Nicht in den Wald
Grünschnitt richtig entsorgen – drei Ideen, wie man Zweige und Verblühtes sinnvoll nutzen kann
Gartenabfälle in der freien Natur abzuladen, ist verboten. Außerdem kann dies den heimischen Pflanzen nachhaltig schaden. Es gibt praktische Alternativen.
Im Herbst fällt nicht nur Laub von den Bäumen, auch im Garten wird vor dem Winter noch ordentlich aufgeräumt: Verwelkte Blüten, und vertrocknete Zweige fallen der Schere zum Opfer. Obstbäume und manche Sträucher bekommen noch einen Pflege-Rückschnitt, um die Pflanzen gesund zu halten. Wer nicht das Glück hat, dass die Gemeinde regelmäßig den Grünschnitt abholt, steht jetzt vor der Frage: wohin mit all dem Gezweig?
Grünschnitt auf keinen Fall in der freien Landschaft oder an Waldrändern abladen
Der ganze Pflanzenzuwachs des Sommers bringt einen Komposthaufen schnell an seine Grenzen. Der BUND-Landesverband Niedersachsen e.V. rät dringend dazu, Grünschnitt, Stauden und Gehölzreste nicht irgendwo in der Landschaft oder an Waldrändern zu entsorgen. Denn „das verunstaltet nicht nur die Natur, sondern führt auch zur Verwilderung von Gartenpflanzen, die in der freien Landschaft heimische Arten verdrängen und somit die heimische Flora verfälschen“, erklärt Bernd Quellmalz vom BUND.
Im Garten wachsen oftmals invasive Arten wie die Kanadische Goldrute, die Lupine oder die Späte Traubenkirsche, die in Deutschland nicht heimisch sind – manch Hobbygärtner ist sich dessen gar nicht immer bewusst. So wurde beispielsweise die heimische Bibernell-Rose in den Dünen Norddeutschlands durch die eingebürgerte Kartoffel-Rose aus Asien stark verdrängt.
Je nach Bundesland kann das Abladen von Grünschnitt oder Erde in der Landschaft laut bussgeldkatalog.org auch teuer werden, dann man muss mit empfindlichen Bußgeldern bis zu 2500 Euro rechnen.
Grünschnitt richtig entsorgen: Drei Methoden
Um die großen Mengen an Blatt- und Astwerk zu entsorgen, ist naheliegend, diese zu örtlichen Wertstoffhöfen zu bringen. Dicke Äste, Baumstämme über zwei Meter Länge und Erdaushub sollte man mit einem Container abholen lassen, diese werden von Wertstoffhöfen in der Regel nicht angenommen. Aber auch im eigenen Garten lässt sich Grünschnitt zum Teil sinnvoll verwerten:
- Ein paar Laub- und Asthaufen im Garten liegen lassen: Sie bieten Tieren wie Igeln und Erdkröten Unterschlupf; vertrocknete Blütenstände liefern Vogelfutter für Körnerfresser.
- Rasenschnitt, Laub und zerkleinerte Zweige ergeben Mulch: Wer eine drei bis fünf Zentimeter dicke Schicht Grünschnitt auf den Beeten verteilt, schützt Boden sowie Pflanzenwurzeln und verhindert Unkrautbewuchs.
- Lange Zweige und dickere Äste lassen sich mit etwas Platz im Garten zu einer Benjeshecke verbauen. Außerdem eigenen sie sich gut als Grundlage für ein selbst gemachtes Hochbeet.
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Auch das Verbrennen von Grünschnitt ist übrigens verboten – dabei entstehen Schadstoffe und Feinstaub, außerdem werden Kleintiere gefährdet, die sich dazwischen verstecken.
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