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Promi-Auflauf in Bernau

Rekordzahl an Badetoten: Liegt‘s am „Leichtsinn“ oder kann „Bayern schwimmt“ helfen?

Einsatzkräfte der Wasserwacht Bernau zeigten in einer Übung, wie ein bewusstloser Schwimmer aus dem Wasser geborgen wird. Dachs
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Einsatzkräfte der Wasserwacht Bernau zeigten in einer Übung, wie ein bewusstloser Schwimmer aus dem Wasser geborgen wird.

Sommer, Sonne, Selbstüberschätzung: Mit einem Aktionstag und Unterstützung von Promis wie Ilse Aigner machen Wasserwacht und BRK in Bernau auf die Gefahren von Gewässern aufmerksam. Die Bilanz der Badeunfälle ist in diesem noch jungen Sommer ist erschreckend - aber was sind die Gründe?

Bernau – Die Sonne strahlt vom Himmel, die Schweißperlen laufen: Was kann es Schöneres geben, als in einem der bayerischen Seen oder Schwimmbäder Erfrischung zu suchen. Rein ins kühle Nass, auf’s SUP oder doch noch mal schnell mit dem Segelboot raus.

16 Tote – das ist jedoch bis Ende Juni 2025 bereits die erschreckende Bilanz in Zusammenhang mit Badespaß rund um die bayerischen Gewässer. Wasserwacht und BRK leisten hier ehrenamtlich in unzähligen Stunden – wertvolle Einsatzarbeit, sonst sähe es vermutlich noch düsterer aus, so Landtagspräsidentin Ilse Aigner am Sonntag (29. Juni) am Chiemsee. In Bernau griff ein prominent besetzter Aktionstag die Problematik auf und wollte die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Die Natur wird unterschätzt

Mit an Bord, im buchstäblichen Sinn, waren neben Aigner, Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes, Staatssekretärin Daniela Ludwig, auch in ihrer Funktion als Kreisvorsitzende des BRK Rosenheim, BRK-Präsidentin Angelika Schorrer, der Landesvorsitzende der Wasserwacht (WW) Bayern Thomas Huber, der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Rosenheim Martin Schmidt, der stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende Freddy Eisner, der WW-Chef des Kreisverbands Rosenheim Stefan Rotter, sein Stellvertreter Andreas Kunert sowie Florian Bickert, der Vorsitzende der WW Bernau, und Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber.

Daniela Ludwig erinnerte daran, dass die Menschen immer leichtsinniger würden. „Begonnen hat es in den Bergen“, nun setze sich das Unterschätzen von Naturgewalten und die Selbstüberschätzung auf dem Wasser fort. Ludwig, wie auch BRK-Präsidentin Angelika Schorrer würdigten die immer wichtiger werdende ehrenamtliche Arbeit der in der Wasserwacht und beim BRK engagierten Menschen. „Was unsere Ehrenamtlichen diesen Sommer leisten, ist beeindruckend – aber auch alarmierend. Sie retten Leben und tragen oft schwer an dem, was sie erleben. Doch viele Einsätze wären vermeidbar. Wer baden geht, sollte nicht nur ans Vergnügen denken, sondern auch an die Folgen von Leichtsinn. Jeder kann helfen, indem er Risiken meidet – denn der beste Einsatz ist der, der nicht stattfindet“, mahnte Schorer.

Thomas Huber hob die Arbeit seiner Vorvorgängerin Aigner im Amt als Landesvorsitzende der Wasserwacht hervor und nannte die 16 Toten eine „traurige Bilanz“. Gleichzeitig wies er daraufhin, dass mit dem Projekt „Bayern schwimmt“ bislang 20 000 Kinder das Schwimmen gelernt haben. Die Wasserwacht und das BRK leisteten nicht nur wertvolle Präventionsarbeit, so Huber, sondern retteten Menschenleben.

Schwierige Situation der Schwimmbäder

Als Chef der Wasserwachten im Landkreis Rosenheim verwies Stefan Rotter darauf, dass die Bernauer auch die Rettungseinsätze auf den Inseln übernommen haben. Auch er ging auf die hohe Zahl an Badeunfällen ein und darauf, dass sich unter den Toten nur ein weibliches Opfer befunden habe – und in diesem Fall habe eine Vorerkrankung vorgelegen. „Es ist also nicht immer nur der Leichtsinn“, so Rotter.

Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner wies darauf hin, dass die Touristen an den Seen ehrenamtlich von den Wasserrettern gesichert werden und diese Einsatzkräfte, wie auch die Kräfte des BRK, für den Einsatz bei Katastrophen immer wichtiger werden. Mit dem Projekt „Bayern schwimmt“ sei auch das Ziel verbunden, „dass kein Schüler, der die vierte Klasse verlässt, nicht schwimmen kann“, so Aigner. Mit dem Projekt wolle Bayern erreichen, dass die Kinder bereits in der Grundschule lernen, mit den Gefahren des Wassers umzugehen und schwimmen zu können.

Aigner verwies aber auch auf die Situation der kleinen Hallenbäder, die aus der Fläche verschwinden. Sie lobte das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer im BRK, bei der Wasserwacht und beim THW. Gerade die Kurse der Wasserwacht seien sinnvoll, umso wichtiger sei daher für die Ehrenamtlichen auch die Notwendigkeit des Trainings.

Nahmen am Aktionstag teil: Stefan Rotter, Chef des Wasserwacht-Kreisverbands Rosenheim, Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht Bayern, BRK-Kreisvorsitzende Daniela Ludwig, ihr Stellvertreter Freddy Eisner, Angelika Schorer, Präsidentin des BRK, und Martin Schmid, Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Rosenheim.

Anschließend nahmen die Teilnehmer an einer großen Übung auf dem Chiemsee teil, bei der die Einsatzkräfte den Fall simulierten, dass eine Person auf einem SUP das Bewusstsein verloren hat. Eine zweite Person trieb bewusstlos im Wasser. Begleitet von Wasserwacht, Wasserschutzpolizei und BRK konnten die prominenten Gäste und Badegäste am Ufer erleben, wie der entkräftete Paddler von einem Retter von seinem SUP geborgen und an Land gebracht wurde. Die zweite bewusslose Person wurde in der Simulation reanimiert.

Zum Abschluss der Übung gab es für Ilse Aigner von der Wasserwacht Bernau noch ein Geschenk in Form eines Seesterns – die Landtagspräsidentin feierte am Sonntag auch Geburtstag.

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