Was die Stadt geplant hat
„Rote Brücke ist eine Ober-Katastrophe“: Warum Fahrradfahren in Wasserburg gefährlich ist
Für Fahrradfahrer kann es in Wasserburg mitunter gefährlich werden. Der Verkehr auf der Roten Brücke ist nur ein Beispiel auf einer langen Liste von Problemstellen. Was laut ADFC in Wasserburg noch getan werden muss und was die Stadt für mehr Sicherheit plant.
Wasserburg – Mittlerweile haben die meisten ihr Fahrrad aus dem Winterschlaf geholt. Mit den milderen Temperaturen im Frühjahr sind nun nicht mehr nur die All-Wetter-Radler unterwegs, sondern auch alle anderen, die gerne mal das Auto gegen das Fahrrad eintauschen. Auch in Wasserburg greifen viele Bürger zum Rad - obwohl es in der Innstadt an manchen Stellen zu Konflikten zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern kommen kann oder auch gefährlich wird.
Rote Brücke in Wasserburg für Fahrradfahrer gefährlich
„Die Rote Brücke ist eine Oberkatastrophe“, sagt Bernd Meerstein. Der Wasserburger greift zum Fahrrad, wenn er in der Stadt unterwegs ist. Radler würden auf der Brücke entweder im Stau zwischen den Autos stehen oder auf den Gehweg ausweichen, berichtet er. Diese Problemzone ist auch der Ortsgruppe des ADFC bekannt. Christof Gebhardt, Sprecher des Wasserburger ADFC, ergänzt, dass Autofahrende dort oft den Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen nicht einhalten würden.
Neben der Roten Brücke nennt der ADFC zwei weitere kritische Punkte in Wasserburg. Die Rosenheimer Straße und die Köbingerbergstraße. Bei ersterer verläuft der Fahrradweg hinter den Bushäuschen und hinter dem Fußgängerweg. In Richtung Altstadt mündet der Radweg auf den Fußweg. Dadurch würde dazu verleitet, auch auf der Roten Brücke auf dem Fußweg zu fahren, erklärt Gebhardt. „Schlechte Infrastruktur provoziert also auch Fehlverhalten“, verdeutlicht er.
An der Köbingerbergstraße habe sich die Situation seit der Einführung der Fahrradstraße deutlich verbessert. Verbleibendes Problem ist der schlechte Zustand des Belags“, so Gebhardt. Wer bergab auf der rechten Seite fahre, könne besonders bei Laub oder Dunkelheit mögliche Beschädigungen auf dem Untergrund nicht oder erst spät erkennen. „Dadurch besteht an dieser Stelle eine deutliche Unfallgefahr“, so der Sprecher.
Dass es in Wasserburg für Fahrradfahrer gefährlich sein kann, zeigt auch der Fahrradklima-Test aus dem Jahr 2022. Bei der Online-Umfrage wurden die subjektiven Wahrnehmungen von Fahrradfahrern aus der Stadt ausgewertet. Demnach bekam Wasserburg eine Gesamtnote von 4,2 und eine Note von 4,7 auf die Frage, wie sicher man sich als Radfahrer in Wasserburg fühlt. Die Ergebnisse des Fahrrad-Klimatests von 2024 erwartet der Wasserburger ADFC für Juni.
Wasserburg will Fahrrad-freundlich sein
Doch in Wasserburg soll sich etwas tun. Der Stadt sind die Probleme bekannt und sie will sie auch angehen. Im Juli 2022 wurde die Innstadt in die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern“ aufgenommen. Um dort ein dauerhaftes Mitglied zu bleiben, müsse Wasserburg die Fahrradfreundlichkeit unter Beweis stellen, heißt es auf der Website der Stadt.
In den vergangenen Jahren hat sich bereits einiges getan. Neben einer „Bike and Ride“-Anlage am Wasserburger Bahnhof errichtete die Stadt eine Fahrradstraße am Achatzberg und schaffte mobile Fahrradständer an. In wenigen Wochen soll laut Andreas Hiebl, Pressesprecher Stadt und zuständig für den Fahrradverkehr in Wasserburg, das Radverkehrskonzept vorgestellt werden. Ein darauf spezialisiertes, externes Unternehmen habe darin in Zusammenarbeit mit der Stadt eine lange Liste an Problemstellen samt Lösungsvorschlägen erarbeitet, erklärt Hiebl.


