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Welthandel

Huthi-Angriffe im Roten Meer: „Risiko, dass wir Regallücken in den Geschäften sehen“

Die Huthi-Angriffe im Roten Meer haben Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Das könnte auch die Verbraucherpreise in Deutschland beeinflussen.

Berlin – Die Angriffe von Huthi-Rebellen im Jemen auf Schiffe im Roten Meer könnten zu Lücken in deutschen Supermarktregalen führen. Große Reedereien meiden die wichtige Handelsroute zunehmend. Die Krise im Roten Meer „kann sich auch auf die Preise auswirken. Dies führt für die betroffenen Unternehmen zu Verzögerungen und längeren Lieferfristen“, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums der Bild am Dienstag.

Warenverkehr durch Suezkanal wegen Huthi-Angriffen fast halbiert

Das über den Kanal abgewickelte Handelsvolumen sei in den vergangenen zwei Monaten um 42 Prozent gesunken, teilte vergangenen Donnerstag ein UN-Vertreter mit. „Wir sind sehr beunruhigt über die Angriffe gegen den Schiffsverkehr im Roten Meer“, sagte Jan Hoffmann von der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz. Die Zahl der wöchentlich durch den Suez-Kanal fahrenden Containerschiffe habe um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abgenommen, sagte Hoffmann weiter. Der Öltransit sei um 18 Prozent gesunken.

Huthi-Kämpfer sitzen auf der Ladefläche eines Fahrzeugs in Sanaa. Die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer haben auch Auswirkungen auf den Welthandel.

Logistiker: „Es gibt eindeutig ein Risiko, dass wir Regallücken in den Geschäften sehen“

Das hat auch Auswirkungen auf Deutschland: „Es gibt eindeutig ein Risiko, dass wir Regallücken in den Geschäften sehen“, warnt Julien Cote vom Logistikdienstleister Wakeo gegenüber dem Handelsblatt. Ein besonders hohes Risiko dafür bestehe demnach bei Sportartikeln oder Kleinelektronik. „Bei Smartphones, Bildschirmen oder Laptops können einzelne Modelle fehlen“, sagt Patrick Lepperhoff, Lieferkettenexperte der Beratung Inverto dem Magazin. Aber auch Händler, die Aktions- und Saisonware anbieten, stellt die Situation vor Herausforderungen. So warnte Ikea vor Lieferverzögerungen und auch Aldi Nord rechnet mit längeren Lieferzeiten.

Zudem drohen Verbrauchern höhere Preise: Denn die Frachtraten für einen Standardcontainer haben sich seit Oktober von unter 1500 auf knapp 5000 Dollar verteuert, so das Handelsblatt. „Hersteller müssen die gestiegenen Transportkosten in der Regel weitergeben. Auch wenn dies oft nur teilweise und mit Zeitverzögerung geschieht“, sagte Lieferkettenexperte Lepperhoff dem Magazin. „Die gestiegenen Logistikkosten sind ein Inflationstreiber.“

Huthi-Attacken im Roten Meer: Umwege verursachen hohe Zusatzkosten

Das Rote Meer und der Suez-Kanal sind zentrale Handelsstraßen für den Welthandel, rund 20.000 Schiffe passieren normalerweise den Suez-Kanal pro Jahr. Wegen der Angriffe von Huthi-Rebellen auf Schiffe in der Region haben viele große Reedereien entschieden, diese Route zu meiden. Wenn Containerschiffe nun auf dem Weg zwischen Asien und Europa um die Südspitze Afrikas herumfahren müssen, kann die Reise eine Woche länger dauern, außerdem verursacht der Umweg zusätzliche Treibstoffkosten in Höhe von hunderttausenden Euro.

Seit Mitte November haben die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen zahlreiche Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden attackiert, denen sie Verbindungen zu Israel vorwerfen. Die Miliz sieht sich als Teil der gegen Israel gerichteten selbsternannten „Achse des Widerstands“, der auch die radikalislamische Hamas angehört. Als Reaktion auf die Attacken greifen die USA und Großbritannien seit Januar Huthi-Stellungen im Jemen an.

Mit Material der AFP und dpa

Rubriklistenbild: © Uncredited/AP/dpa

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