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Marine der Bundeswehr
Softwareprobleme beim Nachbarn: TKMS vor Milliardenauftrag der Bundeswehr?
Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) könnte bald wieder Kriegsschiffe für die Marine der Bundeswehr bauen – dank Problemen in den Niederlanden.
Kiel/München - Manchmal sorgen unerwartete Schwierigkeiten für neue Chancen – das gilt auch für die Rüstungsindustrie und aktuell den Schiffsbauer TKMS: ThyssenKrupp Marine Systems könnte einen bereits gescheiterten Milliardenauftrag der Bundeswehr doch noch an Land ziehen.
Grund dafür sind große Probleme bei der niederländischen Werft Damen Naval, die eigentlich für den Bau neuer Kriegsschiffe für die deutsche Marine vorgesehen war. Laut einem Bericht des NDR ist dies nun nicht mehr der Fall.
Bundeswehr-Marine: TKMS könnte von Problemen bei Damen Naval profitieren
Vor einigen Jahren schien alles klar: Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren erhielt Damen Naval 2020 den Zuschlag, vier hochmoderne Fregatten des Typs F126 für die deutsche Marine zu bauen. 2024 bestellte die Bundesregierung sogar noch zwei weitere Schiffe.
Doch schon bald zeigten sich Risse im Projekt: Die Kieler Werft German Naval Yards sollte einen Großteil des Stahlbaus liefern, doch bis heute fehlen die nötigen Konstruktionsdaten – offenbar wegen einer missglückten Software-Umstellung bei Damen Naval.
Kriegsschiffe für die Bundeswehr: Projekt scheitert wegen Software
Vor Monaten gab es bereits Berichte (zunächst Wirtschaftswoche), dass sich die bis zu zehn Milliarden Euro teure Beschaffung neuer Fregatten für die Marine verzögert. Auch bei in Deutschland hergestellten Kriegsschiffen für die Bundeswehr gibt es derweil Probleme.
„Der Auftragnehmer, die Damen Schelde Naval Shipbuilding B.V., hat eine verspätete Ablieferung der Schiffe aufgrund von Problemen mit IT-Schnittstellen bei der firmeneigenen Konstruktions- und Fertigungssoftware angezeigt“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) einen Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.
TKMS könnte liefern – Bundeswehr braucht neue Kriegsschiffe
Das erste von sechs geplanten Schiffen sollte unter Führung der niederländischen Werft eigentlich 2028 an die Bundeswehr-Marine übergeben werden. Im Dezember 2023 war mit dem Bau der ersten Fregatte begonnen worden. Die geplanten Kampfschiffe waren im weltweiten Einsatz zu einer „dreidimensionalen Seekriegführung“ befähigt. Das heißt, Ziele können unter und auf dem Wasser sowie in der Luft bekämpft werden.
Bastian Ernst, CDU-Verteidigungspolitiker, fordert laut NDR schon länger den Abbruch der Zusammenarbeit mit den Niederländern. „Wir brauchen Stahl im Wasser. Wir merken jeden Tag und die letzten Wochen um so mehr, dass wir diese Schiffe brauchen,“ sagte Ernst mit Blick auf die geopolitische Lage. Die Zwischenlösung von TKMS werde ein anderer Standard sein als die F126. Die „Zeit der Goldrandlösungen“ sei jetzt vorbei, so Ernst im Gespräch mit dem Portal.
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TKMS als Retter in der Not? Übergangslösung für die Marine
Jetzt scheint festzustehen: Damen Naval wird nicht mehr die neue Fregatte F126 für Deutschland bauen. Eine entsprechende Vorlage des Beschaffungsamtes BAAINBW soll Verteidigungsminister Boris Pistorius in Kürze erreichen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages wird dem Bericht zufolge das Aus für Damen Naval im Dezember offiziell beschließen.
In der Zwischenzeit deute alles darauf hin, dass die Kieler Werft TKMS als Übergangslösung Fregatten auf Basis des Typs MEKO A 200 liefert. Dieses Design hat ThyssenKrupp Marine Systems bereits mehrfach exportiert, etwa nach Afrika. Die Beschaffung der moderneren Fregatte F126 werde dann weitergehen. Derweil formiert sich für TKMS ein ernstzunehmender deutscher Rivale.
Milliardenauftrag für TKMS? Wirtschaftliche Bedeutung für Norddeutschland
Die Wirtschaftswoche berichtete zudem über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten als Folge der Verzögerung bei dem Projekt und dass die Regierungen der Niederlande und Deutschlands vor einer Nachverhandlung des Vertrags stünden. Schon da stand ein Scheitern des milliardenschweren Fregatten-Projekts im Raum.
Für die norddeutschen Werften (Wismar, Kiel, Hamburg, Emden) ist das eine große Chance: Sollte der Milliardenauftrag tatsächlich zu TKMS wandern, wäre das ein weiterer Schub für die hiesige Rüstungsindustrie und die regionale Wirtschaft. Die Produktion neuer Kriegsschiffe für die Bundeswehr könnte Arbeitsplätze sichern und die internationale Position von ThyssenKrupp Marine Systems stärken. (PF)