Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kam wie Dahlmeier im Karakorum-Gebirge ums Leben

Wochenlang wusste es in seiner Wahlheimat niemand: Der Tod von Hermann Buhl 1957

Der Artikel über den Tod von Hermann Buhl in der Ausgabe des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) vom 18. Juli 1957.
+
Der Artikel über den Tod von Hermann Buhl in der Ausgabe des Oberbayerischen Volksblatts (OVB) vom 18. Juli 1957.

Es dauerte Wochen, bis man in seiner Heimat und der Wahlheimat im Berchtesgadener Land Gewissheit hatte: Vor fast 50 Jahren kam im Karakorum-Gebirge Hermann Buhl ums Leben. Demselben Gebirge, im dem jüngst Laura Dahlmeier ihr Leben lassen musste.

Ramsau bei Berchtesgaden - „Berichte über einen angeblichen Bergsteiger-Tod des Nanga-Parbat-Bezwingers Hermann Buhl im Himalaja-Gebiet waren bis Dienstag noch nicht bestätigt“, meldete das Oberbayerische Volksblatt (OVB) am 17. Juli 1957. „Nach Pressemeldungen aus Lahore soll Buhl, der einer österreichischen Himalaja-Expedition angehört, beim Versuch der Besteigung des Chogolisa (7654 Meter) 300 Meter tief abgestürzt sein. Seine Kameraden hätten drei Tage lang vergeblich nach ihm gesucht. Authentische Nachrichten über das Schicksal Hermann Buhls werden am Mittwoch erwartet. Angeblich soll die österreichische Expedition dann in der Stadt Rawalpindi eintreffen. Der Österreichische Alpenverein hatte die letzte Nachricht von Hermann Buhl und seinen Kameraden am 16. Juni erhalten.“

Der 1924 in Innsbruck geborene Hermann Buhl war ein österreichischer Alpinist und gilt als einer der Pioniere des sogenannten Alpenstils. Er bestieg 1953 als erster Mensch den Nanga Parbat und war vier Jahre später unter den Erstbesteigern des Broad Peak. 1951 heiratete er Eugenie „Generl“, die erst im März dieses Jahres mit 99 Jahren verstarb. Er zog in der Folge an ihren Heimatort Ramsau bei Berchtesgaden. Ihre Töchter sind die Schriftstellerin Kriemhild Buhl sowie Silvia und Ingrid Buhl. Nach nur fünf Jahren Ehe stürzte Buhl dann bei einem Besteigungsversuch der nahe dem Broad Peak befindlichen Chogolisa (7654 m) mit einer Wechte in die Nordwand ab und ist seitdem verschollen.

Wochenlang wusste es in seiner Wahlheimat niemand: Der Tod von Hermann Buhl 1957

Gerade erst spielte sich im Karakorum-Gebirge wieder ein Bergdrama ab: Am Dienstag wurde es traurige Gewissheit: Laura Dahlmeier ist tot. Die frühere Biathlon-Olympiasiegerin wurde bei einer Bergtour von einem Steinschlag getroffen und überlebte zwei Nächte bei eisigen Minusgraden in rund 5700 Metern Höhe nicht. Während die Welt vom Geschehen von ihrem Fall fast in Echtzeit erfuhr, lief die Nachrichtenübermittlung im Fall von Hermann Buhl vor fast 70 Jahren sehr viel langsamer ab.

