Schirmherr benötigte fünf Schläge
Attler Herbstfest: Schauspieler „Dscharli“ Braun eröffnet das größte Inklusionsfest in der Region
Fünf kräftige Schläge, dann hatte Schauspieler Heinz Josef „Dscharli“ Braun es geschafft: Das Bier floss und das 52. Attler Herbstfest war eröffnet.
Von Birgit Schlinger und Michael Wagner
Wasserburg am Inn – Das Attler Herbstfest gilt als fünfte Jahreszeit der Einrichtung für Menschen mit Assistenzbedarf. Es ist die größte Inklusionsveranstaltung im Landkreis Rosenheim. Die Stiftung feiert mit ihren Gästen bis zum 15. September. Knapp 15.000 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung werden an den vier Tagen erwartet.
Bekannter Schirmherr
Schirmherr ist in diesem Jahr Schauspieler, Musiker und Kabarettist Heinz Josef „Dscharli“ Braun. Nach den Salutschüssen der Edlinger Böllerschützen führte die Söchtenauer Blasmusik den Einzug ins Zelt an, gefolgt vom Schirmherrn, der mit Vorständin Manuela Keml in einer festlich geschmückten Fahrrad-Rikscha gefahren wurde.
Für eine ausgelassene Stimmung sorgten das Bier vom Bräu im Moos und das Haager Unertl in der Weißbierbar. Zum Auftakt zapfte Schirmherr Heinz Josef „Dscharli“ Braun das erste Fass an. Fünf kräftige Schläge waren nötig, bevor das Bier floss. An seiner Seite: Ehefrau Johanna Bittenbinder, die 2019 selbst das Amt der Schirmherrin innehatte.
„Große Ehre für mich“
Unterstützt wurde ihr Mann von den Festwirten Konrad Stemmer, Andreas Eberherr und Florian Ott. „Ich finde die Stiftung Attl großartig und es ist eine große Ehre für mich, dass ich in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernehmen darf“, sagte Heinz Josef Braun bei seiner Begrüßung auf der Festzeltbühne. Schon durch seine Frau lernte er vor sechs Jahren die Stiftung Attl kennen. „Ich weiß, wie sehr sich alle hier auf das Herbstfest freuen. Immer, wenn ich Attel war, habe ich die offene, freundliche und lustige Atmosphäre genossen.“
Wie schon der Schirmherr im vergangenen Jahr, Roland Hefter, wird auch Braun einen Benefizauftritt machen. Allerdings erst im März 2026 im Gimplkeller mit seinem „Bayerischen Rotkäppchen“.
Erinnerung an den Anderl
Der erste Tag ist traditionell den Vereinen, Betrieben, Politikern, Behörden und der Nachbarschaft gewidmet. Festwirt Andreas Eberherr erinnerte zum Auftakt zudem an Anderl Palmberger, dessen Gesicht über Jahrzehnte das Attler Herbstfest geprägt hat. Im Januar 2025 war er nach kurzer Krankheit im Alter von 81 Jahren verstorben. „Für den Anderl gab es nichts Besseres als das Attler Herbstfest und in seinem Gedenken wollen wir unser friedliches Miteinander fortführen.“
Mit einem bereits um 18 Uhr gut besuchten Zelt und lokaler Politprominenz, darunter Landrat Otto Lederer, Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und Landtagsabgeordneter Sebastian Friesinger, startete das Attler Herbstfest. Auf diese vier tollen Tage haben sich nicht nur die Bewohner der Einrichtung schon das ganze Jahr lang gefreut.
Höhepunkte im Programm
Weitere Höhepunkte beim Attler Herbstfest sind der Spiele- und Bewegungsnachmittag sowie die Zeltparty mit der Guten A-Band am Samstag, der Festgottesdienst mit dem Garser Gospeltrain, das Oldtimer- und Bulldogtreffen und der Bayerische Abend am Sonntag sowie der Seniorennachmittag am Montag. Zum Abschluss erhalten noch die neuen Auszubildenden ihre liebevoll gestalteten Schultüten und die Attler Bio-Sau wird verlost.
Am Sonntag, 21. September, findet noch ab 10 Uhr der Attler Zeltflohmarkt statt, der Schnäppchenjäger und Langschläfer gleichermaßen anzieht.
Schließlich findet am Herbstfestmontag (15. September) der Seniorennachmittag mit der Musikkapelle Vogtareuth statt. Das beliebte Kesselfleischessen und die Verlosung der Attler Biosau sind weitere Highlights. Einzigartig ist die Schultütenübergabe an die neuen Auszubildenden in der Stiftung Attl, bei der die künftigen Fachkräfte begrüßt werden. Schließlich findet am Sonntag (21. September) noch der Attler Zeltflohmarkt für Langschläfer statt. Von 10 Uhr bis 15 Uhr können alle Interessierte im Festzelt ihre Waren anbieten - wie immer ohne Platzreservierung.


