Kinderkrippe, Kindergarten und Hort
Spatenstich am Haus für Kinder in Laufen - Feil: „Man hat uns oft als Deppen hingestellt“
Architekt Markus Fritsche sprach beim Spatenstich von einem „ganz schönen Brocken“. Über fünf Geschosse wird sich der 6,3 Millionen Euro teure Erweiterungsbau am Haus für Kinder erstrecken. Laufens Bürgermeister Hans Feil stellt in Aussicht, ab wann die Kinderkrippe, der Kindergarten und der Hort einziehen dürfen und wie er zu den Diskussionen steht, „dass man die Kinder zu lange in solch unwürdigen Containern untergebracht hat“.
Laufen - Auf einem Areal von 1500 Quadratmetern wird eine Fläche von 470 Quadratmetern in den Abmessungen 14,5 mal 29,5 Meter bebaut, was sich zu einer stattlichen Nutzfläche von 1450 Quadratmeter addiert und zu einem umbauten Raum von 5860 Kubikmeter multipliziert. Am Montagmittag war offizieller Spatenstich.
Schon zuvor hatte die Firma Kraller begonnen, das Erdreich an der Hanglage abzuschieben, um Grundlage für Fundamente für den kommenden Bau zu schaffen, denn im neuen Jahr will Architekt Fritsche mit dem Rohbau „durchstarten“. Der Planer lobte, dass „alte Bräuche“ wie dieser Spatenstich in Laufen gepflegt würden. Zu dem feuchtkalten Wetter zitierte Fritsche kurzerhand den Fuchsn Sepp, einen „oidn Mauramoasta“, mit den Worten: „Da Winter is koa Summa ned!“
Die Stadt muss 3,6 Millionen Euro stemmen
Über die Finanzen informierte Bürgermeister Hans Feil, dessen Verwaltung kürzlich eine Senkung der Hebesätze bei der Grundsteuer bekanntgab, an der Baustelle. Bei kalkulierten Gesamtkosten von 6,3 Millionen Euro rechne man mit einer Förderhöhe von 2,5 Millionen Euro aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG), dazu 174.000 Euro Zuwendungen für Hortplätze und 90.000 Euro aus der heimischen Kehlsteinstiftung, sodass für die Stadt am Ende rund 3,6 Millionen Euro blieben.
Dann ziehen die Kinder aus den Containern um.“
Ab Sommer 2026 soll der Bau nördlich der schon bestehenden Einrichtung je zwei Gruppen der Kinderkrippe, des Kindergartens und des Horts beherbergen. „Dann ziehen die Kinder aus den Containern um“, beschrieb Feil die zuletzt provisorische Unterbringung, zu der auch Geschäftsleiter Christian Reiter etwas zu sagen wusste: „Es gab Diskussionen, dass man die Kinder zu lange in solch unwürdigen Containern untergebracht hat.“ Doch die qualitativ hochwertigen Container seien mit Jugend- und Bauamt abgestimmt worden und von den Mitarbeitern mit „passt gut“ beurteilt worden.
Diese Container hat die Stadt inzwischen käuflich erworben, um sie beim anstehenden Neu- und Umbau der Grund- und Mittelschule für Schulleitung und -verwaltung zu nutzen. Auch zur Verpflegung in der Kinderbetreuung, in der die Stadt seit drei Monaten einen anderen Weg eingeschlagen hat, gibt es gute Neuigkeiten.
„Unterlagen haben rechtzeitiges Handeln ermöglicht“
Früherer Kritik am Handeln der Stadt begegnete Feil mit einem Verweis auf die Sozialraum-Analyse. „Man hat uns oft als Deppen hingestellt“, so der Rathauschef, „doch solche Unterlagen haben der Stadt ein rechtzeitiges Handeln ermöglicht.“ Laut Geschäftsleiter Reiter kämpften andere Gemeinden bei den Kinderbetreuungsplätzen teilweise mit langen Wartelisten, während Laufen diese Wünsche „annähernd zu hundert Prozent“ habe erfüllen können.
Feil warb um Verständnis, dass die Stadt nur ein Projekt nach dem anderen umsetzen könne. „Da geht es erstens um die Man-Power im Rathaus, und zweitens um die finanziellen Mittel.“ Er erinnerte dabei an verwirklichte Projekte wie Laufens Feuerwehr, an die Leobendorfer Grundschule und an den dortigen Neubau der Wehr, dessen Spatenstich vor knapp zwei Jahren erfolgt war. Auch da war das Büro Planquadrat Fritsche mit der Planung betraut.
Fritsche versprach hier in Laufen ebenfalls: „Wir werden die Kosten wieder einhalten.“ Der Bürgermeister wünschte allen Beteiligten ein unfallfreies Arbeiten und lud anschließend zu Weißwürsten mitsamt Erfrischung ein. Der Scherz des Tages: „Heute erkennt man einen Baustellenstart an der Aufstellung eines Dixie-Klos“, legte Geschäftsleiter Reiter vor, was Florian Prechtl von der Firma Kraller so ergänzte: „Früher war es die Kiste Bier.“ (hhö)