Mieten-Check-Liste
Zu hohe Mieten in diesen Städten: So können Sie sich jetzt wehren
In vielen Städten müssen Menschen zu viel Miete bezahlen. Die Opposition will im „Kampf gegen überhöhte Mieten“ unterstützen.
Berlin – Wohnen wird in Deutschland immer öfter zum Luxusgut. Steigende Baukosten sowie hohe Mieten und Nebenkosten belasten viele Menschen stark. Gerade in Ballungsräumen herrscht vielerorts Wohnungsnot und Mieten schießen aufgrund des knappen Angebots schnell in die Höhe – manchmal auch zu Unrecht. Wenn ein Vermieter zu viel verlangt, kann er dafür bestraft werden. Um unzulässig hohe Mieten aufzudecken, hat die Linke einen „Mietwucher-Check“ eingeführt. Laut eigener Aussage haben dabei über 120.000 Menschen ihre Miete überprüft. Tausende seien dabei auf Wuchermieten aufmerksam geworden.
120.000 Menschen prüfen, ob ihre Miete zu hoch ist
„Mieterinnen und Mieter zahlen monatlich Millionen Euro überhöhter Mieten. Im letzten halben Jahr wurden mit der Mietwucher.App der Linken im Bundestag über 120.000 Mal Mieten überprüft. Über 4500 Meldungen von Mietpreisüberhöhungen gingen über die App an die zuständigen Ämter, welche verpflichtet sind, die Meldungen zu prüfen“, sagt die wohnungspolitische Sprecherin der Linken, Caren Lay, im Bundestag über das viel genutzte Portal der Partei.
Wer den Verdacht hat, zu viel an seinen Vermieter zu bezahlen, kann auf der Website verschiedene Daten zu seiner Wohnung angeben. Die Kaltmiete wird dann mit der ortsüblichen Miete verglichen. Wird diese um 20 oder mehr Prozent überschritten, könnte es sich um Mietwucher handeln. Über die Linken-Plattform können Menschen diesen Verdacht dann direkt an die Behörden zur Prüfung geben.
Berlin, Hamburg, München - Mietwucher überall in Verdacht
Die genauen Zahlen zu Miethöhe und in welcher Stadt die meisten Verstöße verdächtigt werden, liegen dieser Redaktion vor. So haben von insgesamt knapp 124.000 Menschen (Stand 21. Mai 2025) 54.000 aus Berlin den Check gemacht. Davon besteht bei 38.000 der Verdacht, dass ihre Miete 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt; in 22.000 Fällen sogar 50 Prozent höher. Die Hauptstadt ist damit klarer Spitzenreiter, gefolgt von Hamburg und München. Es liegen Zahlen für insgesamt neun Städte vor – die Daten lassen sich jedoch nicht überprüfen und sind auch nicht repräsentativ.
| Stadt | Eingereichte Fälle | Durchschn. Nettokaltmiete/qm | Überschreitung ortsübl. Miete |
| Berlin | 54.071 | 13,64 € | 51% |
| Dortmund | 2976 | 10,68 € | 45% |
| Erfurt | 3866 | 9,32 € | 55% |
| Freiburg | 5330 | 15,62 € | 29% |
| Hamburg | 23.551 | 14,77 € | 39% |
| Hannover | 8305 | 10,59 € | 33% |
| Leipzig | 13.766 | 9,61 € | 39% |
| München | 11.137 | 19,99 € | 52% |
| Potsdam | 905 | 12,58 € | 34% |
| Gesamt | 123.907 | 13,64 € | 45% |
Für Mietenpolitikerin Lay sind diese Zahlen ein Erfolg. Die Partei brachte in dieser Sitzungswoche außerdem einen Gesetzentwurf zur „besseren Bekämpfung überhöhter Mieten“ in den Bundestag ein. Dieser würde Lay zufolge dafür sorgen, „dass die Kommunen unzulässig hohe Mieten endlich wirkungsvoll verfolgen und die zu viel gezahlten Mieten für die Mieterinnen und Mieter zurückfordern können“. Die Linke Bundestagsabgeornete weiter: „Wenn die Behörden in den bereits jetzt mithilfe unserer Mietwucher.App gemeldeten 4500 Fällen von überteuerten Mieten auf das zulässige Maß senken würden, ergäbe das eine Ersparnis von über einer Million Euro für diese Miethaushalte.“
Druck auf Kanzler Merz und Bauministerin Hubertz
Die Linken-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner betont der Frankfurter Rundschau gegenüber, dass ihre Partei auch aus der Opposition heraus wichtige Arbeit mache: „Die Linke ist anders als andere Parteien. Wir haben schon im Wahlkampf praktisch geholfen, die Wohnkosten zu senken. Mit unserem Heizkostencheck und derm Mietwucher-Rechner der Linken im Bundestag haben wir den Mieterinnen schon mehr geholfen als andere in einer ganzen Regierungsperiode“, so die Parteichefin. „Wir werden als Linke an diesem Thema dran bleiben und insbesondere den Mietendeckel bundesweit erkämpfen.“
Die Aktion der Linken zeigt, dass der Druck auf dem Mietmarkt wächst. Das wissen auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – der deshalb die Devise „Bauen, Bauen, Bauen“ ausgerufen hat – und seine Bauministerin Verena Hubertz (SPD). Zuletzt betonten beide beim Tag der Bauindustrie, durch weniger Regulierungen und kürzere Planungsphasen für mehr und günstigeren Neubau sorgen zu wollen – um damit „einer der größten sozialen Fragen unserer Zeit“, zu begegnen, wie Merz sagte.
Rubriklistenbild: © IMAGO/ Christian Ohde/ dts Nachrichtenagentur
