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Klimawandel

Trotz Gegenwind: EU kurz vor Klimazielen 2030

Die EU soll kurz vor dem Erreichen der Klimaziele für 2030 stehen. Gleichzeitig sind sich Wirtschaft und Umweltverbände uneinig über die Prioritäten.

Brüssel – Die europäische Wirtschaft strauchelt. Mit weniger Bürokratie und billigerer Energie will die EU-Kommission diese wieder auf Wachstumskurs bringen. Das befeuert die Sorge, dass die Klimaziele so auf der Strecke bleiben – neuen Daten zufolge ist die EU fast auf Kurs, die Ziele für 2030 zu erreichen. Der Weg zur geplanten Klimaneutralität bleibt jedoch weit.

„So nah, wie man nur kommen könne“: EU kurz vor Klimazielen 2030

Die Financial Times hat mit drei EU-Beamten gesprochen, die mit den Daten vertraut sind. Demnach wird die Europäische Kommission in der kommenden Woche verkünden, dass die Europäische Union ihrem Klimaziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, nahezu vollständig gerecht wird. Den Angaben zufolge liegt die prognostizierte Reduktion bei etwa 54 Prozent, wie ein Beamter erklärte.

Ein anderer ranghoher EU-Vertreter bezeichnete die Ergebnisse als „überraschend gut“ und betonte, dass der Staatenbund das 55-Prozent-Ziel zwar knapp verfehle, aber „so nah dran sei, wie man nur kommen könne.“ Die Zahlen sollen die EU-Kommission stützen, die Klimaziele weiter zu verteidigen – und gegensätzlich aktueller Gespräch die Verpflichtungen der EU-Länder nicht zu lockern.

Der größte Teil des Emissionsrückgangs in der EU stammt aus dem Energiesektor. (Symbolbild)

„Auf dem richtigen Weg“: Wind- und Solarkraft entscheidend für Emissionsrückgang

Nach Angaben eines vom Klima-Thinktank Ember veröffentlichten Trackers stammt der größte Teil des Emissionsrückgangs in der EU aus dem Energiesektor. Tomos Harrison, Stromwende-Analyst bei Ember, betonte, dass die EU-Staaten „auf dem richtigen Weg“ seien und der Ausbau von Wind- und Solarkraft entscheidend zu diesem Fortschritt beigetragen habe.

Die Emissionen im Bereich Landnutzung gehören zu den Bereichen mit dem geringsten Rückgang, so einer der Beamten. Verantwortlich dafür seien unter anderem Abholzung sowie zunehmend extreme Wetterereignisse – darunter die Waldbrände im Jahr 2023 in Südeuropa –, die die Fähigkeit von Böden und Wäldern, Kohlenstoff zu speichern, erheblich beeinträchtigt hätten.

Die Landwirtschaft stelle weiterhin eine besondere Herausforderung dar, so der Beamte. Sie sei „ein großes Problem“, da sie als einziger Sektor bislang keine spezifischen Emissionsziele habe. Zudem hätten Landwirte massiv gegen die Umweltvorgaben der EU protestiert.

Stockende Wirtschaft: EU-Kommission will Nachhaltigkeitsberichterstattung fallen lassen

Noch immer leidet die europäische Wirtschaft unter den Folgen der Covid-19-Pandemie. Dazu kommt die Energiekrise, die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst wurde. Der Handelskrieg von Donald Trump verstärkt die unsichere Lage. Deswegen sieht sich die EU-Kommission wachsendem Druck ausgesetzt, umweltpolitische Vorgaben zu lockern – darunter auch das Vorhaben, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2035 zu untersagen. Ziel solcher Maßnahmen ist es, die angeschlagene europäische Autoindustrie zu entlasten, die im internationalen Wettbewerb zunehmend gegenüber Herstellern aus China und den USA zurückfällt.

Um die Unternehmen zu unterstützen, will die EU-Kommission die Bürokratie abbauen. So soll etwa für rund 80 Prozent der Unternehmen die Verpflichtung zur sogenannten Nachhaltigkeitsberichterstattung wegfallen. Zudem ist vorgesehen, die europäische Lieferkettenrichtlinie abzuschwächen und ihr Inkrafttreten um ein Jahr zu verschieben, so das ZDF. Die Kommission kann diese Änderungen lediglich anregen – die endgültige Entscheidung darüber liegt beim EU-Parlament, wo sie beraten und abgestimmt werden müssen. Auch dort zeigt man jedoch großes Verständnis für die angespannte wirtschaftliche Lage.

