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Eine Milliarde Kubikmeter

Droht Breitbrunn und Gstadt der „Super-GAU“? Uniper will Bayerns größten Gasspeicher stilllegen

Collage aus dem Verwaltungsgebäudes des Gasspeichers Breitbrunn und dem bayerischen Wirtschaftsminister Aiwanger und Gstadts Bürgermeister Hainz.
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Der Gasspeicher in Breitbrunn soll auf Antrag des Betreibers Uniper geschlossen werden. Bayernswirtschaftsminister Aiwanger (oben) ist dagegen, Gstadts Bürgermeister Hainz äußert sich anders.

Der riesige Erdgasspeicher in Breitbrunn, der größte Bayerns, steht möglicherweise vor dem Aus. Betreiber Uniper hat die Stilllegung für 2027 beantragt, da sich der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohne. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger schlägt Alarm und fordert von der Bundesnetzagentur, die Schließung im Sinne der Versorgungssicherheit zu verbieten. Aber war bedeutet das für Gstadt/Breitbrunn?

Gstadt – Der Erdgasspeicher Breitbrunn ist der drittgrößte Gassspeicher in Deutschland, in Bayern sogar der größte, und hat eine Kapazität von rund einer Milliarde Kubikmetern. Zum Vergleich: Die Cheops-Pyramide fasst 2,6 Millionen Kubikmeter, der Starnberger See fasst drei Milliarden Kubikmeter Rauminhalt. Das Energieversorgungsunternehmen Uniper, zu 99,12 Prozent in Staatsbesitz, hat zum 31. März 2027 die Stilllegung des Speichers bei der Bundesnetzagentur beantragt. „Die Erlöse reichen nicht aus, um die laufenden Kosten für Speicherentgelte, Betrieb und Netze zu decken“, teilte der Energiekonzern der Welt mit.

Die Tochtergesellschaft Uniper Energy Storage vermarktet die Kapazität des unterirdischen Speichers und ist damit Betreiber, die Nafta Speicher GmbH & Co. KG wiederum hält die bergrechtlichen Nutzungsrechte in der ehemaligen Lagerstätte und verwaltet die Speicherstätte. Ganz so einfach ist eine Schließung eines Erdgasspeichers allerdings nicht, denn die Bundesnetzagentur prüft nun, ob eine Stilllegung überhaupt möglich ist im Hinblick auf die Versorgungssicherheit. Eine Schließung kann durchaus untersagt werden.

Dafür plädiert Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger: „Breitbrunn darf nicht stillgelegt werden, die Bundesnetzagentur darf die Genehmigung zur Stilllegung nicht erteilen. Dieser Speicher ist einer der größten Deutschlands und umfasst ein Drittel der des bayerischen Speichervolumens.“ Der Ukraine-Krieg habe die Augen geöffnet, wie wichtig Energiespeicher seien, „wir leben ja alles andere als in krisenfreien Zeiten. Die internationalen Krisen spitzen sich sogar weiter zu, Deutschland mitten drin. Da müssen wir alles dafür tun, unsere Versorgungssicherheit zu gewährleisten und dürfen unsere Speicherkapazität auf keinen Fall reduzieren.“

Gasspeicher wirtschaftlich kaum noch rentabel

Aiwanger weiter in einer Pressemitteilung: „Wir sollten die Sicherheit verstärkt im Blick haben und auch perspektivisch an Neunutzungen denken. Zum Beispiel könnte auch Wasserstoff in den Speichern gelagert werden. Dieser Speicher muss auf jeden Fall intakt bleiben.“

Das Problem der Erdgasspeicher: Bis zum Angriff Russlands auf die Ukraine wurde hauptsächlich im Sommer günstig Gas aus Russland eingekauft, welches dann eingelagert wurde – in Fachkreisen hieß es dann oft günstiges Sommer- und teures Wintergas. Durch LNG, Flüssiggas, welches seither verstärkt aus anderen Ländern wie den USA oder Katar importiert wird, sind die Unterschiede der saisonalen Lieferungen und Preise kaum noch relevant, Speicher daher kaum mehr wirtschaftlich.

Bürgermeister Hainz gibt sich gelassen

Der Gasspeicher heißt zwar Breitbrunn/Eggstätt, liegt aber auf Gstadter Gemarkung. Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz machte sich auf OVB-Anfrage zunächst ein umfangreiches Bild der Lage und sagte daraufhin: „Noch ist überhaupt nichts entschieden. Erstmal muss die Bundesnetzagentur die Schließung genehmigen.“ Bei der Nafta sei die Lage noch recht entspannt und auch Hainz will keine Panik verbreiten. „Wir warten zunächst mal ab. Der Gasspeicher ist wichtig für Gstadt, es hängen natürlich Gewerbesteuereinnahmen daran. Wenn es tatsächlich zur Schließung kommen würde, wäre das der SuperGAU. Aber nochmal: Es ist noch überhaupt nichts entschieden und eine Entscheidung steht noch aus“.

Der Gasspeicher Breitbrunn/Eggstätt in Gstadt. Unterirdisch ist hier der größte bayerische Gasspeicher.

Nafta Speicher wollte sich auf Anfrage nicht zu einer möglichen Schließung äußern.

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