Laura Dahlmeier ist tot – sie folgt langer trauriger Liste von Kletter-Kollegen

Am 28. Juli 2026 jährt sich der tragische Tod von Laura Dahlmeier zum ersten Mal. Vor ihr verunglückten bereits diverse Kletterinnen und Kletterer tödlich.
Am 28. Juli 2026 jährt sich der tragische Tod von Laura Dahlmeier zum ersten Mal. Vor ihr verunglückten bereits diverse Kletterinnen und Kletterer tödlich. © Instagram / laura_dahlmeier
Laura Dahlmeier ist in Pakistan tödlich verunglückt.
Die frühere deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist bei einem Bergunfall im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben gekommen. Die 31-Jährige wurde von einem Steinschlag auf rund 5700 Meter Höhe getroffen und überlebte den Vorfall nicht. © IMAGO / TT
Scott Fischer war der erste US-Amerikaner, der den 8516 Meter hohen Lhotse bestieg, den vierthöchsten Berg der Welt. Bei einer Expedition an der Südseite des Mount Everest im Jahr 1996 verunglückte Fischer, weil ihm aufgrund eines Schneesturms die Kräfte versagten.
Scott Fischer war der erste US-Amerikaner, der den 8516 Meter hohen Lhotse bestieg, den vierthöchsten Berg der Welt. Bei einer Expedition an der Südseite des Mount Everest im Jahr 1996 verunglückte Fischer, weil ihm aufgrund eines Schneesturms die Kräfte versagten. © IMAGO/Frank Bienewald
Chloé Graftiaux war eine französisch-belgische Wettkampf- und Alpinkletterin. Im August 2010 wurde sie bei einem Felssturz am Mont‑Blanc-Massiv 600 Meter tief mitgerissen – sie war ungesichert unterwegs und kam sofort ums Leben.
Chloé Graftiaux war eine französisch-belgische Wettkampf- und Alpinkletterin. Im August 2010 wurde sie bei einem Felssturz am Mont‑Blanc-Massiv 600 Meter tief mitgerissen – sie war ungesichert unterwegs und kam sofort ums Leben. © ERIC LALMAND
Chloé Graftiaux fing schon im Alter von acht Jahren zu klettern an. Ihre ältere Schwester nahm sie in die Kletterhalle mit, ihr Talent war schnell zu erkennen.
Chloé Graftiaux fing schon im Alter von acht Jahren zu klettern an. Ihre ältere Schwester nahm sie in die Kletterhalle mit, ihr Talent war schnell zu erkennen.  © Imago / ERIC LALMAND
Kurt Albert (56) ist nach seinem 18-Meter-Sturz gestorben.
Kurt Albert war ein Pionier des Sportkletterns aus Deutschland. Er stürzte am 26. September 2010 in Frankenjura etwa 18 Meter ab und starb zwei Tage später an den Folgen. © dpa
Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall.
Dean Potter war ein Pionier im Extreme-Sport – bekannt für Free Solo und Speed-Soloing. Im Mai 2015 unternahm Potter einen Wingsuit-Flug im Yosemite-Nationalpark rund 2290 Meter über dem Valleyboden. Dabei prallte der 43-Jährige an eine Felswand und starb nach dem Aufprall. © Imago / Jimmy Chin
Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab.
Ueli Steck, auch als „Swiss Machine“ bekannt, war einer der bekanntesten Alpinisten. Er hielt unter anderem den Speed-Rekord in der Eiger-Nordwand. 2017 stürzte Steck beim Akklimatisierungstraining am Nuptse (7.861 m) in Nepal tödlich ab.  © imago sportfotodienst
Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt.
Ueli Stecks Leiche wurde schließlich vom italienischen Helikopterpiloten Maurizio Folini auf einer Höhe von rund 6600 Metern geborgen und ins Krankenhaus nach Katmandu überführt. © Sunil Sharma
Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden.
Marc‑André Leclerc erreichte im März 2018 den Gipfel der Mendenhall Türme. Seine Rückkehr wurde für den 7. März erwartet, allerdings kam er nie im Tal an. Die Leiche wurde nie gefunden.  © Screenshot Instagram Marc‑André Leclerc
Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht.
Marc André Leclerc war der erste Mensch, dem die Solo-Besteigung im Winter eines der schwierigsten Berge Patagoniens, dem Torre Egger, gelang. Über ihn wurde sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Marc-André Leclerc: vom Klettern und Sterben des kanadischen Bergsteigers“ gedreht.  © Screenshot Instagram Marc-André Leclerc
Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko.
Brad Gobright war ein US-amerikanischer Free-Solo-Kletterer. Er verunglückte 2019 im Alter von 31 Jahren beim Abseilen der Route El Sendero Luminoso in Mexiko.  © Screenshot Instagram Brad Gobright
Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe.
Gobright war mit seinem Seilpartner Aidan Jacobson unterwegs, als das Unglück passierte. Während Jacobsons Sturz von einem Busch abgebremst wurde, hatte Gobright weit weniger Glück: Der 31-Jährige stürzte rund 300 Meter in die Tiefe. © Screenshot Instagram Brad Gobright
David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe.