11 Bilder zeigen, wie Kinder auf der ganzen Welt vor der Klimakatastrophe fliehen müssen

Ein Kind schützt sich mit einem Plastikstuhl vor dem starken Regen in Bilwi (Nicaragua). Es steht an der Stelle, an der einst sein Haus stand, nachdem es durch die starken Winde, Wellen und Regenfälle des Hurrikans Iota Mitte November 2020 zerstört worden war.
Ein Junge schützt sich mit einem Plastikstuhl vor dem starken Regen in Bilwi (Nicaragua). Er steht an der Stelle, an der einst sein Haus stand. Es wurde durch die starken Winde, Wellen und Regenfälle des Hurrikans Iota Mitte November 2020 zerstört, weshalb UNICEF vor Ort Hilfe leistete. © UNICEF/UN0372375/Ocon/AFP-Services
Die neunjährige Jennifer und Manuel Moreno von UNICEF fahren in einem Boot dorthin, wo sich früher die Schule des Mädchens befand. Auch in Guatemala wurden 2020 vom Hurrikan Eta und Iota 387.960 Häuser beschädigt. In 317 Notunterkünften kamen die Menschen damals unter.
Die neunjährige Jennifer und Manuel Moreno von UNICEF fahren in einem Boot dorthin, wo sich früher die Schule des Mädchens befand. In Guatemala wurden 2020 vom Hurrikan Eta und Iota 387.960 Häuser beschädigt. In 317 Notunterkünften kamen die Menschen damals unter. © UNICEF/UN0377672/Billy/AFP-Services
Am 24. Mai 2022 trägt die 10-jährige Hibo Wasser in einem Kanister zu ihrem provisorischen Haus im Binnenvertriebenenlager Kaharey in Dollow (Somalia). „Wir haben unser Haus in Guriel verlassen und sind zehn Tage lang gelaufen, um das Lager Kaharey zu erreichen“, sagt sie. Nach drei aufeinanderfolgenden Regenfällen sind 29,1 Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia im Jahr 2022 auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen, die UNICEF bereitstellt.
Am 24. Mai 2022 trägt die 10-jährige Hibo Wasser in einem Kanister zu ihrem provisorischen Haus im Binnenvertriebenenlager Kaharey in Dollow (Somalia). „Wir haben unser Haus in Guriel verlassen und sind zehn Tage lang gelaufen, um das Lager Kaharey zu erreichen“, sagt sie. Nach drei aufeinanderfolgenden Regenfällen sind 29,1 Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia im Jahr 2022 auf dringende humanitäre Hilfe angewiesen, die UNICEF bereitstellt. © UNICEF/UN0644298/Fazel
Am 27. Februar 2023 gehen drei Jungen an überfluteten Feldern in Bentiu, Unity State im Südsudan, vorbei. Schwere Regenfälle und ausgedehnte Überschwemmungen haben Tausende von Menschen in dieser Region gezwungen, aus ihren Häusern zu fliehen. Die vertriebenen Gemeinschaften leben in provisorischen Siedlungen auf begrenzten Flecken höher gelegenen Landes oder in Gebieten, die von Schlammdämmen umgeben sind, wo der Platz und die Ressourcen knapp sind. Laut UNICEF herrscht dort die schlimmste humanitäre Krise seit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011.
Am 27. Februar 2023 gehen drei Jungen an überfluteten Feldern in Bentiu, Unity State im Südsudan, vorbei. Schwere Regenfälle und ausgedehnte Überschwemmungen haben Tausende von Menschen in dieser Region gezwungen, aus ihren Häusern zu fliehen. Die vertriebenen Gemeinschaften leben in provisorischen Siedlungen auf begrenzten Flecken höher gelegenen Landes oder in Gebieten, die von Schlammdämmen umgeben sind, wo der Platz und die Ressourcen knapp sind. Laut UNICEF herrscht dort die schlimmste humanitäre Krise seit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011. © UNICEF/UN0836941/Naftalin
Am 25. September 2021 holen eine Frau und ein Kind Wasser zum Trinken direkt aus dem Fluss in Canal im Südsudan. Das Land leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Nach drei Jahren schwerer Überschwemmungen in Folge sind mehr als zwei Drittel der von den Überschwemmungen betroffenen Bezirke von Unterernährung betroffen, weshalb UNICEF vor Ort war.
Am 25. September 2021 holen eine Frau und ein Kind Wasser zum Trinken direkt aus dem Fluss in Canal im Südsudan. Das Land leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Nach drei Jahren schwerer Überschwemmungen in Folge sind mehr als zwei Drittel der von den Überschwemmungen betroffenen Bezirke von Unterernährung betroffen, weshalb UNICEF vor Ort war. © © UNICEF/UN0547992/Grarup
Ein Kind in Libemuket (Äthiopien): Klimawandel und Dürre bedrohen in der SNNP-Region dort laut UNICEF die Ernten und den Viehbestand und bringen die örtliche Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz.
