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AWO-Kindergarten „Momo“

Alle lieben Emma: Kindergartenkinder lernen in Kolbermoor mit Therapiehund

Das Schöne an der Anstellung im Kindergarten, ist, wie Emma findet, dass es immer wieder Leckerli gibt und natürlich Streicheleinheiten satt wie hier von Kindergartenleiterin Christine Flack. Rechts Emmas „Frauchen“, Anja Landmann. thomae
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Das Schöne an der Anstellung im Kindergarten, ist, wie Emma findet, dass es immer wieder Leckerli gibt und natürlich Streicheleinheiten satt wie hier von Kindergartenleiterin Christine Flack. Rechts Emmas „Frauchen“, Anja Landmann. thomae

Therapiehund Emma hat sich einen festen Platz im Mitarbeiterstamm des AWO-Kindergartens „Momo“ in Kolbermoor erarbeitet. Vor knapp einem Jahr, im September 2020, hat Emma ihre „Stelle“ angetreten, mittlerweile ist sie dort eines: unverzichtbar.

Kolbermoor – Angefangen hatte dabei alles eher zufällig. Emmas Besitzerin, Anja Landmann arbeitet in der Kindertagesstätte als Erzieherin. Sie kam auf die Idee, dass es für die Kinder interessant wäre zu sehen, wie aus ihrem Hundewelpen langsam ein großer Hund wird und brachte Emma immer mal wieder im Rahmen eines Projektes mit. Da habe ein Kind, das bislang so gut wie nie gesprochen hatte, eines Tages gefragt: „Wo ist Emma?“. Dieses berührende Erlebnis führte zu der Idee, Emma als Therapiehund auszubilden und gewissermaßen einzustellen.

Das Projekt ein Erfolg auf ganzer Linie. Alle positiven Effekte, von denen Kindergartenleiterin Christine Flack berichten kann, hier aufzuzählen, sei unmöglich, deshalb sei nur einer herausgegriffen. Emma ist für die kleinen Buben und Mädchen ein Wesen, das es zu schützen und zu umsorgen gilt.

Emma hat zwar keinerlei Grund sich zu schämen, sie kann es aber auf Zuruf – sehr zur Freude der Kinder.

Ausbildung dank der Sparkassenstiftung

Schon bald hätten sie deshalb begriffen, dass Emma auch Ruhephasen braucht, dass sie nicht ständig zum Knuddeln und Spielen zur Verfügung stehen kann. „Wenn Emma sich hinlegt, wissen die Kinder, dass man sie in Ruhe lassen muss. Und sie haben auch begriffen“, ergänzt Anja Landmann, „dass Emma ein Spiegel ihres Verhaltens ist.“ Wenn sie unruhig sind, ist auch Emma unruhig, sind sie ausgeglichen, ist auch Emma entspannt.

„Diese Erkenntnis“, so sagt Christine Flack, „ist alles andere als banal: Die Kinder lernen so über die Spiegelung durch Emma sich ihres eigenen Verhaltens bewusst zu werden.“ Und diese „Selbst-Erkenntnis“ sei ein gewaltiger Schritt in der Entwicklung eines jungen Menschen.

Darüber hinaus macht Emma auch den sonstigen Kindergartenalltag noch ein bisschen interessanter: Zahlen lernen ist viel schöner, wenn Emma den Würfel mit der Zahl, die man benennen muss, geworfen hat. Und der Weg in den „Kindergarten-Wald“ auf einmal nicht mehr ewig weit und langweilig, sobald Emma dabei ist. Dabei wird die große Zeit Emmas erst noch kommen, wenn im nächsten Kindergartenjahr hoffentlich die derzeitigen Corona-Lockerungen beibehalten werden können.

Emma ist zum Knuddeln: Mmmh! Jetzt gibt es ein Leckerli für Emma von Frauchen Anja Landmann.

Nachwuchs umsorgt Vierbeiner

Im vergangenen Jahr durfte Emma nämlich nur in einer Kindergartengruppe tätig werden: Die Corona-Vorschriften machten einen Wechsel der Erzieherinnen, damit von Anja Landmann und somit auch von Emma zwischen verschiedenen Gruppen unmöglich. Nun dürfen die Kinder sich seit Juni wieder „mischen“ und damit kann Emma sein, was sie gefühlt für die Kinder schon seit langem ist: Unser gemeinsamer Kindergartenhund.

Emma selbst geht, wenn man das so sagen will, voll und ganz in ihrem „Beruf“ auf. „Das ist daran zu merken, wie begeistert sie ist, wenn ich das Geschirr in die Hand nehme, mit dem sie in den Kindergarten geht“, erzählt Anja Landmann. Und man merkt es auch daran, dass Emma sich, wenn sie müde ist, mittlerweile nicht mehr in ihre Hundebox zurückzieht, sondern sich einfach unter den Tisch legt und inmitten der Kinder ein Schläfchen hält.

Viel Vorarbeit notwendig

Diese Leichtigkeit darf nicht darüber hinwegtäuschen, wieviel Vorarbeit für den Kindergarten nötig war und nach wie vor ist, um Emma zu ermöglichen. Es ging ja nicht nur um die Therapiehundeausbildung, die nur dank der Sparkassenstiftung für die Stadt Rosenheim zu finanzieren war, sondern vor allem um das ganze Drumherum: Für Emmas Rolle musste ein Konzept erarbeitet werden, nicht nur pädagogisch, sondern auch hygienisch: Händewaschen bevor und nachdem man mit Emma spielt, ist dabei noch der geringste Punkt.

Emma muss auch regelmäßig zum Tierarzt, alle Räume, in denen sie arbeitet und alle Sachen, die sie dabei berührt, immer wieder gründlich gereinigt werden. Das ganze penibel fest- und auch eingehalten, denn es muss unbedingt vermieden werden, dass von Emma eine Gefahr ausgeht, und sei sie auch nur theoretisch vorhanden.

Besondere Erfolgserlebnisse

So aber können die Kinder unbeschwert den Kontakt zu Emma genießen und dabei kommt es immer wieder zu besonderen Erfolgserlebnissen. Etwa wenn ein Mädchen, das am Anfang fast panisch ängstlich gegenüber Hunden war, sich nunmehr „blind“ mit verbundenen Augen von Emma durch einen Hindernisparcours führen lässt: So viel Vertrauen in einen Hund zu haben ist schon für normale Kinder etwas besonderes – für dieses Mädchen aber war es ein ganz fundamentales Ereignis.

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