Team seit fünf Jahren erstmals wieder komplett
Rathaus Pfaffing: Von wegen „verstaubt“ – So ticken die neue Kämmerin und neue Assistentin
Nach fünf Jahren ist das Team der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffing mit Kämmerin Christine Geisberger und Verwaltungsassistentin Astrid Rott wieder komplett. Ein Gespräch über den Förder-Dschungel, Vorurteile und darüber, was die Pfaffinger und Albachinger von den beiden Neuen erwarten können.
Pfaffing/Albaching – Nach fünf Jahren ist nun das Team der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pfaffing mit Albaching wieder komplett. Seit 1. Januar hat die VG mit Christine Geisberger eine festangestellte Kämmerin. Seit 1. April unterstützt zudem Astrid Rott als Assistentin der Verwaltungsleitung das gesamte Team. Geleitet wird die VG von Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier, Stellvertreter ist Albachings Rathauschef Rudolf Schreyer.
Nach Interims-Kämmerer nun festes Personal
Noch befinden sich Geisberger und Rott in der Einarbeitung, Pläne für die Zukunft und Motivation gibt es jedoch genug. Besonders Letzteres ist nach den vergangenen fünf Jahren wahrscheinlich nötig. Durch eine Pensionierung und weitere Kündigungen habe die VG zweimal einen Interims-Kämmerer benötigt, erklärt Niedermeier. Seit September 2024 war zudem die Stelle der Assistenz der Verwaltungsleitung unbesetzt. „Wir haben ein sehr gutes Team, das die Lücken im Personal ausgeglichen hatte. Jetzt sind wir aber froh, wieder komplett zu sein“, sagt Niedermeier gut gelaunt.
Christine Geisberger hat dem Gemeinderat schon den Haushaltsplan für die VG Pfaffing vorgelegt und fühlt sich im Team gut aufgenommen, berichtet sie. Die 51-Jährige ist gelernte Bankkauffrau und arbeitet bereits seit 28 Jahren im kommunalen Buchhaltungsbereich. Auf die offene Stelle in Pfaffing hat sie sich beworben, weil sie eine „neue Herausforderung“ wollte. Selbst bezeichnet sie sich als „Zahlenmensch“.
Mischung aus analytischem Denken und Gefühl
Schon zu Schulzeiten sei Mathematik unter ihren Lieblingsfächern gewesen. Doch die Mischung aus analytischem Denken und Gefühl seien für den Beruf als Kämmerin „nicht verkehrt“, sagt Geisberger. Denn die Anforderungen an die Kommunen würden wachsen. Die Einnahmen würden nicht so schnell steigen wie die Ausgaben. Bei dieser Herausforderung komme es auf Fingerspitzengefühl an, meint die neue Kämmerin.
Auch Anträge und Zuschüsse zu stellen, werde im „Förder-Dschungel“ immer schwieriger, erklärt Geisberger. Von der Politik wünscht auch sie sich den von vielen Seiten geforderten Bürokratie-Abbau. Denn nur so könne eine Kommune auf lange Sicht handlungsfähig bleiben. „Zudem wird man neue Wege gehen, Dinge anders machen und dabei auch mal mutig sein müssen“, sagt sie.
Rathaus als attraktiver Arbeitgeber
Dem stimmt auch Bürgermeister Niedermeier zu. „Eine Verwaltung muss resilient bleiben. Und das fängt damit an, dass sie ein attraktiver Arbeitgeber ist“, erklärt der Rathauschef. Teams sollten breitgefächert sein, um so von verschiedenen Perspektiven zu profitieren. Geisberger ergänzt: „Die Mischung aus langen Verwaltungsmitarbeitern und Quereinsteigern macht's aus“, findet sie.
Bezüglich dieser Sichtsweise ist Pfaffing bereits auf gutem Wege. „Wir versuchen die Büros zu modernisieren, legen Wert auf gemeinsame Besprechungen und bemühen uns, Entscheidungen inklusiv und transparent zu treffen“, erklärt Niedermeier. Auch aus finanzieller Sicht kann Geisberger Entwarnung geben: „Pfaffing ist solide aufgestellt.“ In nächster Zeit würde der Neubau des katholischen Kindergartens als eine größere Investition anstehen, so Niedermeier.
Moderne IT-Technik in Schulen
Andere große Projekte seien bereits in den vergangenen Jahren umgesetzt worden. Die Schule wurde mit moderner IT-Technik ausgestattet und Pfaffing hat einen Naturkindergarten bekommen. Zudem wurden noch in der Amtszeit von Lorenz Ostermaier alle Brücken saniert oder gar neu gebaut, erklärt Niedermeier.
Dass eine Kommune neue Wege geht, hat auch Astrid Rott bei ihrer Bewerbung um die Stelle als Assistentin der Verwaltungsleitung überzeugt. „Ich hatte selbst oft das Bild von verstaubten Arbeitsweisen und anders-tickenden Uhren“, sagt sie. Mittlerweile hat die 54-Jährige ein neues Bild gewonnen. „In einer Verwaltung geht viel voran und es ist einiges los. Mein Arbeitsalltag ist sehr vielseitig“, betont sie. Vor ihrer Zeit bei der Verwaltungsgemeinschaft hat Rott in der Personalabteilung einer großen Klinik aus der Region gearbeitet, sagt sie. Auch sie wollte eine neue Herausforderung und arbeitstechnisch eine „andere Welt sehen“.
Strukturen aufbrechen
Rott will sich ebenso künftig bei der Suche nach neuen Lösungswegen einbringen. „Es geht darum, Strukturen aufzubrechen, ohne dabei bestehende Hierarchien zu übergehen“, erklärt die 54-Jährige. Manchmal stehe sich der Verwaltungsapparat dabei noch selbst im Weg. „Letztlich muss es lockerer und einfacher werden, sodass am Ende ein Mittelweg entsteht“, ist Rot überzeugt.
Für die Pfaffinger wird es in den kommenden Jahren jedenfalls bestimmt nicht langweilig: Als Nächstes stehen unter anderem die Themen Nahversorgung und Wohnen im Alter auf dem Plan, erklärt der Bürgermeister.