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Seltene Krankheit

Bornavirus-Fälle in Oberbayern: Zwei Betroffene – Landrat vermutet „tragischen Zufall“

In einer kleinen Ortschaft in Oberbayern haben sich zwei Menschen mit dem seltenen, aber tödlichen Bornavirus infiziert. Fachleute empfehlen Vorsicht.

Pfaffenhofen – In der oberbayerischen Gemeinde Pfaffenhofen an der Ilm sind innerhalb kurzer Zeit zwei Männer an dem seltenen, aber potenziell tödlichen Bornavirus (Borna Disease Virus 1, BoDV-1) erkrankt. Einer der beiden Patienten verstarb, der andere wird derzeit intensivmedizinisch behandelt. Beide Männer sind mittleren Alters, eine persönliche Verbindung zwischen ihnen ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht bekannt.

Die genauen Infektionswege sind bislang unklar. Gesundheitsbehörden vor Ort und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) arbeiten eng zusammen, um die Fälle aufzuklären und die Bevölkerung über mögliche Schutzmaßnahmen zu informieren, berichtet BR24.

In Bayern ist ein Mann am Borna-Virus gestorben (Symbolbild).

Landrat meldet sich nach Bornavirus-Fällen in Bayern Wort: „Ein tragischer Zufall“

Landrat Albert Gürtner äußerte sich gegenüber Focus Online zu den Fällen: „Wir gehen momentan davon aus, dass es ein tragischer Zufall ist“, erklärte er. Gürtner betont, dass keine akute Gefahr für die Allgemeinheit bestehe. Dennoch ruft er zur Vorsicht auf: „Auf keinen Fall Ausscheidungen von Tieren anfassen bzw. auch keine toten Tiere. Wichtig ist da vor allem die Aufklärung der Kinder.“

Um Gerüchten und Spekulationen vorzubeugen, plant der Landkreis eine Online-Informationsveranstaltung: „Dass keine Gerüchte auftauchen. Der Flurfunk ist ja meistens am schlimmsten. Man sollte neutral und offen informieren.“

Besonders Bayern gilt in Deutschland als Kerngebiet des des tödlichen Borna-Virus (BoDV-1). Die Spitzmaus (Crocidura leucodon) gilt als Hauptträger. (Archivbild)

Bornavirus in ganz Bayern verbreitet: Menschen nur in seltenen Fällen betroffen

Besonders gefährdet sind Menschen, die viel Zeit in der Natur verbringen oder in Bereichen arbeiten, in denen sie Kontakt zu den Lebensräumen der Feldspitzmaus haben könnten. Die Erkrankung verläuft in der Regel sehr schwer: Sie führt zu einer akuten Gehirnentzündung und endet häufig tödlich. Frühe Symptome sind meist unspezifisch – etwa Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Das BoDV-1 ist ein seltenes Virus, das in Deutschland hauptsächlich von der Feldspitzmaus übertragen wird. Die Tiere scheiden das Virus über Urin, Kot und Speichel aus. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt vermutlich durch Kontakt mit kontaminierten Ausscheidungen oder indirekt über verunreinigte Erde, Wasser oder Lebensmittel. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gilt nach aktuellem Wissensstand als ausgeschlossen.

Besonders gefährdet sind Menschen, die viel Zeit in der Natur verbringen oder in Bereichen arbeiten, in denen sie Kontakt zu den Lebensräumen der Feldspitzmaus haben könnten. Die Erkrankung verläuft in der Regel sehr schwer: Sie führt zu einer akuten Gehirnentzündung und endet häufig tödlich. Frühe Symptome sind meist unspezifisch – etwa Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Das Robert Koch-Institut rät zu mehreren Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor dem Bornavirus.

Schutzempfehlungen vor dem Bornavirus:

  • Kontaktvermeidung mit Nagetieren und deren Ausscheidungen
  • Schutz bei Reinigungsarbeiten potenziell kontaminierter Bereiche, wie Schuppen oder Gartenhäuser,
  • Gründliche Desinfektion von Oberflächen und Räumen in denen Kontakt zu Tieren besteht
  • Sichere Entsorgung toter Tiere
  • Wohn- und Lagerräume nagetierfrei halten

Seit dem ersten dokumentierten menschlichen Fall im Jahr 2018 wurden über 40 Infektionen registriert – die meisten davon in Bayern. (jus)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Cigdem Simsek

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