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Russische Resilienz?

Russlands Wirtschaft hat Probleme, doch sie ist wohl noch nicht am Ende

Immer mehr Ökonomen sehen Russlands Wirtschaft vor dem Kollaps. Ein US-Medienbericht widerspricht nun und hält Moskau weiter für resilient.

Mit seiner Ende Februar 2022 initiierten Ukraine-Invasion begann Wladimir Putin den Abnutzungskrieg mit Kiew und sorgte für Russlands ökonomische Isolation durch weitreichende westliche Sanktionen. Lange Zeit schien Russlands Wirtschaft der eigentlich für eine Krise prädestinierten Grundsituation – zumal Moskaus Kriegsausgaben hoch sind – resilient zu trotzen. In vier Kriegsjahren verzeichnete die russische Ökonomie sogar Wachstum.

Russlands Präsident Wladimir Putin

1588 Tage nach Beginn des Ukraine-Kriegs und einer Reihe effizienter ukrainischer Angriffe auf Russlands Energie-Infrastruktur zeigt sich die russische Kriegskasse, ähnlich der wirtschaftlichen Gesamtsituation, allerdings nicht mehr so widerstandsfähig. So zumindest die Einschätzung einiger internationaler Wirtschaftsinstitute, derer sich immer mehr Ökonomen anzuschließen scheinen. Doch ein US-Medienbericht hält nun dagegen.

Putins Energiewirtschaft leidet unter ukrainischen Drohnenangriffen – Putin erwägt wohl Treibstoffimporte 

Im fortwährend erbittert geführten Ukraine-Krieg waren Wolodymyr Selenskyjs Streitkräfte über weite Strecken – vor allem in den ersten beiden Kriegsjahren – massiven Hürden ausgesetzt: darunter personeller Unterzahl und der Abhängigkeit bei Waffenlieferungen von Europa und den USA, um nur zwei von zahlreichen Faktoren zu nennen. Inzwischen jedoch haben Wissenschaft und die boomende Szene ukrainischer Rüstungs-Start-ups das Gesicht des Kriegs durch unbemannte Drohnen, KI-Sensorik und den Einsatz von Robotern ebenso stark verändert wie die Frontkämpfe selbst. 

Russland nimmt davon schweren Schaden, wie zuletzt im Zuge wirksamer Schläge auf die russische Energie-Infrastruktur. Das wurde auch im hoch gesicherten russischen Machtzentrum in Moskau deutlich. Selbst der sich sonst für gewöhnlich verschlossen haltende Kreml-Machthaber musste zuletzt angesichts der Drohnenangriffe Kiews zugeben, dass in Russland inzwischen Engpässe bei der Benzinversorgung bestehen, wie n-tv berichtete. Putin berief daraufhin eine Krisensitzung ein. Nun wurde bekannt, dass Russland offenbar Treibstoff von anderen Ländern zu importieren erwägt, wie The Moscow Times am Dienstagmittag (29. Juni) berichtete.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Zahlreiche Wirtschaftsinstitute prognostizieren Russlands Wirtschaft bald massive Probleme

Inmitten der schlagkräftigen ukrainischen Drohnenangriffe fällen eine ganze Reihe international agierender Ökonominnen und Ökonomen mittlerweile fatale Urteile zur Situation der russischen Kriegswirtschaft. So etwa Nigel Gould-Davies vom International Institute for Strategic Studies (IISS), der die Situation schon Mitte des Vormonats (18. Mai) als „bevorstehende Krise Russlands politischer Ökonomie“ bezeichnete. 

Denn Russlands Wirtschaft habe fast ihre volle Produktionskapazität erreicht, und sei bei der Nutzung knapper Ressourcen zur Rüstungsproduktion mit sinkenden Erträgen konfrontiert. Noch gravierender aber ist der Engpass bei den Arbeitskräften, und das bei einer gesamtrussischen Arbeitslosenquote von nur 2 Prozent. Denn der Bedarf an Soldaten und Arbeitern in Rüstungsbetrieben ist mit dem Kriegsbeginn explosionsartig gestiegen, während die Auswanderungswelle seit Februar 2022 und personelle Verluste an der Front die Zahl der Arbeitskräfte verringern.

Ein ähnliches Resümee fällten Autorinnen und Autoren des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nach einer Analyse in Kooperation mit dem Stockholm Institute of Transition Economics vor wenigen Wochen (11. Juni). Im beiliegenden Bericht namens „Endgame: Russlands Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen“ gehen die Beteiligten primär vom inzwischen stark gesunkenen russischen BIP im Vergleich zum Kriegsbeginn aus: Hatte es damals noch 6,5 Prozent betragen, sank es im April dieses Jahres auf nur noch 1,8 Prozent. „Gleichzeitig dürften höhere Ölpreise infolge des Krieges am Golf vermutlich nur vorübergehende fiskalische Effekte haben“, sagte Kiel-Institut-Experte Moritz Schularick weiter.

US-Medium sieht Russlands Wirtschaft nicht so nah am Abgrund wie viele Ökonomen weltweit

Jene Untergangsprognosen der russischen Wirtschaft trägt ein am Dienstag (30. Juni) veröffentlichter Artikel von The Economist jedoch nicht mit. Ihnen hält das US-Wirtschaftsmedium etwa vor, das inflationsbereinigte Pro-Kopf-BIP in Russland, das zwischen 2022 und 2025 um insgesamt 12 Prozent gestiegen war, als nicht genügend gewichtigen Faktor einbezogen zu haben. Das sei im Vergleich zu anderen Schwellenländern zwar kein hervorstechendes Ergebnis, nach fast viereinhalb Jahren Ukraine-Krieg aber immerhin nicht unbedingt schlecht. Gestützt werde dies durch Daten des staatlich-russischen Kreditinstituts VEB, die auf eine Belebung des russischen BIP im März und April hindeuteten. Unabhängig prüfen lassen sich jene Daten jedoch nicht.

Entgegen der Annahme, Russlands Wirtschaft stehe vor dem Abgrund, verbessert sich die russische Wirtschaftslage, The Economist zufolge, gegenwärtig sogar leicht. So liege Russlands Inflation gar bei der Hälfte ihres jüngsten Höchststands von über 10 Prozent. Und die Reallöhne, die bereits um 25 Prozent über dem Niveau von liegen, steigen weiter an. Vielen Unternehmen gehe es gut, und Russlands Oligarchen gar noch besser: Erkennbar werde es etwa daran, dass der Absatz aus dem Westen geschmuggelter Luxusautos zuletzt deutlich anstieg; jener der italienischen Luxusmarke Lamborghini gar um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zu verdanken sei die Widerstandskraft der russischen Wirtschaft zu einem großen Teil den massiven Fiskal-Konjunkturmaßnahmen. So gab der Kreml 2025 sieben bis acht Prozent des russischen BIP für seine Streitkräfte aus. Diese Ausgaben, so argumentieren diejenigen, die eine Krise prophezeien, entziehen dem Rest der Wirtschaft Arbeitskräfte und belasten die Staatskasse. Doch die Militärausgaben entsprechen einem Anstieg von 3–4 Prozent des BIP gegenüber dem Vorkriegsniveau – das ist zwar keineswegs nichts, doch es dürfte The Economist zufolge nicht ausreichen, um massive Folgewirkungen zu haben. So teilt das US-Wirtschaftsmedium die Ansicht, dass Russlands zivile Wirtschaft nicht schrumpft, sondern sich vielmehr weiterhin über Wasser halten dürfte. (Quellen: The Moscow Times, n-tv, IISS, IfW, The Economist) (fh)

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