David Lama war sowohl im Vorstieg als auch im Bouldern Europameister und zählte zu den besten seines Fachs. Beim Abstieg von der Ostwand des Howse Peaks im April 2019 wurde Lama von einer Lawine erfasst und stürzte im Alter von 28 Jahren etwa 800 Meter in die Tiefe.  © Imago / Capital Pictures
Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben.
Gemeinsam mit David Lama kam auch Hansjörg Auer bei dem Lawineneinsturz ums Leben. Der Pro-Alpinist war ursprünglich Mathematik- und Sportlehrer, bevor er 2008 komplett zum Profibergsteiger überging. Im Alter von 35 Jahren kostete ihn sein Job sein Leben.  © Screenshot Instagram Hansjörg Auer
Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley. Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater.
Der Dritte, der bei dem Unfall von David Lama und Hansjörg Auer in den Tod stürzte, war Jess Roskelley (l. auf dem Bild). Der US-Amerikaner war 2003 mit 20 Jahren der jüngste Bergsteiger, der den Mount Everest erklommen hat. Dies tat er gemeinsam mit seinem Vater.  © Screenshot Instagram Jess Roskelley
Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen.
Das Bild zeigt Jess Roskelley (von l.), Hansjörg Auer und David Lama beim gemeinsamen Bergsteigen. Ihre Leichen wurden am 21. April 2019 von Parks Canada geborgen. © Screenshot Instagram Jess Roskelley
Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte im Juni 2020 bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.
Luce Douady, Fünftplatzierte bei ihrem World-Cup-Debüt im Bouldern, stürzte bei einer Tour nahe Grenoble mit nur 16 Jahren aus 150 Metern in den Tod. Das Ausnahmetalent erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. © Screenshot Instagram Luce Douady
Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco.
Luce Douady (Mitte) wurde Junioren-Weltmeisterin im Bouldern. Das Foto zeigt sie bei der Siegerehrung in Arco.  © Enrico Calderoni, via www.imago-images.de
Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden.
Carlalberto „Cala“ Cimenti ist im Alter von 45 Jahren in den italienischen Alpen ums Leben gekommen. Im Februar 2021 wurde der Skibergsteiger gemeinsam mit einem Freund von einer Lawine erfasst und konnte nur noch tot geborgen werden.  © Screenshot Instagram Cala Cimenti
Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen.
Cimenti hatte sich im Frühjahr 2020 mit dem Coronavirus infiziert, doch wollte seiner Leidenschaft in den Bergen nach einer kurzen Pause wieder nachgehen.  © Screenshot Instagram Cala Cimenti
Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen.
Kacper Tekieli kam im Mai 2023 bei einer Klettertour an der Jungfrau im Berner Oberland ums Leben. Eine Lawine hatte den Bergsteiger erfasst, durch das schlechte Wetter war es den Rettungskräften unmöglich, ihm zur Hilfe zu eilen.  © Screenshot Instagram Kacper Tekieli
Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram.
Kacper Tekieli war bis zu seinem Tod mit der einstigen Weltklasse-Langläuferin Justyna Kowalczyk verheiratet. „Er war mein Ein und Alles“, schrieb Kowalczyk nach dem Unglück um ihren Ehemann auf Instagram.  © Adam Starszynski via www.imago-images.de
Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle.
Im Mai 2024 verunglückte Martin Feistl beim Free Solo in der Spitzenstätter Route an der Südwand der Scharnitzspitze. Der deutsche Alpinist prallte aus 40 Metern auf ein Felsband und wurde auf ein Schneefeld geschleudert. Trotz sofortiger Hilfe verstarb Freistl noch an der Unfallstelle.  © Instagram Martin Freistl
Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh.
Schon Feistls Eltern waren begeisterter Kletterer, weshalb er schon früh zu klettern begann. Bereits im Alter von zehn Jahren bestieg Feistl den 5642 Meter hohen Elbrus und nur vier Jahre später einen 6000 Meter hohen Berg in Ladakh.  © Screenshot Instagram Martin Feistl
Cristian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einem bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte.
Christian Brenna, einer der herausragendsten Kletterer Italiens, starb im Juni 2025 im Alter von 54 Jahren beim Abstieg von der Monte Biaina (ca. 1.350 m) oberhalb des Gardasees. Zunächst rutschte er mehrere Meter in einen bewaldeten Hang, bevor er rund 100 bis 150 Meter tief auf Felsen abstürzte.  © Screenshot Instagram Cristian Brenna
Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre.
Brenna hinterlässt eine fast 40 Jahre andauernde Kletter-Karriere. Er wurde dreifacher italienischer Lead-Champion, stand mehrfach bei Weltcups auf dem Podium und gehörte zu den Ikonen des Sportkletterns der 90er-Jahre. © Screenshot Instagram Cristian Brenna

