Nicht ungefährlich
Eisendünger gegen Moos im Rasen – was Experten raten
Eine sattgrüne, moosfreie Rasenfläche ist der Traum von Gartenbesitzern. Der Einsatz von Eisendünger bringt schnelle Ergebnisse, hat jedoch auch Schattenseiten.
Ist Eisendünger das Mittel der Wahl für einen unkrautfreien, gesunden Rasen? „Ideal gegen Moos“ und „supergrün“ versprechen die Hersteller bei Auslobung der Produkte. Er soll nicht nur dem Rasen, sondern auch Zierpflanzen und Gehölzen innerhalb von drei Tagen ein kräftiges Grün verleihen und aus einer braunen, verfilzten Grasfläche einen Vorzeigerasen machen, indem alle Mangelsymptome beseitigt werden. Eisendünger enthält neben Eisen auch Stickstoff, Kalium und andere wichtige Nährstoffe für die Pflanzen. Doch die Anwendung kann auch schwere Nebenwirkungen haben.
Beim Auftragen des Eisendüngers wird Schutzkleidung empfohlen
Ein gelblich-braun verfärbter Rasen kann ein Anzeichen für eine Eisenmangel-Chlorose sein – ein nicht seltenes Problem des Zierrasens. Eisendünger ergänzt die fehlenden Nährstoffe, fördert den Neuaustrieb des Grases und wirkt nebenbei auch noch gegen Unkraut und Moosbewuchs im Rasen. Der Erfolg gibt dem Verkauf des Produkts anscheinend Recht. Vor allem im Frühjahr ist Eisenmangel ein beliebter Starter für den wintermüden Rasen.
Für das Gras ist das Produkt gut verträglich, für den Anwender weniger. Gärtner Peter Rasch warnt im NDR Fernsehen, dass man von dem Produkt im wahrsten Sinne die Finger lassen sollte, denn Eisen(II)-Sulfat kann giftige Schwefelsäure freisetzen: „Das Zeug ist wirklich stark reizend. Ihre Enkel, Ihre kleinen Kinder, die kleinen Hasen, der Hund – alles, was über den Rasen läuft, wird quasi vergiftet“. Schon das Einatmen des Staubes kann die Schleimhäute stark reizen, der direkte Kontakt mit Haut oder Augen ist mehr oder weniger ätzend. Bei der Anwendung des Eisendüngers sollte man daher Schutzanzug, Atemmaske, Brille sowie säurefeste Schuhe und Handschuhe tragen, rät Rasch. Mein-schoener-garten.de empfiehlt, Kinder und Haustiere nach der Behandlung erstmal vom Rasen fernzuhalten und das Gras erst nach gründlichem Gießen oder einem Regenguss wieder zu betreten.
Gelangt der Eisendünger versehentlich, beispielsweise indem man ihn über das Schuhwerk verbreitet, auf Steinplatten, kann das Mittel unschöne Rostflecke hinterlassen, die sich nicht entfernen lassen. Daher sollte man das Granulat sofort trocken abkehren.
Eisendünger kann Moosbewuchs fördern
Die Verwendung von Eisensulfat hat laut Peter Rasch aber noch eine weitere Folge: Der pH-Wert des Rasens wird auf Dauer gesenkt, was den Wuchs des Rasens bremst, die unerwünschte Moosbildung fördert und sozusagen den gegenteiligen Effekt hat, den man eigentlich erreichen wollte.
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Bevor man das Mittel einsetzt, ist es daher sinnvoll, zuerst die Ursachen für den matten Rasen und Moosbewuchs zu finden – denn oftmals liegt es an mangelnder Pflege, Staunässe oder einem verdichteten Boden. Fehlen nur Nährstoffe, ist ein mineralischer oder natürlicher organischer Dünger oftmals ausreichend, bei einem unpassenden pH-Wert bringt das Kalken des Rasens diesen wieder ins Lot. Liegt der Rasen im Schatten und ist eher anfälliger für Moos, kann auch eine spezielle Schattenrasenmischung helfen. Mit dem Vertikutieren lässt sich ebenfalls Moos beseitigen. In jedem Fall gibt eine Bodenanalyse vorab Aufschluss, wie es um das Gras steht.
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