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Verband und Linke erheben Vorwürfe

Zorn über hohe Benzinpreise – und Ministerin Reiche: „Sitzt Konzernen auf dem Schoß“

An deutschen Tankstellen wird das Benzin immer teurer, die Betreiber bekommen den Unmut zu spüren. Dabei profitieren sie nicht von höheren Preisen, die Ölkonzerne aber schon.

Die Benzinpreise in Deutschland erhitzen die Gemüter: Ärger darüber, dass Kraftstoff in den Nachbarländern günstig bleibt – oder auch über Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die eine Spritpreisbremse nicht für notwendig hält. Den Frust über die starken Preiserhöhungen von 30 bis 40 Cent in wenigen Tagen bekommen auch die Tankstellenbetreiber zu spüren, wie Herbert Rabl, Pressesprecher des Tankstellen-Interessenverbands, der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media sagt.

Tanken in Deutschland ist teuer im europäischen Vergleich: Einen Spritpreisdeckel hält Wirtschaftsministerin Reiche aber nicht für notwendig.

Vor weiteren Preissteigerungen auf bis zu 2,50 Euro pro Liter warnte Rabl bereits am Dienstag in der Rheinischen Post. Preissteigerungen, die ihm zufolge ausschließlich den Ölkonzernen Geld in die Taschen schaufelten. „Es wäre schön, wenn wieder mehr Anstand, mehr Menschlichkeit, in den großen Konzernzentralen zum Alltag gehören würde. Wir sind alle voneinander abhängig“, sagt Rabl auf Nachfrage unserer Redaktion. Stattdessen legten aber gerade die Ölkonzerne in Deutschland einen „Raubtier-Kapitalismus“ an den Tag – und die Bundesregierung tue nichts dagegen.

„Preise verjagen uns die Kunden, die etwa lieber in den Nachbarländern tanken.“

„Dabei könnte sich die Politik aufraffen“, sagt Rabl. Die schärfste Kritik übt er an Wirtschaftsministerin Reiche: „Eine wirtschaftsfreundliche Ministerin, die den Konzernen auf dem Schoß sitzt und sagt, es gebe keinen Handlungsbedarf.“

Deutschland sei aktuell ein Ausnahmefall in Europa. „Wir haben hier einen hoch unregulierten Markt, die Konzerne können ihre Preise so erhöhen, wie sie lustig sind. Als wären die Deutschen Versuchskaninchen, um zu testen, wie lange Verbraucher sich so etwas gefallen lassen“, sagt Rabl. Das habe man bereits daran gesehen, dass die Spritpreise gleich mit Beginn des Iran-Kriegs stiegen. Dabei habe man den vorrätigen Kraftstoff noch zum günstigeren Preis verkaufen können. Nun werde sich der Spritpreis weiter erhöhen, sollte durch die Straße von Hormus auf Dauer kein Öl aus dem Persischen Golf exportiert werden, erklärt Radl.

Tankstellenbetreiber bekommen 1 bis 2 Cent Provision pro Liter, keine prozentuale Beteiligung. „Alles, was uns die Erhöhung bringt, sind die Beleidigungen und der Schaden unseres Geschäfts. Ärger und Frust ruinieren das Klima an den Tankstellen“, klagt der Sprecher des Interessensverbandes. Die rund 14.000 Tankstellenbetreiber in Deutschland machen laut Radl 60 Prozent ihres Umsatzes über die Shops. „Aber die Tankpreise verjagen uns die Kunden, die etwa lieber in den Nachbarländern tanken.“ Der Tankstellen-Interessenverband fordert einen Spritpreisdeckel oder eine Regel, die mehrmalige Preiserhöhungen am selben Tag verhindert. „Wenn kleine Länder wie Kroatien das hinbekommen, dann sollten wir das auch schaffen.“

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Rabl und der Interessenverband sind mit ihrer Kritik nicht alleine: „Wir als Linke können uns der vernichtenden Kritik des Tankstellen-Interessenverbands nur anschließen“, sagt Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek unserer Redaktion. „Die Konzerne können sich sicher sein, dass sich Ministerin Reiche schützend vor ihre Gewinne stellt. Gleichzeitig wird schamlos ausgenutzt, dass Millionen Menschen auf das Auto angewiesen sind, um zur Arbeit zu gelangen.“ Es brauche umgehend entschlossenes Handeln und klare Vorgaben der Regierung gegen „Abzocke‘“, fordert Reichinnek.

Die nötigen Instrumente lägen auf dem Tisch: „Die Übergewinnsteuer muss reaktiviert werden, um die Unternehmen daran zu hindern, sich immer weiter an der Notlage zu bereichern“, fordert Reichinnek. „Aus diesen Mitteln muss ein Spritpreisdeckel finanziert werden, der die Menschen sofort entlastet und dafür sorgt, dass diese Spirale der Gier durchbrochen wird.“

Die Linke fordert zudem die Wiedereinführung des 9‑Euro-Tickets: „Langfristig müssen wir aber unabhängig von den fossilen Energieträgern werden. Dass die Regierung aktuell genau das Gegenteil vorantreibt, ist eine absolute Katastrophe und wird den Menschen im Land noch teuer zu stehen kommen.“ (Quellen: Herbert Rabl, Tankstellen-Interessenverband, Heidi Reichinnek, eigene Recherche)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Patrick Pleul | Hendrik Schmidt

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