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Es dauerte Wochen, bis man in seiner Heimat und der Wahlheimat im Berchtesgadener Land Gewissheit hatte: Vor fast 50 Jahren kam im Karakorum-Gebirge Hermann Buhl ums Leben. Demselben Gebirge, im dem jüngst Laura Dahlmeier ihr Leben lassen musste.
Ramsau bei Berchtesgaden - „Berichte über einen angeblichen Bergsteiger-Tod des Nanga-Parbat-Bezwingers Hermann Buhl im Himalaja-Gebiet waren bis Dienstag noch nicht bestätigt“, meldete das Oberbayerische Volksblatt (OVB) am 17. Juli 1957. „Nach Pressemeldungen aus Lahore soll Buhl, der einer österreichischen Himalaja-Expedition angehört, beim Versuch der Besteigung des Chogolisa (7654 Meter) 300 Meter tief abgestürzt sein. Seine Kameraden hätten drei Tage lang vergeblich nach ihm gesucht. Authentische Nachrichten über das Schicksal Hermann Buhls werden am Mittwoch erwartet. Angeblich soll die österreichische Expedition dann in der Stadt Rawalpindi eintreffen. Der Österreichische Alpenverein hatte die letzte Nachricht von Hermann Buhl und seinen Kameraden am 16. Juni erhalten.“
Der 1924 in Innsbruck geborene Hermann Buhl war ein österreichischer Alpinist und gilt als einer der Pioniere des sogenannten Alpenstils. Er bestieg 1953 als erster Mensch den Nanga Parbat und war vier Jahre später unter den Erstbesteigern des Broad Peak. 1951 heiratete er Eugenie „Generl“, die erst im März dieses Jahres mit 99 Jahren verstarb. Er zog in der Folge an ihren Heimatort Ramsau bei Berchtesgaden. Ihre Töchter sind die Schriftstellerin Kriemhild Buhl sowie Silvia und Ingrid Buhl. Nach nur fünf Jahren Ehe stürzte Buhl dann bei einem Besteigungsversuch der nahe dem Broad Peak befindlichen Chogolisa (7654 m) mit einer Wechte in die Nordwand ab und ist seitdem verschollen.
Wochenlang wusste es in seiner Wahlheimat niemand: Der Tod von Hermann Buhl 1957
Gerade erst spielte sich im Karakorum-Gebirge wieder ein Bergdrama ab: Am Dienstag wurde es traurige Gewissheit: Laura Dahlmeier ist tot. Die frühere Biathlon-Olympiasiegerin wurde bei einer Bergtour von einem Steinschlag getroffen und überlebte zwei Nächte bei eisigen Minusgraden in rund 5700 Metern Höhe nicht. Während die Welt vom Geschehen von ihrem Fall fast in Echtzeit erfuhr, lief die Nachrichtenübermittlung im Fall von Hermann Buhl vor fast 70 Jahren sehr viel langsamer ab.
Laura Dahlmeier ist tot – sie folgt langer trauriger Liste von Kletter-Kollegen
Bereits am 27. Juni 1957 war Buhl ums Leben gekommen. Hierzulande sollte man davon allerdings noch eine ganze Weile nichts erfahren. „Nach vielen Wochen des Schweigens kam nun die erste Botschaft von der Karakorum-Expedition des Österreichischen Alpenvereins: Nach einer Meldung aus Rawalpindi gelang es den Mitgliedern der unter Leitung von Hermann Buhl stehenden Bergsteigergruppe, erstmals den Gipfel des 8047 Meter hohen Broad Peak im Baltorogebiet des Karakorum-Himalaja zu bezwingen. Die Erstbesteigung glückte am 9. Juni“, meldete das OVB am 4. Juli 1957.
Hunderte beim Abschied in Ramsau
Erst am 18. Juli dann berichtete die Zeitung auf der Titelseite: „Hermann Buhls Tod bestätigt - Die erste amtliche Meldung über den Tod des österreichischen Bergsteigers Hermann Buhl ist am Mittwoch beim Österreichischen Bergsteigerklub in Innsbruck eingetroffen.“ Ein ausführlicher Bericht widmete sich dann seinem Unglück. „Zur selben Stunde, als in Innsbruck die Nachricht vom Tode Hermann Buhls eintraf, kamen auch noch die letzten Berichte aus seiner Hand von der Besteigung des Broad Peak“, heißt es darin. „Meine Mutter stand mit drei kleinen Kindern allein da, das muss sehr hart für sie gewesen sein. Es gab ja nicht einmal Kitas. Aber Ihre Eltern unterstützten sie“, erinnerte sich Kriemhild Bruhl im Gespräch mit unserem Kollegen Dirk Walter vom Münchner Merkur.
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„In Ramsau bei Berchtesgaden fand am Samstag eine eindrucksvolle Trauerleier für den im Baltorogletschergebiet des Karakorumgebirges tödlich abgestürzten Hermann Buhl statt“, meldete schließlich das OVB am 30. Juli 1957, „Nach dem Gedächtnisgottesdienst in der Pfarrkirche fand sich am Friedhof eine 300- köpfige Trauergemeinde ein. Die Bergkameraden Buhls hatten eine Gedenkstätte mit dem Bild des unvergesslichen Alpinisten errichtet. Inmitten von Latschen und Alpenblumen lagen Rucksack, Steigeisen und Seil. Die Witwe Buhls stand mit ihrem ältesten Töchterchen Kriemhild, das einen Alpenblumenstrauß in Händen hielt und immer wieder zum Bild seines Vaters blickte, in der ersten Reihe der Trauergäste. [...] Die Trauerfeierlichkeiten klangen aus mit dem von der Ramsauer Blaskapelle gespielten Lied: „Von meinen Bergen muß ich scheiden.“