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Auf dem Gelände der Alten Spinnerei

Lauter Einstand, leiser Abschied: Aus für Brasserie Turbinenhaus in Kolbermoor

Der Eingang zur Brasserie Turbinenhaus auf dem Spinnerei-Gelände in Kolbermoor: Auf diversen Social-Media-Kanälen wurde jetzt das Aus des Gastronomiebetriebs verkündet.
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Der Eingang zur Brasserie Turbinenhaus auf dem Spinnerei-Gelände in Kolbermoor: Auf diversen Social-Media-Kanälen wurde jetzt das Aus des Gastronomiebetriebs verkündet.

Das kam wohl für viele überraschend: Die Brasserie Turbinenhaus in Kolbermoor, die vor zwei Jahren mit einem großen Fest eröffnet hatte, hat jetzt per Social-Media-Post ihr Aus verkündet. Was bislang dazu bekannt ist – und wieso es dennoch weitergehen könnte.

Kolbermoor – Was vor gut zwei Jahren mit einem rauschenden Fest begonnen hatte, endet nun still und leise: Die Brasserie Turbinenhaus an der Alten Spinnerei in Kolbermoor ist Geschichte. Das Aus verkündete der Gastronomiebetrieb am späten Mittwochnachmittag (9. Juli) auf seiner Facebook-Seite. Offen bleibt, welche Gründe die beiden Geschäftsführer Tim Käufl und Tim Hauser dazu bewogen haben, den Betrieb einzustellen. Anfragen dazu seitens der Redaktion ließ das Duo bislang unbeantwortet. Ebenfalls unklar ist, ob die Brasserie eventuell unter neuer Führung in bisheriger Form weiterbetrieben wird.

Rund 800 Gäste hatten am 25. Mai 2023 die Neueröffnung der Brasserie auf dem Gelände der Alten Spinnerei gefeiert. Nur zwei Tage später gab‘s für das damalige Geschäftsführer-Gespann Tim Käufl und Anton Trinkler dann aber einen ersten großen Dämpfer: Denn das Restaurant wurde kurzerhand wieder geschlossen. Der Grund: Küchen- und Service-Qualität entsprach vor allem aufgrund fehlenden Personals nicht den Erwartungen der Verantwortlichen.

Etwa 800 Besucher erlebten die Eröffnung der „Brasserie im Turbinenhaus“ der Alten Spinnerei am 25. Mai 2023 als rauschendes Fest. Nur wenige Tage danach war das Restaurant schon wieder geschlossen.

So sprach Koch Oguzhan Akgül damals gegenüber dem OVB von einer „Katastrophe, nachdem bereits am ersten Tag nur ein Bruchteil des Küchenteams erschienen sei: „Ich stand förmlich allein in der Küche.“ Doch das Unternehmen konnte den Mitarbeiterstamm mit zahlreichen Fachkräften auffüllen, so dass die Brasserie Turbinenhaus am 2. August 2023 einen erfolgreichen Neustart hinlegte. Kein Wunder also, dass Käufl und Trinkler die Zeit damals als „emotionale Achterbahn“ beschrieben hatten.

Doch jetzt ist Schluss, wie der Gastronomiebetrieb per Social-Media-Post mitteilte. „Nach zwei wunderbaren Jahren voller unvergesslicher Momente, Begegnungen, Emotionen und Geschichten heißt es nun: Mit einem weinenden und einem dankbaren Auge schließen wir unsere Türen“, teilte das Unternehmen unter anderem auf Facebook und Instagram mit. „Wir durften so viele besondere Augenblicke mit euch teilen – genau das macht diesen Abschied so schwer.“

Doch was waren die Gründe dafür, dass die beiden Geschäftsführer Käufl und Hauser – Anton Trinkler war nach Angaben des Portals North Data Anfang 2025 ausgestiegen, Tim Hauser zum neuen Geschäftsführer berufen worden – den Betrieb eingestellt haben? Und was passiert mit den Angestellten? Fragen, die zunächst offen bleiben, nachdem Anfragen bei den drei Gastronomen unbeantwortet bleiben.

Viel Lob in den sozialen Medien

Legt man die Kommentare auf Facebook und Instagram zugrunde, die unter den Abschiedsposts der Brasserie gepostet worden sind, kann‘s eigentlich nicht an der Qualität der Küche und des Service gelegen haben. So bezeichnet ein Nutzer das Turbinenhaus als „Highlight“, das „der Gastro-Szene in Kolbermoor fehlen“ werde. Ein anderer kommentiert: „Es war sooooo toll bei euch, einfach einmalig!“ Ein weiterer vermutet gar, dass „Style, Passion und gehobene Küche“, wie es in der Brasserie geboten worden sei, „eine ,Überforderung‘ des lokalen Publikums zu sein scheint“.

Dass es den Gästen dort schlicht und einfach nicht geschmeckt hat oder die Preise zu teuer waren, ist auch aus den Bewertungen bei Google nicht herauszulesen. Ganz im Gegenteil: Mit einem Wert von 4,7 von 5 bei 159 Bewertungen brauchte sich der Gastronomiebetrieb auf dem Spinnerei-Gelände keineswegs vor anderen Restaurants zu verstecken. So beschrieb eine Google-Nutzerin das Ambiente als „graziös und überwältigend“, ihren Kellner als „super freundlich“, das Essen als „absolut genial“. Für einen anderen Nutzer überzeugte die Brasserie „auf ganzer Linie“. Nur selten finden sich negative Bewertungen wie die eines Nutzers, der beispielsweise mit seinem Caesar Salad unzufrieden war. „Für drei Romasalatherzen übergossen mit einer Mayonnaise und darauf lieblos verteiltem Parmesan ist der Preis recht stolz“, kommentierte der Nutzer die 16-Euro-Bestellung.

Laut Vermieter ist ein „Betreiberwechsel“ geplant

Was zukünftig in den Räumlichkeiten der Brasserie Turbinenhaus untergebracht werden wird, bleibt ebenfalls zunächst reine Spekulation. Der Vermieter der Räumlichkeiten, die Werndl Immobilien Management GmbH, antwortet auf eine OVB-Anfrage äußerst knapp. „Da gibt es nicht viel Spannendes, es ist einfach ein Betreiberwechsel geplant“, teilte Geschäftsführer Daniel Hache schriftlich mit. Auf telefonische Rückfrage wollte er sich dann nicht weiter äußern. Wobei das Wort „Betreiberwechsel“ aber darauf hindeutet, dass dort vielleicht nur ein Austausch der Geschäftsleitung stattfinden könnte. Eine Bestätigung oder detaillierte Informationen über eine mögliche Weiterführung gibt es bislang jedoch nicht.

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