Hitzeschutz im Landkreis
Jetzt auch UV-Tafeln am Kettenhamer Weiher: Warum eine (eigentlich) gute Idee für Unmut sorgt
Neue UV-Tafeln am Kettenhamer Weiher in Griesstätt sorgen für Irritationen. Sie sind zwar eine gute Idee, rufen jedoch auch Kritik bei der Badeaufsicht hervor. Was Jakob Ametsbichler, Vorsitzender der Wasserwacht Rott am Inn, bemängelt.
Griesstätt – Eigentlich ist es ja eine gute Idee: Seit vergangenem Jahr informieren im Landkreis Rosenheim UV-Index-Tafeln darüber, wie hoch die Strahlenbelastung ist. Mittels QR-Code kann man mit dem Handy den aktuellen Index abfragen. Zudem kann per Hand ein Pfeil auf die jeweilige Stufe auf der Tafel gesetzt werden.
Seit kurzem ist eine derartige Tafel auch an der Hütte der Wasserwacht am Kettenhamer Weiher in Griesstätt angebracht – und sorgt beim Wasserwachts-Vorsitzenden Jakob Ametsbichler für Unmut.
UV-Tafel wird nur an Sonntagen kontroliert
Der Grund: Die Mitglieder der Wasserwacht Rott am Inn, die für den Rotter Ausee, den Waldsee in Hochstätt und eben den Kettenhamer Weiher in Griesstätt verantwortlichzeigen, sind ehrenamtlich tätig. Dadurch sei nur an den Sonntagen eine Badeaufsicht vor Ort, erklärt Ametsbichler. Dementsprechend könne auch nur dann jemand den Pfeil auf der UV-Tafel aktuell einstellen. Eine durchgehende Kontrolle sei hier nicht möglich, so Amtesbichler.
Wasserwacht Rott am Inn sucht neue Mitglieder
Die Wasserwacht Rott am Inn ist auf der Suche nach neuen Mitgliedern, die auch bereit sind, die Ausbildung zum Rettungsschwimmer zu absolvieren, erklärt Vorsitzender Jakob Ametsbichler.
Aber: „Perse ist die Sache gut“, findet der Vorsitzende der Wasserwacht. Am Kettenhamer Weiher seien die Badegäste der Sonne ausgesetzt. Dementsprechend mache es Sinn, die Menschen hier zu informieren. Dennoch findet Ametsbichler, man sollte in solchen Dingen auch an den gesunden Menschenvrstand der Bürger appellieren. „Wenn es draußen sonnig ist, ist es selbstverständlich, dass ich Sonnencreme auftrage und meinen Kopf mit einer Bedeckung schütze“, sagt Ametsbichler.
Überhaupt seien im Bereich des Weihers bereits viele Hinweisschilder aufgestellt und auch die Baderegeln würden immer mehr werden. Beispielsweise habe die Wasserwacht das Seil, das den Nichtschwimmer-Bereich markiert habe, entfernen müssen. Denn es würde suggerieren, dass durchgehend eine Badeaufsicht da wäre, hat die Begründung damals laut Ametsbichler gelautet. Auch den Steg musste die Wasserwacht abbauen. Ametsbichler findet, den Bürgern dürfe ruhig mehr Eigenverantwortung zugetraut werden.
Hautkrebs durch UV-Strahlung
„Die UV-Strahlung der Sonne und von Solarien ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs“, erklärt das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemitteilung. Der Mensch könne die Strahlung über seine Sinne nicht wahrnehmen. Bewölkung, Höhenlage oder Wassernähe würden zudem beeinflussen, wie intensiv die Strahlung sei. „Dadurch ist die UV-Strahlung nur schwer einschätzbar“, so die Behörde.
Neben Griesstätt haben heuer auch Flintsbach, Bad Feilnbach, Bruckmühl und Bad Endorf neue UV-Tafeln erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Rosenheim. Erweitert wurde das Angebot in Bad Aibling. Die Kurgemeinde hat, ähnlich wie Wasserburg, Bernau, Rohrdorf, Riedering, Nußdorf und Kiefersfelden, bereits seit 2024 UV-Index-Tafeln. Sie sind Teil des Projekts „Watch out“ (zu Deutsch: „Achtung“) der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention.


