Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Handel

Seewege als wunder Punkt der Wirtschaft – Nicht nur wegen Huthi-Rebellen

Der Handel über die Seewege steht unter heftigem Druck. Einerseits sind dafür internationale Konflikte verantwortlich. Allerdings spielt auch der Klimawandel eine Rolle.

Hamburg – Nach wie vor sorgen die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer für Einschränkungen beim Welthandel über die Seewege. Einige westliche Länder hatten bereits gemeinsame Friedensmissionen gestartet, um den Handel in der Region wieder zu stabilisieren. Trotzdem haben sich einige Reedereien noch nicht wieder in die Region zurück getraut. Ein weiterer Grund ist höhere Gewalt – buchstäblich.

Rebellen bedrohen Welthandel – So verletzlich sind die Seewege

Bereits Ende Januar war abzusehen, wie schwerwiegend die Angriffe der Rebellen im Roten Meer den globalen Handel beeinflussen. Damals war der Handel innerhalb weniger Wochen um 42 Prozent eingebrochen. „Wir sind sehr beunruhigt über die Angriffe gegen den Schiffsverkehr im Roten Meer“, hatte Jan Hoffmann von der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz dazu gesagt. Alle Schifffahrtslinien, die von Europa in den Indischen Ozean fahren wollen, müssen die sogenannte Bab-al-Mandab-Straße passieren. Genau dort greifen die vom Iran gestützten Huthi-Rebellen den Schiffsverkehr an. Reedereien schwenken bereits auf die Route ums Kap der Guten Hoffnung um, was für hohe Mehrkosten und erhebliche Verzögerungen in der Anlieferung sorgt.

Container-Terminal-Altenwerder, Hapag-Lloyd Containerschiff (Symbolbild). Der Handel über die Seewege steht unter heftigem Druck. Einerseits sind dafür internationale Konflikte verantwortlich. Allerdings spielt auch der Klimawandel eine Rolle. 

Neben dem Roten Meer sind auch das Schwarze Meer (wegen des Ukraine-Kriegs) und das südchinesische Meer Risikozonen für den Schiffsverkehr. Letzteres ist derzeit Schauplatz für stetig wachsende Spannungen zwischen China und Taiwan.

„Versorgung über See gefährdet“ – Was die Seewege so wichtig macht

Ein beschränkter Seehandel bedeutet schwere Einbußen für die Wirtschaft. Zwei Drittel aller deutschen Exporte verlassen das Land per Schiff. Global betrachtet sind es sogar mehr als 90 Prozent, berichtete das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Neben der Bab-al-Mandab-Straße sind auch die Straße von Gibraltar, der Suezkanal und die Straße von Malakka besonders wichtig für den internationalen Handel.

„Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen sind beunruhigend. Auch wenn die Schifffahrtsbranche grundsätzlich krisenerprobt ist und flexibel auf neue geopolitische Rahmenbedingungen reagieren kann, sind Stabilität und Sicherheit auf Dauer unverzichtbar. Wenn maritime Lieferketten ständig gestört sind, ist irgendwann unsere Versorgung über See gefährdet“, erklärte Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder (VDR).

Sinkender oder steigender Meeresspiegel – beides birgt Gefahren für die Schifffahrt

Ein weiterer Faktor, auf den Reedereien immer mehr achten müssen, ist das Klima. Aktuell häufen sich die Extremwetterereignisse – und zwar in beide Richtungen. Der Panamakanal zum Beispiel musste bereits häufiger wegen zu niedrigem Wasserstand Schiffe abweisen oder warten lassen. Laut der Tagesschau leiden die internationalen Schifffahrtsrouten auf der anderen Seite öfter unter Hurrikans. „In einem durchschnittlichen Monat werden mittlerweile knapp vier Prozent aller Schifffahrtrouten durch Hurrikans getroffen“, zitierte sie den IfW-Handelsexperten Vincent Stamer. Dabei ist vor allem die Route zwischen Europa und Ostasien betroffen.

Für die kommenden Jahre prognostiziert der Experte intensivere Stürme. Diese würden Reedereien dazu zwingen, Güter entweder mit Verspätung zu verschiffen oder sich alternative Routen zu suchen. Zum Sicherheitsrisiko kommt ein deutlich höherer Treibstoffverbrauch. „Auf einer getroffenen Route zwischen zwei Häfen sinkt der Handel in einem Monat mit Hurrikan um etwa zwei Prozent“, erklärte Stamer.

Zuletzt macht Reedereien auch der steigende Meeresspiegel zu schaffen. Dieser beeinflusse die Funktionsfähigkeit von Hafenanlagen und Seehafenzufahrten, zitierte die Tagesschau Jasmin Gröschl, Volkswirtin bei Allianz Research. Das sorge für höhere Versicherungsprämien und schmälere die Effizienz beim Handel. Auf der anderen Seite könnten durch die schmelzenden Polareisdecken neue Schifffahrtsrouten entstehen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jochen Tack

Kommentare