Ein Kind in Libemuket (Äthiopien): Klimawandel und Dürre bedrohen in der SNNP-Region dort laut UNICEF die Ernten und den Viehbestand und bringen die örtliche Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz. © UNICEF/UNI417897/Pouget
Junge Mädchen holen Wasser in der Nähe eines verseuchten Teichs in Allah Abad, Jampur, Süd-Punjab, Pakistan. Schon vor der Monsunzeit im letzten Jahr galt nur etwas mehr als ein Drittel des Wassers in Pakistan als sicher für den Konsum. Die historischen Überschwemmungen beschädigten die meisten Wassersysteme in den betroffenen Gebieten und zwangen mehr als 5,4 Millionen Menschen dazu, sich ausschließlich auf verunreinigtes Wasser aus Teichen und Brunnen zu verlassen. Kinder leiden unter dieser Last durch den Klimawandel laut UNICEF am meisten.
Junge Mädchen holen Wasser in der Nähe eines verseuchten Teichs in Allah Abad, Jampur, Süd-Punjab, Pakistan. Schon vor der Monsunzeit im letzten Jahr galt nur etwas mehr als ein Drittel des Wassers in Pakistan als sicher für den Konsum. Die historischen Überschwemmungen beschädigten die meisten Wassersysteme in den betroffenen Gebieten und zwangen mehr als 5,4 Millionen Menschen dazu, sich ausschließlich auf verunreinigtes Wasser aus Teichen und Brunnen zu verlassen. Kinder leiden unter dieser Last durch den Klimawandel laut UNICEF am meisten. © UNICEF/UN0847828/Haro
„Wir saßen wochenlang zu Hause fest. Der Regen wollte nicht aufhören“, sagt der 13-jährige Sanjay aus Pakistan, wenn er an die Überschwemmungen vom Sommer 2022 zurückdenkt. „Es fühlte sich an wie ein Gefängnis“, sagt er aus dem von UNICEF unterstützten „Children‘s Safe Space“.
„Wir saßen wochenlang zu Hause fest. Der Regen wollte nicht aufhören“, sagt der 13-jährige Sanjay aus Pakistan, wenn er an die Überschwemmungen vom Sommer 2022 zurückdenkt. „Es fühlte sich an wie ein Gefängnis“, sagt er aus dem von UNICEF unterstützten „Children‘s Safe Space“. © UNICEF/UN0847796/Haro
Der achtjährige „Impoy“ Prince Jhay Mark Timonio sitzt in den Trümmern der zerstörten Häuser in Purok, die eine sechs Fuß hohe Flutwelle des Taifuns Odette am 16. Dezember 2021 auf den Philippinen angerichtet hat. UNICEF half nach der Katastrophe dort, rund 845.000 Kindern Hilfe zukommen zu lassen.
Der achtjährige „Impoy“ Prince Jhay Mark Timonio sitzt in den Trümmern der zerstörten Häuser in Purok, die eine sechs Fuß hohe Flutwelle des Taifuns Odette am 16. Dezember 2021 auf den Philippinen angerichtet hat. UNICEF half nach der Katastrophe dort, rund 845.000 Kindern Hilfe zukommen zu lassen. © UNICEF/UN0570020/Hogsholt
Jungs nach dem schweren Tropensturm Nalgae (Paeng)auf den Philippinen am 30. Oktober 2022. Das Foto wurde von Amador Catacutan, Immunisierungsbeauftragter bei UNICEF, aufgenommen.
Jungs nach dem schweren Tropensturm Nalgae (Paeng)auf den Philippinen am 30. Oktober 2022. Das Foto wurde von Amador Catacutan, Immunisierungsbeauftragter bei UNICEF, aufgenommen. © UNICEF/UN0726582/Catacutan
Super-Taifun Noru (lokaler Name Karding) ist der elfte tropische Wirbelsturm, der die Philippinen im Jahr 2022 getroffen hat. Der siebenjährige Carlo Taguyam ist eines der betroffenen Kinder und erzählt UNICEF, die damals Hilfsgüter bereitstellten, von seiner Flucht.
Super-Taifun Noru (lokaler Name Karding) ist der elfte tropische Wirbelsturm, der die Philippinen im Jahr 2022 getroffen hat. Der siebenjährige Carlo Taguyam ist eines der betroffenen Kinder und erzählt UNICEF, die damals Hilfsgüter bereitstellten, von seiner Flucht. © © UNICEF/UN0710512/Dimatatac

Klimaneutral bis 2050: Umweltverbände und Unternehmen uneinig über Prioritäten

Das EU-weite Ziel, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen – also genauso viele Emissionen einzusparen wie ausgestoßen werden – hat die EU-Kommission erst letztes Jahr in ihren Klimazielen für 2040 festgeschrieben. Geplant ist demnach, die Emissionen um 90 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Während Umweltverbände und die Grünen die Pläne als nicht ausreichend ehrgeizig kritisieren, warnt die Industrie vor möglichen Nachteilen im internationalen Wettbewerb. (AFP/hk)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Marijan Murat

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