Bereits am 27. Juni 1957 war Buhl ums Leben gekommen. Hierzulande sollte man davon allerdings noch eine ganze Weile nichts erfahren. „Nach vielen Wochen des Schweigens kam nun die erste Botschaft von der Karakorum-Expedition des Österreichischen Alpenvereins: Nach einer Meldung aus Rawalpindi gelang es den Mitgliedern der unter Leitung von Hermann Buhl stehenden Bergsteigergruppe, erstmals den Gipfel des 8047 Meter hohen Broad Peak im Baltorogebiet des Karakorum-Himalaja zu bezwingen. Die Erstbesteigung glückte am 9. Juni“, meldete das OVB am 4. Juli 1957.

Hunderte beim Abschied in Ramsau

Erst am 18. Juli dann berichtete die Zeitung auf der Titelseite: „Hermann Buhls Tod bestätigt - Die erste amtliche Meldung über den Tod des österreichischen Bergsteigers Hermann Buhl ist am Mittwoch beim Österreichischen Bergsteigerklub in Innsbruck eingetroffen.“ Ein ausführlicher Bericht widmete sich dann seinem Unglück. „Zur selben Stunde, als in Innsbruck die Nachricht vom Tode Hermann Buhls eintraf, kamen auch noch die letzten Berichte aus seiner Hand von der Besteigung des Broad Peak“, heißt es darin. „Meine Mutter stand mit drei kleinen Kindern allein da, das muss sehr hart für sie gewesen sein. Es gab ja nicht einmal Kitas. Aber Ihre Eltern unterstützten sie“, erinnerte sich Kriemhild Bruhl im Gespräch mit unserem Kollegen Dirk Walter vom Münchner Merkur.

Alle Blicke ins Zeitungsarchiv auf der Themenseite:

Alle bisher erschienen Artikel aus der jeden Samstag um 15 Uhr erscheinenden Reihe „Aus dem OVB-Zeitungsarchiv“ findet Ihr ab sofort auf dieser Themenseite. Aber auch diverse zusätzliche Artikel über spektakuläre Kriminalfälle, bekannte Persönlichkeiten der jüngeren Zeitgeschichte sowie andere bedeutende Ereignisse, nacherzählt an Hand von alten Zeitungsartikeln.

„In Ramsau bei Berchtesgaden fand am Samstag eine eindrucksvolle Trauerleier für den im Baltorogletschergebiet des Karakorumgebirges tödlich abgestürzten Hermann Buhl statt“, meldete schließlich das OVB am 30. Juli 1957, „Nach dem Gedächtnisgottesdienst in der Pfarrkirche fand sich am Friedhof eine 300- köpfige Trauergemeinde ein. Die Bergkameraden Buhls hatten eine Gedenkstätte mit dem Bild des unvergesslichen Alpinisten errichtet. Inmitten von Latschen und Alpenblumen lagen Rucksack, Steigeisen und Seil. Die Witwe Buhls stand mit ihrem ältesten Töchterchen Kriemhild, das einen Alpenblumenstrauß in Händen hielt und immer wieder zum Bild seines Vaters blickte, in der ersten Reihe der Trauergäste. [...] Die Trauerfeierlichkeiten klangen aus mit dem von der Ramsauer Blaskapelle gespielten Lied: „Von meinen Bergen muß ich scheiden.“

Kommentare