Nach Aus für Traditionsbetrieb
Max Aicher plant „Wohnpark Hallgrafenstraße“ in Bad Reichenhall
Etwa 50 neue Wohnungen sollen auf dem Areal des ehemaligen Lebensmittel-Großhandels Moralt in der Hallgrafenstraße entstehen. Der Stadtrat gab am 30. Januar einstimmig grünes Licht für die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens.
Bad Reichenhall – „Mit der Betriebsschließung ist es nur folgerichtig zu überlegen, wie es weitergehen soll“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung. Das Grundstück befindet sich im Bebauungsplan „Fischerbräuwiese“ von 1971, der ohnehin ein allgemeines Wohngebiet festsetzt. Der bisher betriebene Lebensmittelgroßhandel war hier jedoch als Ausnahme zulässig. Die auf den Betrieb zugeschnittenen Festsetzungen ließen aber keine Nachverdichtung für Wohnraum zu, weshalb der Bebauungsplan nun geändert werden muss. Damit soll Wohnraum durch Nachverdichtung geschaffen und eine geordnete städtebauliche Entwicklung sichergestellt werden.
Am Wohnpark sollen zwei Wohnblocks und ein Einfamilienhaus entstehen
Das Unternehmen Max Aicher Immobilien hatte als Planer dem Bauausschuss schon am 29. Januar in nicht-öffentlicher Sitzung eine Bebauungsstudie für die möglichen Neubauten präsentiert. Demnach sollen folgende Gebäude entstehen:
- Zwei viergeschossige Zeilenbauten mit zurückversetztem Dachgeschoss als fünftes Geschoss
- Ein Einfamilienhaus für den Antragsteller
Auch eine Tiefgarage mit Zufahrt aus der Karl-Weiß-Straße sowie ein Spielplatz in der Mitte des Areals sind vorgesehen. Lung sprach davon, dass die Wohnungen wohl „weitestgehend beim Eigentümer bleiben“ würden, was für Mietwohnungen spricht.
Wohnungen mit Mietpreisbindung nicht ausgeschlossen
Die Firma Aicher baut derzeit bereits in der Frühlingstraße 137 neue Wohnungen. Für 32 von ihnen gibt es eine vertragliche Mietpreisbindung, wonach der Wohnraum für nicht mehr als 9,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden darf. Ania Winter (FWG) sprach sich daher auch bei dem neuen Projekt in der Hallgrafenstraße für eine „sozial gebundene Wohnungsnutzung“ aus, schließlich seien die Neubauten auch ein deutlicher Gewinn für den Eigentümer. Lung erklärte, dass er bereits im Bauausschuss darauf hingewiesen habe, dass diese Frage im Stadtrat aufkommen würde. Die Bauten in der Frühlingstraße seien zweieinhalbmal größer und noch sei nicht ganz klar, wie groß das neue Projekt werde. Grundsätzlich sei von Seiten des Eigentümers jedoch die Bereitsschaft da, „zu schauen, was dort möglich ist.“
Werner Mägerle (Liste Lackner) erwähnte die unmittelbare Nähe des Bauhofs, der zu klein sei und somit erweitert werden könnte. Lung lehnte allerdings eine solche Idee im Hinblick auf das Wohngebiet ab. „Die Anwohner haben ein berechtigtes Interesse, vor Immissionen geschützt zu sein.“ Michael Nürbauer (Grüne/SPD) konnte sich gut mit dem Projekt anfreunden. Es entstünden Wohnungen, der Baumbestand sei schön und der Kinderspielplatz sei „vom Standort her günstig“. Einstimmig nahmen schließlich die Stadtratsmitglieder den Antrag zur Änderung des Bebauungsplans an. Die Verwaltung wurde mit der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens beauftragt und soll die öffentliche Beteiligung vorbereiten.
mf
