Gemeinde gibt Fehler zu
Knappes Ding in Prien: Container-Kita Prievena bleibt noch ein Jahr, kostet aber viel Geld
Klarheit für 18 Kinder in Prien. Sie können noch ein Jahr länger in ihrem Kindergarten Prievena bleiben. Das wünschten sich vor allem ihre Eltern. Die Gemeinde hätte den provisorischen Kindergarten zunächst gerne früher geschlossen, gibt aber eine Verfehlung zu. Die Abstimmung war denkbar knapp.
Prien – Es war das knappste aller möglichen Abstimmungsergebnisse im Marktgemeinderat Ende April: Mit zwölf zu zehn Stimmen stimmte der Rat letztendlich dafür, dass der provisorische Kindergarten Prievena bis Ende August 2026 geöffnet bleibt. 2020 suchte Prien eine schnelle Lösung, da viele Kinder nicht in allen Kindertageseinrichtungen untergebracht werden konnten. Die Gemeinde mietete die Container an, um mehr Platz für die Kinderbetreuung zu schaffen.
Zusammen mit der Gemeinde Frasdorf entsteht aktuell das Johanniter-Kinderhaus Wildenwart. Das wird laut Priens Bürgermeister Andreas Friedrich auch definitiv im September diesen Jahres fertig sein und Kinder betreuen können. Die Zeit für die provisorische Einrichtung ist abgelaufen. Aber wann genau? Genau darüber debattierte der Marktgemeinderat, bezog dazu auch eine Umfrage der Eltern mit ein, deren Kinder aktuell im Prievena betreut werden bzw. sich angemeldet haben. Träger des Prievena ist die Diakonie, wie Friedrich dem OVB mitteilt.
Im vergangenen Jahr ging sowohl Friedrich als auch die Verwaltung durch die vorliegenden Anmeldezahlen davon aus, dass Prien die Container-Kita noch länger benötigt. „Von den Zahlen hätten wir quasi die Einrichtung Wildenwart auffüllen können und hätten trotzdem noch Prievena gebraucht“, erklärt der Rathauschef. Deshalb sei der Fehler passiert, den Eltern bei der Anmeldung im Container-Kindergarten nicht mitzuteilen, „Achtung, es kann sein, dass Prievena gar nicht mehr da ist“, gibt Friedrich zu.
Hohe Kosten für provisorische Kinderbetreuung
Die Zahlen der Kinderbetreuung sagen jetzt allerdings, dass Prievena eigentlich nicht mehr gebraucht werden würde. Deshalb wollte die Gemeinde die Kinderbetreuung in und um die Container zu Ende August diesen Jahres einstellen. Die Rückmeldungen der Eltern haben ergeben, dass eine Gruppe mit 18 Kindern im Prievena noch weiter betreut werden könnte und die Eltern sich auch dafür aussprechen. Dem Willen der Eltern standen hauptsächlich die Kosten von 80.000 bis 90.000 Euro für Miete und Strom pro Jahr gegenüber.
Das Entgegenkommen des Gemeinderats, wenn es auch knapp ausfiel, belastet so also den Gemeindehaushalt. Kommt letztendlich aber den Kindern zugute, wie es Bürgermeister Friedrich sieht: „Ein Kind in eine neue Einrichtung zu geben, heißt ja auch oft, dass das Kind eine Eingewöhnungsphase braucht. Diese wird im Regelfall von den Eltern sehr eng begleitet.“ Das Argument der Eltern sei hauptsächlich gewesen, diese kurzfristige Änderung sei schwierig für die persönliche Planung.
Für Friedrich unglücklich hingegen, dass keines der 18 Kinder im nächsten Jahr in die Schule kommt und deshalb alle Kinder eine neue Kinderbetreuung ab September 2026 benötigen. Der Platz ist da, nur hätte ein früherer Wechsel der Gemeinde Geld gespart. „Die Kinder sind nächstes Jahr ein Jahr älter, deshalb wird die Eingewöhnung in der neuen Einrichtung schneller funktionieren“, findet Friedrich. Insgesamt sind in Prien etwas über 400 Kinder in Betreuung, aufgeteilt auf acht Einrichtungen – inklusive Prievena und Wildenwart.
