Richtiger Zeitpunkt
Sollte man den Rasen im Frühjahr kalken oder nicht? Was Experten raten
Das Kalken des Rasens ist ebenso wichtig wie das Mähen. Doch bevor man loslegt, sollte man einige Dinge beachten, damit der Schaden nicht größer ist als der Nutzen.
Im Frühjahr geht es mit der Rasenpflege wieder richtig los. Neben Mähen, Vertikutieren und Nachsäen stellt sich Hobbygärtnern oft die Frage, ob der Rasen gesund genug ist und ob das Gras gekalkt werden muss. Ein dicht gewachsener, saftig grüner Rasen spricht für sich, doch wenn die Halme müde und blass wirken, ist eine Kalkkur vielleicht sinnvoll. Bevor man diesen ausstreut, ist aber eine genauere Prüfung des Bodens wichtig. Denn eine Überkalkung kann den Wuchs von Weißklee und Unkraut begünstigen und dazu führen, dass die Graswurzeln nötige Spurenelemente schlechter aufnehmen.
Vor dem Kalken des Rasens pH-Wert im Boden messen
Das Düngen des Rasens gehört auch zu den nötigen Gartenarbeiten im Frühjahr. Damit die Gräser die Nährstoffe aufnehmen können und die Mikroorganismen in der Erde gute Lebensbedingungen vorfinden, muss der pH-Wert des Bodens im richtigen Bereich liegen – ist er zu sauer, wird der Prozess erschwert. Auch Moos und Unkräuter können sich stärker ausbreiten, erklärt Bodenanalyse-zentrum.de. Weißklee hingegen kann ein Anzeichen für einen alkalischen Boden sein. Für einen gesunden Rasen ist der Boden am besten leicht sauer bis neutral, mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7. Dies richtet sich auch nach der Bodenart: Leichte Böden benötigen bei einem pH-Wert unter 5,5 Kalk, um den Boden alkalischer zu machen, schwere Böden unter einem Wert von 6,5.
Gartenarbeit im März - die übersichtliche Checkliste
Um zu ermitteln, ob der Rasen Kalk benötigt oder ob seine Probleme nicht anderer Natur sind, rät Gärtner Peter Rasch im NDR Fernsehen zu einem einfachen pH-Wert-Test aus dem Gartenfachhandel oder der Apotheke. Dann benötigt man nur noch eine Erdprobe und destilliertes Wasser, um schnell an das Ergebnis zu kommen. Spätestens alle fünf Jahre empfiehlt Rasch eine gründliche Bodenanalyse. Ist der pH-Wert zu niedrig, rechnet der Experte als groben Richtwert auf leichten, sandigen Böden mit etwa 100 Gramm Kalk pro Quadratmeter. Bei lehmigen Böden können 300 Gramm Kalk pro Quadratmeter angemessen sein.
Rasenpflege rund ums Jahr: Die wichtigsten Arbeiten von Säen bis Mähen




Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kalken und Düngen?
In der Regel muss der Rasen nur alle ein bis zwei Jahre Jahr gekalkt werden – am besten an einem wolkigen und trockenen Tag. Der richtige Zeitpunkt dafür liegt im zeitigen Frühjahr vor Beginn der Wachstumsphase des Rasens, spätestens bis Mitte April. Auch bei einer Neuanlage des Rasens kann es sinnvoll sein. Vor dem Kalken ist das Vertikutieren sinnvoll. Laut Gartenexperte Dieke van Dieken auf Mein-schoener-garten.de ist nach dem Ausbringen das Wässern des Rasens nötig, wenn kein Regen in Sicht ist. Zwischen Kalken und Düngen sollte immer ausreichend Zeit liegen, damit sich ihre Wirkung nicht gegenseitig aufhebt. Hierbei gilt: Immer erst kalken, dann düngen. Dazwischen sollten wenigstens vier Wochen liegen, besser mehr.
Der richtige Kalk
Im Gartenfachhandel findet man speziellen Rasenkalk. Kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat) ist gut geeignet. Gesteinsmehl und Algenkalk enthalten zusätzliche Nährstoffe. Branntkalk oder Löschkalk hingegen sollte man laut Bodenanalyse-zentrum.de keinesfalls verwenden, da sie Gesundheitsschäden wie Verätzungen verursachen können. Am besten verwendet man für das Kalken einen Streuwagen, um die richtige Dosierung zu erleichtern.
Rubriklistenbild: © Redeleit/Imago
