Klasse F126
Flaggschiffe für Pistorius: Bundeswehr bekommt neue Fregatte – was sie kann
Die neuen Fregatten der Klasse F126 sollen die bislang größten Kampfschiffe der deutschen Marine werden. Was sie ausmacht, sind ihre Module.
Wolgast - „Sie wird den schönen Namen meines Heimatbundeslands und wichtigem Bundeswehrstandort Niedersachsen tragen“, sagte der Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Am Montag war in Wolgast die Erste der neuen Fregatten der Klasse F126 auf Kiel gelegt worden - vor der eigentlichen Taufe wird in alter Tradition der Name nicht direkt ausgesprochen.
Die Kampfschiffe sollen weltweit und umfassend zur dreidimensionalen Seekriegsführung einsetzbar sein können. „Die F126 kann Ziele unter Wasser, auf dem Wasser und in der Luft mit modernsten Waffen bekämpfen“, erklärte Pistorius. Die Fregatte F126 ist Deutschlands bis dato teuerstes Marine-Projekt, Baubeginn war im Dezember 2023.
Pistorius: F126 kann Ziele unter Wasser, auf dem Wasser und in der Luft bekämpfen
„Die F126 kann Ziele unter Wasser, auf dem Wasser und in der Luft mit modernsten Waffen bekämpfen“, sagte Pistorius laut dem NDR. Demnach sollen die Schiffe laut Bundeswehr „Allrounder für die Marine“ werden. Sie könnten überall auf der Welt auch für längere Zeiträume eingesetzt werden. „Ein Novum für die Deutsche Marine ist hierbei die Nutzung von sogenannten Missionsmodulen“, schreibt die Bundeswehr. „Die Schiffe erhalten dabei standardisierte Ausrüstungs- und Personalpakete, die auf das spezifische Einsatzszenario angepasst werden können.“
Mögliche Einsatzfelder seien etwa die Überwachung von Embargos oder auch die Rettung deutscher Staatsbürger aus Krisensituationen. Durch eine Modulbauweise könnten die Schiffe an ihre jeweilige Mission angepasst werden - etwa mit spezieller Ausrüstung für die U-Boot-Jagd oder für Einsätze gegen Piraterie. Ein einzelner Schiffstyp habe solch ein breites Aufgabenspektrum bisher nicht erfüllen können, heißt es von der Marine. Ein Imagefilm der Thales Group zeigt, dass das Schiff mit Raketenabschusssystemen, Kriegsführungssystemen über Wasser und Cybersicherheitsanlagen ausgestattet ist.
Fregatte F126 sollen bislang größte Kampfschiffe der Marine werden
Die neuen Fregatten der Klasse F126 sollen die bislang größten Kampfschiffe der deutschen Marine werden. Sie sind mit insgesamt über fünf Milliarden Euro Kosten auch das bislang teuerste Schiffbauprojekt in der Geschichte der Bundeswehr. Das Projekt könnte aber noch teurer werden. „Wir brauchen sechs und nicht nur vier von diesen Fregatten“, forderte Pistorius. Es sei wichtig, die Bundeswehr schnellstmöglich kriegstüchtig zu machen.
Für die sogenannte Zeitenwende sei die erste Fregatte 126 ein wichtiges Symbol und klares Zeichen. „Mit insgesamt sechs Fregatten dieses Typs werden wir nicht nur einsatzfähig, sondern auch durchhaltefähig sein“, sagte Pistorius.
Unter Federführung der niederländischen Werft Damen Shipyards in Wolgast, Kiel und Hamburg soll der Bau der bisher vier geplanten Kampfschiffe für die Bundeswehr vorrangig in Deutschland stattfinden. Geplant ist, dass die nun auf Kiel gelegte Fregatte 2028 von der Werft an die Marine übergeben wird. (dpa/kat)
