollen“, erklärt Aman. „Vor allem der Hund ist hier ein großer Motivator.“ Im Kursana ist heute das Thema Feinmotorik dran. In der Therapiegruppe sind auch Menschen dabei, die im Rollstuhl sitzen, aber auch sie können bei der Hundetherapie mitmachen. Sollte es doch einmal Probleme geben, steht noch das Pflegepersonal aus dem Heim zur Unterstützung parat.

Bei der Auswahl der Kursana-Bewohner, die an der Hunde-Therapiestunde teilnehmen dürfen, wurde auch auf die Lebensläufe der Menschen geachtet. Besonders Senioren, die früher einen Hund oder ein anderes Haustier hatten, wurden ausgewählt. Bevor die Therapiestunde beginnt, wartet Kiki geduldig in der großen Transportbox im Kreis der Senioren. Als der Hund aus der Box gelassen wird, sind alle Blicke auf ihn gerichtet.

Hund im Seniorenheim sorgt für Begeisterung

Während Kiki auf einer Decke wartet, versteckt Aman eine rote Tasche im Raum. Dann fordert die Physiotherapeutin die Senioren auf, gemeinsam Kiki die Anweisung zu geben, die Tasche zu suchen. Kurz darauf ertönt von den zuvor recht ruhigen Heimbewohnern ein überraschend lautes „Bring die Tasche“. Aus der von Kiki gelieferten Tasche darf sich dann jeder einen hölzernen Kochlöffel herausnehmen. Auf eine Seite des Löffels ist ein trauriges Gesicht gemalt, auf die andere ein glückliches. „So kann man ganz leicht die Stimmung abfragen“, erklärt Aman. „In der Regel sieht man nach der Stunde mit Kiki viele lächelnde Gesichter.“

Doch nicht nur für das Stimmungsbild sind die Kochlöffel gut. Denn mit ihnen wird direkt noch die Motorik der Bewohner trainiert. Der Seniorin an einem Ende des Sitz-Halbkreises wird ein Hundeleckerli auf den Löffel gelegt. Dieses soll sie dann an den Kochlöffel der Dame neben ihr weiterreichen – mit Erfolg. Kiki verfolgt das Geschehen währenddessen ruhig auf der bereitgelegten Decke. Nach einer halben Runde gibt es dann die Belohnung und eine Bewohnerin darf Kiki das Leckerli über den Löffel geben. Sobald der Hund auf die Bewohner zugelaufen kommt, beginnen sie zu strahlen. Die Freude, die der Hund auslöst, ist selbst bei den Menschen zu spüren, die körperlich sehr stark eingeschränkt sind.

Quiz und Würfelspiel sorgen für Begeisterung bei den Senioren. Und auch Hundetrainerin Claudia Steiner (l.) ist stolz auf Maria Aman (r.) und ihren Schützling.

Motorik-Training und Quiz mit Hund

Bei der Ausbildung ihres Hundes, beim Assistenzhundezentrum Chiemsee von Claudia Steiner, wurde Aman auch von ihrem Arbeitgeber unterstützt. „Ich habe eine sehr, sehr coole Chefin, die auch sehr tierlieb ist und die hat dann direkt gesagt: ‚Cool, das machen wir. Das wollen wir auf jeden Fall unterstützen.‘“, erzählt Aman. Auch in der Praxis bietet sie Therapie mit Kiki an. Dabei erlebe sie immer wieder eine Art Aha-Effekt. „Oft sieht man, dass der Hund den Patienten enorm unterstützen kann“, sagt sie. Oft trauen sich die Menschen in Anwesenheit des Hundes plötzlich wieder mehr zu. Er fungiert oft als eine Art Eisbrecher, erklärt die Physiotherapeutin.

„Es ist wirklich toll zu sehen, was der Hund in den Menschen auslöst“

Zum Ende der Therapiestunde darf Kiki nochmal verschiedene Tricks präsentieren – und die kommen sehr gut an. Man merkt, wie sehr die Senioren inzwischen mit dabei sind. „Ganz brav!“, ruft eine Seniorin, die zu Beginn eher ruhig war, während Kiki im Slalom durch Maria Amans Beine läuft. Am Ende der Therapiestunde kommen noch einmal die Kochlöffel zum Einsatz. Und siehe da: Aman blickt auf viele lächelnde Gesichter – und zwar nicht nur die auf den Kochlöffeln. „Es ist wirklich toll zu sehen, was der Hund in den Menschen auslöst“, sagt eine der Pflegerinnen begeistert.

„Danke, danke, danke“, ruft eine Seniorin nach der Therapiestunde mit Kiki. Sie ist sichtlich begeistert und kann es gar nicht abwarten, den Hund zum Abschluss noch einmal zu streicheln, ehe es für Kiki in den Feierabend geht.

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