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Fast immer tödlich

Borna-Virus schlägt erneut zu: Zweites Todesopfer in Oberbayern innerhalb weniger Wochen

In Pfaffenhofen ist ein sportlich aktiver Familienvater (Mitte 50) am Borna-Virus gestorben. Feldspitzmäuse übertragen die Krankheit (Symbolfotos).
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Dass zwei Menschen im gleichen Landkreis fast zeitgleich an dem äußerst seltenen Virus erkranken und versterben, sorgt überregional für Aufsehen. (Symbolfotos).

Zwei Todesfälle binnen weniger Wochen, ein tödliches Virus und viele offene Fragen: In Pfaffenhofen an der Ilm ist auch der zweite mit dem Borna-Virus infizierte Patient gestorben. Die seltene, meist tödlich verlaufende Krankheit sorgt in der Region weiter für große Verunsicherung – Experten rätseln über die Infektionswege.

Pfaffenhofen an der Ilm – Die schlimmste Befürchtung hat sich bestätigt: Nach wochenlangem Kampf im Krankenhaus ist auch der zweite Borna-Patient aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen gestorben. Das teilte das Landratsamt am Dienstag mit. Damit forderte das seltene, aber höchst gefährliche Virus innerhalb kürzester Zeit zwei Menschenleben in derselben Region – ein tragischer und bislang unerklärlicher Zusammenhang, der Experten weiterhin vor viele offene Fragen stellt.

Bereits Anfang Juni war ein erster Mann an den Folgen einer Borna-Virus-Infektion verstorben. Nun ist auch der zweite betroffene Patient seinem Leiden erlegen. In beiden Fällen war eine Infektion mit dem Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) festgestellt worden – einem Erreger, der schwere Entzündungen des Gehirns hervorrufen kann und meist tödlich verläuft.

Zwei Fälle, keine Erklärung – Experten untersuchen

Dass zwei Menschen im gleichen Landkreis fast zeitgleich an dem äußerst seltenen Virus erkranken und versterben, sorgt überregional für Aufsehen. Bislang gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob ein direkter Zusammenhang besteht. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht derzeit die Infektionswege. Klar ist bisher nur: BoDV-1 wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen – sondern geht vermutlich von infizierten Feldspitzmäusen auf den Menschen über.

Virus in Urin, Kot und Speichel – Risiko bei Gartenarbeit

Die Feldspitzmaus gilt als natürliches Reservoir des Virus. Sie scheidet den Erreger über Urin, Kot und Speichel aus. Wie genau das Virus auf den Menschen übergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Fachleute raten daher zur Vorsicht: Tote oder lebende Mäuse sollten niemals mit bloßen Händen berührt werden. Auch beim Reinigen von Gartenschuppen, Scheunen oder Kellerräumen sollte eine Maske getragen werden, um den Kontakt mit kontaminierten Stäuben zu vermeiden.

Infektion oft tödlich – Therapie begrenzt

Eine Infektion mit dem Bornavirus verläuft meist dramatisch. Es kommt zu schweren Gehirnentzündungen, Verwirrtheit, Fieber, Krampfanfällen – und in vielen Fällen zum Tod. Eine spezifische Therapie gibt es bislang nicht. Zwar setzen Ärzte auf antivirale und immunsupprimierende Mittel, doch oft ist es die eigene überschießende Immunantwort, die den größten Schaden anrichtet. Seit 2020 ist BoDV-1 in Deutschland meldepflichtig.

Landrat spricht von tragischem Zufall

Bisher wurden deutschlandweit 57 Erkrankungsfälle nachgewiesen – die meisten davon in Bayern. Besonders betroffen sind Menschen, die am Ortsrand leben oder engen Kontakt zu Scheunen und Gärten haben. Die Häufung in Pfaffenhofen wirft nun dennoch neue Fragen auf. Landrat Albert Gürtner hatte schon nach dem ersten Todesfall betont, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen tragischen Zufall handle – auch wenn die Sorge in der Bevölkerung wachse. Das Landratsamt organisierte Mitte Juni eine Infoveranstaltung für besorgte Bürgerinnen und Bürger.

Ob sich diese Sorgen weiter verdichten, wird nun auch von den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen abhängen. Für die beiden betroffenen Familien bedeutet das Virus jedoch schon jetzt eine unaussprechliche Tragödie. (mz)

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