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Unerwartetes Kompliment

Trump lobt im Zoll-Streit plötzlich die EU: „Sehr schlau“

Die EU bekommt aus dem Weißen Haus ein seltenes Lob. US-Präsident Trump nennt die Europäischen Union „smart“, nachdem diese eine Pause bei den „Vergeltungszöllen“ gegen Amerika angekündigt hatte.

US-Präsident Donald Trump hat den vorläufigen Verzicht der Europäischen Union auf Gegenzölle „smart“ genannt. Das sei „sehr schlau“, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington. Nach Trumps Kehrtwende im Zollstreit hatte die EU ihre bereits beschlossene Gegenzölle für 90 Tage ausgesetzt. Trump sagte dazu, die EU sei „bereit zur Vergeltung“ gewesen. Dann hätten sich die Europäer aber anders entschieden, als sie sein hartes Vorgehen gegen China beobachtet hätten. Für China gelten nach Angaben des Weißen Hauses nun US-Zollaufschläge von insgesamt 145 Prozent.

Trump: EU wurde gegründet, um die USA auszunutzen

Auf die Frage, ob er bei Verhandlungen die EU als Einheit oder als individuelle Staaten betrachten würde, antwortete der US-Präsident: „Wir sehen sie als einen Block.“ Trump wiederholte auch den bekannten Vorwurf, dass die EU nur gegründet worden sei, um die USA auszunutzen.

Trump hatte am Mittwoch eine 90-tägige „Pause“ in seinem Handelsstreit mit den meisten Ländern angekündigt. Die EU setzte daraufhin ihre Gegenzölle ebenfalls für 90 Tage aus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begründete dies mit der Chance für Verhandlungen. Die von Trump ausgerufene Zoll-„Pause“ gilt allerdings nicht für alle Produkte und Länder. Bei Stahl und Aluminium sowie Autos bleiben US-Zölle in Höhe von 25 Prozent bestehen. Für China erhöhte Trump den Zollsatz sogar auf 145 Prozent. Der Präsident begründet dies mit den chinesischen Gegenzöllen.

Französischer Präsident: Nur eine „fragile Pause“ im Handelsstreit um US-Zölle

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, dass die Aussetzung der Zölle für 90 Tage auszusetzen, nur eine „fragile Pause“ zulasse. „Die teilweise Aussetzung der amerikanischen Zölle für 90 Tage sendet ein Signal aus und lässt die Tür für Gespräche offen. Aber diese Pause ist zerbrechlich“, schrieb Macron auf X.

Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer

Die Strafzölle der neuen US-Regierung zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab
Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen.
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig.  © Ulrich Roth/Imago
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago

Die Pause sei fragil, weil die Zölle von 25 Prozent auf Stahl, Aluminium und Automobile und die Zölle von 10 Prozent auf alle anderen Produkte immer noch in Kraft seien, sagte der französische Präsident: „Sie bedeuten 52 Milliarden Euro für die Europäische Union.“ Außerdem bedeutete die 90-tägige Pause viel Unsicherheit für alle betroffenen Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks und darüber hinaus.

Experten: Jüngsten Turbulenzen bei US-Staatsanleihen sorgen für Umdenken

US-Finanzminister Scott Bessent hingegen gab sich demonstrativ gelassen. Er sehe an den Märkten „nichts Ungewöhnliches“, betonte er. Der Anleihemarkt entwickle sich „erfolgreich“. Experten führen Trumps Umdenken bei den Zöllen vor allem auf die jüngsten Turbulenzen bei US-Staatsanleihen zurück. Anleger stießen die Papiere zuletzt in großen Mengen ab, wodurch die Renditen stiegen. Das bedeutet: Die USA müssen tendenziell mehr zahlen, um sich am Markt Geld zu leihen.

US-Haushaltsdefizit erreicht einen Höchststand

Auch andere wirtschaftliche Kennzahlen werden für die Trump-Regierung zum Problem. Das US-Haushaltsdefizit stieg im Sechs-Monats-Zeitraum von Oktober bis März deutlich an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich die Lücke zwischen Staatseinnahmen und -ausgaben um 23 Prozent. Sie liegt nun bei 1,3 Billionen US-Dollar (rund 1,18 Billionen Euro).

Es war das zweithöchste Defizit in den ersten sechs Monaten eines Fiskaljahres nach dem Rekorddefizit von 1,706 Billionen Dollar im Fiskaljahr 2021. Die Lücke kam damals vor allem durch COVID-19-bedingte Ausgabenerhöhungen und Einnahmenkürzungen zustanden.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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