Neue Regelung gilt seit 1. April
Gähnende Leere am Bahnhof-Parkplatz: Schneidet sich Bruckmühl mit Parkgebühren ins eigene Fleisch?
Wo die Parkplatzsuche vor wenigen Wochen noch einem Lotteriespiel glich, herrscht heute gähnende Leere: Die Parkgebühren, die Bruckmühl seit 1. April am Bahnhof verlangt, zeigen massive Wirkung. Schneidet sich die Marktgemeinde damit finanziell ins eigene Fleisch?
Bruckmühl – Wo noch zu Beginn des Jahres die Suche nach einem Parkplatz einem Lotteriespiel ähnelte, herrscht seit 1. April zu jeder Tageszeit freie Auswahl: Die Parkgebühren für Autofahrer am Bahnhof Bruckmühl, die die Marktgemeinde Bruckmühl zum Monatswechsel eingeführt hat, zeigen bereits jetzt volle Wirkung. Doch schneidet sich die Kommune angesichts der Kosten für die Parkautomaten und die Parkraumüberwachung damit finanziell ins eigene Fleisch? Eine Frage, die für die Marktgemeinde scheinbar gar nicht an erster Stelle steht. Sie verweist dagegen darauf, dass durch die Parkgebühren der eigentliche Zweck, gegen Fremd- und Dauerparker vorzugehen, erfüllt wird.
2024 hatte der Bruckmühler Marktgemeinderat die Entscheidung getroffen, auf dem bislang kostenfreien Pendler-Parkplatz am Bahnhof Bruckmühl sowie an den Höglinger Weihern, an denen die Besucher ebenfalls bislang ihre Fahrzeuge kostenlos abstellen konnten, Parkgebühren einzuführen. So hatte das Gremium entschieden, auf dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof ein 24-Stunden-Ticket für zwei Euro anzubieten.
An den Höglinger Weihern hingegen gibt es gestaffelte Preise für Autofahrer: In der Zeit von 23 bis 6 Uhr darf auf dem dortigen Parkplatz überhaupt nicht geparkt werden, in der Zeit zwischen 9 und 20 Uhr müssen die Besucher einen Parkschein am Automaten lösen. Bei einer Parkdauer von bis zu zwei Stunden werden dann zwei Euro fällig, jede weitere halbe Stunde kostet 50 Cent. Ein Tagesticket, das für einen Parkzeitraum ab mindestens fünf Stunden gedacht ist, schlägt mit sechs Euro zu Buche.
Marktgemeinde zieht in erster Bilanz ein positives Fazit
In einer ersten Bilanz zu den Parkgebühren am Bahnhof zieht die Marktgemeinde ein positives Fazit. „Grundsätzlich sind wir mit den bisherigen Einnahmen zufrieden“, teilte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf OVB-Anfrage mit. Aufgrund „des schlechten Wetters und der noch nicht so hohen Temperaturen“ hatte die Verwaltung – insbesondere an den Höglinger Weihern, an denen die Badesaison noch bevorsteht – mit geringeren Einnahmen gerechnet. Angaben zur Höhe der bisherigen Einnahmen machte die Verwaltung aber nicht.
Klar ist aus Sicht des Ordnungsamtes der Kommune aber bereits jetzt, dass sich die Entscheidung, an den Höglinger Weihern auf drei Bezahlvarianten – bar, per Karte sowie per App – zu setzen, „als richtig und sinnvoll erwiesen“ hat. So sei ersichtlich, „dass alle drei Bezahlmöglichkeiten von den Bürgern angenommen werden“. Am Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof in Bruckmühl kann dagegen nur bar sowie per App bezahlt werden, „was sich im Nachhinein als nicht problematisch erachtet“ hat, wie das Ordnungsamt mitteilte.
Bruckmühl rechnet mit einer Vielzahl von Rückmeldungen nach Beginn der Badesaison
Stellt sich dennoch die Frage, ob sich die Kommune finanztechnisch vor allem am Bahnhof finanziell verrechnet hat, nachdem stichprobenartige Besuche eines OVB-Mitarbeiters vor Ort gezeigt hatten, dass mittlerweile nur noch vereinzelt Fahrzeuge dort parken. Die Marktgemeinde führt hier jedoch ins Feld, dass durch „die Kombination von Parkgebühren und Überwachung“ der Parkplatz wieder „seiner ursprünglichen Bestimmung“ gerecht werde. „Fremdnutzer wie Dauer- und Langzeitparker sind auf alternative Parkmöglichkeiten wie beispielsweise am Volksfestplatz ausgewichen“, so die Beobachtung des Ordnungsamtes.
Und wie reagieren die Bürger auf die neue Parkgebührenverordnung? „Die Einführung stößt in der Bevölkerung auf unterschiedliche Reaktionen“, teilte das Ordnungsamt mit. „Viele Bürgerinnen und Bürger unterstützen die Einführung der Parkgebühren.“ Sobald die Badesaison an den Höglinger Weihern beginnt, rechnet die Verwaltung der Marktgemeinde dann mit einer Vielzahl von Rückmeldungen. Und zwar „sowohl positiv als auch negativ“, so die Einschätzung des Ordnungsamtes.

