Rosenheimer Feinkosthändler verwundert
Kritik an Spendenaktion für Ronald McDonald Haus Vogtareuth: „Ist doch unbestreitbar gute Sache?“
Feinkosthändler Alexander Berg aus Rosenheim bietet schon seit längerem eine Spendenaktion (Alle Informationen dazu HIER) zu Gunsten des Ronald McDonalds Kinderhauses in Vogtareuth (Mehr dazu HIER) an. Doch er hört immer wieder, dass Leute dies wegen der Verbindung mit dem Fast Food-Unternehmen nicht unterstützen wollen. Wir haben für euch anlässlich dessen noch einmal zusammengefasst, worum es sich dabei handelt und wie die Organisation dahinter bewertet wird.
Rosenheim/Vogtareuth - „Man kann von dem Unternehmen McDonalds und seinen Schnellrestaurants halten, was man will, aber das Haus in Vogtareuth ist doch unbestreitbar eine gute Sache?“, meint Alexander Berg, „Mit dem Erlös unserer Eigenabfüllung, des Rosé-Weins ‚Rosénheimer‘ unterstützen wir das Ronald McDonald Haus Vogtareuth. Unsere Spendenaktion dazu läuft nun schon seit einer Weile, aber einige Leute meinten, sie könnten einer Stiftung, die mit diesem Konzern zusammenhängt, kein Geld geben.“
Seit April des vergangenenen Jahres gibt es Bergs Feinkostladen „Delicato“ an der Innstraße in Rosenheim. „Mir ist es deswegen ein Anliegen das Ronald McDonald Haus zu unterstützen, weil die zu behandelnden Kinder schon mit der Krankheit alleine eine riesige Herausforderung mit sich in jungen Jahren herumschleppen und nicht auch noch eine räumliche Trennung von Familienmitgliedern mangels monetärer Grundlage die Genesung seelisch erschweren sollte“, erklärt er sein Engagement.
Kritik an Spendenaktion für Ronald McDonald Haus Vogtareuth: „Ist doch unbestreitbar gute Sache?“ - Rosenheimer Feinkosthändler verwundert
Familien, deren Kind in der benachbarten Schön-Klinik eine oft langwierige Therapie durchlaufen, sind diejenigen, für die das Angebot gedacht ist. Es soll Eltern ermöglichen, in der Nähe dieses Kindes sein zu können, aber auch einmal die Tür hinter sich verschließen zu können. Die McDonald‘s-Kinderhilfe-Stiftung bekommt einen Großteil des Geldes von den Lizenznehmern des Konzerns. Diese wiederum geben einen Teil ihres Umsatzes ab und stellen Spendenhäuschen in den Lokalen auf, erläutern die OVB-Heimatzeitungen in einem Bericht zur Einweihung des Gebäudes 2023.
„Ich habe mich gleich beim ersten Besuch in dieses Haus verliebt“, schwärmte der ehemalige Fußballer und jetzige Trainer Tobias Schweinsteiger, der die Schirmherrschaft für das Haus übernommen hat, im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Es feierte im Mai einjähriges Jubiläum. Wie Adrian Köstler, seit 2007 Vorsitzender der McDonald‘s-Kinderhilfestiftung bei der Feier dazu berichtete, kam die Initiative für dessen Ansiedlung von Seiten der Ärzte des Klinikums. Auch Professor Dr. Steffen Berweck, Chefarzt des Fachzentrums für pädiatrische Neurologie, Neuro-Rehabilitation und Epileptologie, betonte laut der Zeitung, dass sie davon profitierten.
Positive Rückmeldung von Familien, Stiftung wird als vertrauenswürdig eingeschätzt
Auch von den Familien, die das Angebot nutzen, gibt es an sich nur positive Rückmeldungen. Dies sowohl in einem Bericht der OVB-Heimatzeitungen als auch beispielsweise in Google-Rezensionen. „Wirklich ein wunderschönes Angebot für Eltern die in die Klinik Vogtareuth sein müssen. Eine herzliche Atmosphäre, schöne Räumlichkeiten und auch sonst alles was man braucht.
Unsere Mädels lieben den Spielraum und wir können immer wieder durchschnaufen“, schreibt dort „Felix“. „Wir waren schon in einigen Elternhäusern verschiedener Kliniken. Das in Vogtareuth gefällt uns am meisten“, so ein anderer Nutzer.
Schließlich gibt es noch einen Bericht des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen über die McDonalds Kinderhilfe. Dabei handelt es sich um eine Stiftung mit Sitz in Berlin, die soziale und karitative Nichtregierungsorganisationen in Deutschland seit 1991 auf die Verwendung ihrer Spendengelder prüft.„Der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung, München, wurde das DZI Spenden-Siegel zuerkannt. Die Stiftung ist förderungswürdig“, resümiert dieser.
Weiter heißt es: „Die sieben Spenden-Siegel-Standards erfüllt die Stiftung wie folgt:
- Die Organisation leistet satzungsgemäße Arbeit.
- Leitung und Aufsicht sind angemessen strukturiert, klar voneinander getrennt und werden wirksam wahrgenommen.
- Werbung und Öffentlichkeitsarbeit informieren klar, wahr, sachlich und offen.
- Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben ist nach DZI-Maßstab vertretbar („vertretbar“ = 20% bis 30%). Die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes wird überprüft, und die Ergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht.
- Die von der Organisation gezahlten Vergütungen berücksichtigen den Status der Gemeinnützigkeit, die Qualifikation, das Maß an Verantwortung und den branchenüblichen Rahmen.
- Mittelbeschaffung und -verwendung sowie die Vermögenslage werden nachvollziehbar dokumentiert und angemessen geprüft.
- Die Organisation berichtet offen und umfassend über ihre Arbeit, Strukturen und Finanzen.“
Man kann also zusammenfassend sagen: Der Wunsch nach der Etablierung des Ronald McDonald-Hauses in Vogtareuth ging von den Ärzten des Krankenhauses dort aus, die weiterhin ihre Wertschätzung dafür berichten. Alle uns vorliegenden Berichte von betroffenen Familien über das Haus sind positiv. Eine Prüfung der dahinter stehenden Stiftung durch eine unabhängige Organisation bescheinigt dieser Vertrauenswürdigkeit. Alles, was also bleibt, ist die eingangs erwähnte Verbindung mit dem Fast Food-Unternehmen, über die man als Spendender für sich entscheiden muss, ob sie ein Ausschlusskriterium ist. (hs)