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Was teurer wird

Steuern, Energiepreise, Rente: Das ändert sich 2026

Höhere Steuerfreibeträge, mehr Mindestlohn, teurere Energie: 2026 bringt Entlastungen und Belastungen. Die Rente steigt im Juli. Pendler profitieren ab dem ersten Kilometer.

Berlin – Das neue Jahr bringt zahlreiche Änderungen für Millionen Bürger in Deutschland. Während einige Neuerungen finanzielle Entlastungen versprechen, müssen sich Verbraucher gleichzeitig auf höhere Kosten beim Heizen und Tanken einstellen. Ein Überblick über die wichtigsten Veränderungen bei Steuern, Sozialabgaben und Lebenshaltungskosten.

Pendlerpauschale: Einheitlich 38 Cent ab dem ersten Kilometer

Berufspendler dürfen sich über eine deutliche Verbesserung freuen. Die Pendlerpauschale steigt zum Jahreswechsel auf einheitlich 38 Cent pro Kilometer – und das bereits ab dem ersten Kilometer der Wegstrecke zur Arbeit. Bislang galt diese Pauschale erst ab dem 21. Kilometer, während für die ersten 20 Kilometer lediglich 30 Cent absetzbar waren. Laut Bundesregierung ergeben sich dadurch spürbare steuerliche Vorteile: Bei einem Arbeitsweg von zehn Kilometern und einer Fünf-Tage-Woche entstehen jährlich 176 Euro zusätzliche Werbungskosten, bei 20 Kilometern sogar 352 Euro.

Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer und Familien und höhere Absetzbarkeit für Parteispenden und Gewerkschaftsbeiträge

Der steuerbefreite Anteil des Einkommens steigt von derzeit 12.096 auf 12.348 Euro. Das jährliche Einkommen eines Alleinstehenden muss somit nur für den darüber liegenden Teil besteuert werden. Zudem erhöht sich die Mindesteinkommensgrenze für den Solidaritätszuschlag auf 20.350 Euro Jahreseinkommen, nachdem sie 2025 noch bei 19.950 Euro lag. Für Familien gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Das Kindergeld steigt um 48 Euro im Jahr. Pro Monat und Kind erhalten Eltern ab dem 1. Januar 259 Euro. Der Kinderfreibetrag pro Kind klettert von 3.336 auf 3.414 Euro je Elternteil. Der Kindersofortzuschlag für Kinder in Haushalten, die Bürgergeld beziehen, steigt von 20 auf 25 Euro.

Die Höchstbeträge für Spenden an politische Parteien, die steuerlich geltend gemacht werden können, verdoppeln sich auf 3.300 Euro für Singles und 6.600 Euro für Paare. Gewerkschaftsmitglieder können ihren Beitrag künftig zusätzlich zu bestehenden Pauschbeträgen und Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abziehen.

Gastronomie: Mehrwertsteuer sinkt auf sieben Prozent und der Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro

Der gesetzliche Mindestlohn steigt von derzeit 12,82 auf 13,90 Euro pro Stunde. Laut Bundesarbeitsministerium profitieren rund sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von der Erhöhung. Besonders häufig wird der Mindestlohn im Gastgewerbe gezahlt. Analog dazu steigt auch die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs von 556 auf 603 Euro.

Für Speisen in Restaurants und Cafés wird ab Januar wieder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Ökonomen kritisieren dies als teures Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition. Die meisten Gastronomen wollen unter Verweis auf gestiegene Kosten ihre Preise nicht senken.

Höhere Freibeträge, mehr Mindestlohn, teurere Energie: Die Neuerungen 2026 betreffen fast jeden Haushalt in Deutschland.

CO₂-Steuer verteuert Heizen und Tanken erheblich

Die CO₂-Steuer steigt 2026 auf einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Laut dem ADAC wird eine Kilowattstunde Gas 1,55 Cent teurer. Ende 2025 kostete Gas etwa acht Cent pro Kilowattstunde, der Preis steigt also auf 9,55 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von über 300 Euro.

Heizöl wird dem ADAC zufolge um 20,70 Cent pro Liter teurer. Ende 2025 lag der Heizölpreis bei rund 94 Cent pro Liter, die CO₂-Steuer verteuert ihn also auf über 1,14 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 2.000 Litern erhöhen sich die Heizkosten um über 400 Euro. Benzin und Diesel sollen sich dem Portal zufolge um jeweils 3 Cent pro Liter verteuern. Seit der Einführung des CO₂-Preises hat sich der Sprit durch die Abgabe um bis zu 20 Cent pro Liter verteuert.

Rentenerhöhung und Aktivrente, höhere Sozialbeiträge für Gutverdiener

21 Millionen Rentner und Rentnerinnen in Deutschland könnten ab dem 1. Juli 3,73 Prozent mehr Rente erhalten. Das geht aus dem Rentenversicherungsbericht des Bundesarbeitsministeriums von Mitte November hervor. Damit läge die Rentenanpassung auf demselben Niveau wie in diesem Jahr und deutlich über der Teuerungsrate. Die Zahlen sind noch vorläufig, die Rentenerhöhung wird im Frühjahr beschlossen, wenn alle Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. Mit der Annahme des Rentenpakets im Bundestag wurde auch die sogenannte Aktivrente beschlossen: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Rentenalter können monatlich bis zu 2.000 Euro steuerfrei verdienen. Die Bundesregierung will so einen Anreiz zum längeren Arbeiten über das Renteneintrittsalter hinaus schaffen.

Die Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialbeiträge steigen zum 1. Januar deutlich an. In der Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sie sich um 300 Euro auf 5.812,50 Euro Bruttomonatsgehalt, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung von 8.050 auf 8.450 Euro. Wer mehr verdient, zahlt für das darüber liegende Einkommen keine Beiträge – durch die Anhebung des Grenzbetrags steigen also die Beiträge für Gutverdiener. Grund für den Anstieg sind die kräftigen Lohnsteigerungen 2024 um durchschnittlich 5,16 Prozent.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Kranken- und Kfz-Versicherungen werden teurer und der digitale Steuerbescheid wird Standard

Für viele privat Krankenversicherte wird es spürbar teurer: Rund 60 Prozent von ihnen sind laut Verbraucherzentrale NRW von Anhebungen der Beitragssätze zum Jahresbeginn betroffen. Auch der Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung dürfte entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung erneut steigen – davon geht zumindest der Chef der größten Kasse, der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, aus. Das Versprechen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), die Beiträge für das kommende Jahr stabil zu halten, hält er für unrealistisch.

Die Kfz-Versicherer werden laut Erwartungen der Versicherungswirtschaft ihre Prämien für Auto- und Motorradversicherungen weiter erhöhen. Grund sind demnach die gestiegenen Reparaturkosten. Das Vergleichsportal Verivox hat bislang durchschnittliche Preissteigerungen von rund sieben Prozent errechnet.

Wer seine Steuererklärung digital einreicht, etwa über das Portal Elster, erhält künftig auch den Steuerbescheid in elektronischer Form, es sei denn er oder sie fordert explizit einen Bescheid auf Papier an. Bislang war es andersherum: Wer einen digitalen Steuerbescheid wollte, musste dem aktiv zustimmen. (dpa/ls)

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber / IMAGO

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