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„Sharing-Garage“ für Fahrräder

Wo es beim Fahrradfahren in Wasserburg noch hakt – Was die Stadt plant

Besonders am Abend im Berufsverkehr ist es für Fahrradfahrer in Wasserburg oft schwierig, schnell voranzukommen.
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Besonders am Abend im Berufsverkehr ist es für Fahrradfahrer in Wasserburg oft schwierig, schnell voranzukommen.

Autos, Busse und dazwischen ein Fahrradfahrer: Mit dem Rad in der Stadt zu fahren, ist manchmal nicht einfach. In einer Online-Umfrage des ADFC können Radfahrer deswegen verschiedene Städte bewerten – darunter auch Wasserburg. Wieso es Radler in der Innstadt schwierig haben und was sich 2025 ändern soll.

Wasserburg – „Wie sicher fühlen Sie sich auf dem Fahrrad in ihrer Stadt?“ Dieser Frage geht der elfte Fahrrad-Klima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) noch bis Ende November nach, heißt es in einer Pressemitteilung des ADFC Rosenheim. Bei der Online-Umfrage werden unter anderem das Sicherheitsgefühl, die Breite von Radwegen und wie die gute Erreichbarkeit von Zielen abgefragt. Bei der jüngsten Umfrage vom Jahr 2022 schnitt Wasserburg laut dem ADFC mit der Schulnote 4,2 ab.

Fahrradfahrer fühlen sich nicht sicher

Kein Wunder, denn der Test spiegle subjektive Wahrnehmungen wider und die Verhältnisse in der Innstadt seien für Fahrradfahrer eher schwierig, erklärt Andreas Puhr, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Wasserburg. „Auf der Roten Brücke oder der Salzburger Straße in Richtung Gymnasium und Bücherei fühlen sich einige Radler nicht sicher und weichen manchmal auf den Gehweg aus. Das ist auch nicht gut“, sagt er. Die Straßen seien jedoch eng, wodurch an diesen Stellen auch kein extra Streifen ausgeschildert werden könne. „Derzeit ist hier leider keine Lösung in Sicht“, bedauert Puhr.

Für die Zukunft wünscht sich der Sprecher der Ortsgruppe, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel noch mehr im Fokus stehe und dadurch ein besseres Miteinander zwischen allen Straßenteilnehmern entstehe. Denn laut seinen Beobachtungen sind immer mehr Radler unterwegs. „Und diese sollen sicher von A nach B kommen können. Niemand soll aufs Fahrrad verzichten müssen, weil es zu gefährlich ist“, betont Puhr. Bis sich hier jedoch genügend getan habe, dauere es noch. „Hier müssen viele kleine Schritte in Richtung eines fahrradfreundlicheren Verkehrs gemacht werden, sagt er.

Fahrradständer und asphaltierte Wege

Doch Wasserburg befinde sich bereits auf dem richtigen Weg, erklärt Puhr. Als positives Beispiel nennt er die Köbingerbergstraße, die mittlerweile eine Fahrradstraße sei und nur mehr von Anwohnern mit dem Auto befahren werden dürfe. Zudem sei der Fahrradweg neben der B 304 neu asphaltiert und in der Stadt seien mehr Fahrradständer aufgestellt worden, sagt der Sprecher des Wasserburger ADFC. Andreas Hiebl, Wasserburgs Pressesprecher und zuständig für den Radverkehr in der Stadt, ergänzt, dass heuer auch die zweite Fahrradstraße am Achatzberg eingeführt und die Alkorstraße ausgebaut worden sei.

Zudem soll in Zukunft der Weg zwischen Garbersee und Gern asphaltiert werden. Auch die Bahnhofstraße in Reitmehring werde im Frühjahr saniert. „Immer wieder haben gerade auch Radler den Zustand letzterer bemängelt“, erklärt Hiebl. Auch das Alltagsradwegenetz werde im nächste Jahr beschildert. „Damit werden die für Radfahrer relevanten und direkten Routen von Ort zu Ort gekennzeichnet“, so der Pressesprecher.

„Sharing-Garage“ am Gries

Doch es werde nicht nur für Personen einfacher, die bereits ein Fahrrad besitzen würden, sondern auch für diejenigen, die keines hätten. 2025 soll Am Gries eine „Sharing-Garage“ mit mehreren Pedelecs und Lastenrädern eingerichtet werden. „Diese können sowohl Bürger als auch Besucher von Wasserburg künftig mit einer App buchen“, erklärt Hiebl. Bereits seit einem Jahr verleiht die Stadt kostenlos ein Lastenrad an die Bürger, ergänzt er.

Wer mit dem Fahrrad über die Rote Brücke nach Wasserburg will, muss auf der Straße fahren.

Anfang 2025 werde der Wasserburger Stadtrat zudem das Radverkehrskonzept beschließen, so Hiebl. „Hierbei wurden für Radler relevante Routen festgelegt und deren Mängel erfasst.“ Daraus würden sich Vorschläge für bauliche und verkehrsrechtliche Änderungen ergeben. „Schon jetzt zeichnet sich in jedem Fall ab, dass auch in Zukunft genügend zu tun sein wird“, so der Fahrradbeauftragte.

Umfrage noch bis Ende November

Wer im Rahmen des Fahrrad-Klima-Testes seine Stadt bewerten möchte, kann das noch bis zum 30. November online auf www.fkt.adfc.de tun. Das Ausfüllen des Fragebogens dauere etwa zehn Minuten, heißt es vom ADFC. In diesem Jahr drehe sich die Umfrage unter anderem um das Miteinander im Verkehr. Die fahrradfreundlichsten Städte würden im Frühjahr 2025 im Bundesverkehrsministerium in Berlin ausgezeichnet, heißt es in der Pressemitteilung.

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