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Doppeltes Spiel?

Öl-Showdown in Russland: Plant Putin Trump-Trickserei? Heikle Besuche sickern durch

Trumps Ukraine-Ultimatum gegenüber Russland läuft aus. Doch die USA verhandeln. Zeitgleich ruft Putin seine Partner nach Moskau. Der Showdown läuft.

Moskau – Der Showdown in Moskau läuft. Am Freitag (8. August 2025) läuft das von Donald Trump verhängte Ultimatum für Wladimir Putin aus. Dann will der US-Präsident auch gegen wirtschaftliche Partnerländer Russlands vorgehen, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erzwingen. Kurz zuvor reist der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach Moskau. Doch noch während die Gespräche im Kreml laufen, sickern brisante parallele Entwicklungen durch.

Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt den Trump-Sondergesandten, Steve Witkoff, im April im Kreml mit ausgebreiteten Armen. (Archiv)

Staatsbesuch im Kreml. Wieder einmal sitzt Witkoff am Mittwoch am übergroßen, weißen Empfangstisch im Kreml. Diesmal diskutiert man Trumps wirtschaftliches Ultimatum. Offenbar versuchen die USA Russland doch noch zum Einlenken zu bewegen. Oder man hofft einen Gesichtsverlust zu vermeiden, falls Putin die Frist unbeachtet verstreichen lassen würde. Putin wird unterdessen aber anderswo aktiv – und steuert wohl gegen.

Trumps Ukraine-Ultimatum für Putin läuft aus: Heikler Blitz-Besuch in Moskau

Brisant: Vor dem Hintergrund der Androhung hoher US-Strafzölle gegen Indien wegen des Kaufs von russischem Erdöl ist auch der Nationale Sicherheitsberater Indiens nach Moskau gereist. Ajit Doval sei Dienstagnacht nach Moskau geflogen, berichte die indische Zeitung The Hindu am Mittwoch. Auch der indische Sender NTDV meldete, dass Doval in Russland sei. Die Regierung in Neu Delhi bestätigte den Besuch zunächst nicht.

Der Besuch ist deshalb brisant, da Trump russische Handelspartner mit Strafzöllen belegen will, falls Russland im Ukraine-Krieg nicht einlenkt. Damit ist besonders Indien gemeint, das nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs zum größten Abnehmer für russisches Öl wurde. Damit ist Indien für Russland von zentraler Bedeutung, um die Kriegswirtschaft am Laufen zu halten. Indien hat bislang gegenüber den USA eher auf stur geschaltet. Sucht man nun gemeinsam mit Putin ein neues Schlupfloch?

Trumps neues Ukraine-Ultimatum zielt auf Russlands Öl-Partner Indien:

US-Präsident Donald Trump hatte bereits Importzölle für Einfuhren aus Indien in Höhe von 25 Prozent angekündigt. Zugleich drohte er noch höhere Zölle an, weil das Land ungeachtet des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter billiges russisches Öl und Gas sowie Waffen kauft. Im Raum steht die Drohung von rund 100 Prozent Zöllen. Auch andere russische Handelspartner wie China und Brasilien könnten von diesen sogenannten Sekundärsanktionen betroffen sein.

Das indische Außenministerium hatte Trumps Androhung am Montag als „ungerechtfertigt und unangemessen“ zurückgewiesen. Neu Delhi betonte, mit Importen aus Russland begonnen zu haben, „weil traditionelle Lieferungen nach Ausbruch des Konflikts nach Europa umgeleitet wurden“.

Die Ukraine hatte am Dienstag unterdessen gemeldet, in russischen Drohnen Bauteile aus indischer Herstellung gefunden zu haben. Nach Angaben des Instituts für Internationale Friedensforschung in Stockholm (Sipri) bezog Indien zwischen 2009 und 2013 76 Prozent seiner militärischen Importe aus Russland.

Auf die Trump-Drohung reagiert der Kreml nun offenbar parallel zu den Verhandlungen mit den USA auch mit direkten Gesprächen mit Indien. Ein echter Showdown in Moskau.

Trump droht Putin: In Moskau kommt die Welt-Öl-Elite zusammen

Doch es ist nicht das einzige womöglich brisante Treffen in Moskau vor Ablauf der Trump-Frist am Freitag: Am Donnerstag trifft Putin persönlich den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Zayed Al Nahyan. Das teilte der Kreml der Nachrichtenagentur Interfax mit. Es handle sich um einen offiziellen Besuch in Russland. Die VAE liegen in puncto Ölreserven weltweit auf Rang sieben und sind somit ein großer Player.

Zeitgleich spielt Russland in Bezug auf die USA offenbar einmal mehr mit der Uhr: „Es braucht Zeit, bis die bilateralen Beziehungen wieder auf einen normalen Kurs gebracht werden können“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor den Gesprächen mit Witkoff über das Verhältnis zu den USA.

Die Vermutung liegt nahe: Russland hält Trumps USA einmal mehr hin – und schafft parallel anderswo Tatsachen. Mit dieser Taktik fuhr Putin mit Blick auf den Ukraine-Krieg schon in den vergangenen Monaten nicht schlecht. Aus militärischer Sicht würde dies durchaus Sinn ergeben: Der US-Thinktank Institute for the Study of War berichtete kürzlich unter Berufung auf Kreml-Insider: Russlands Generalstab hätte Putin mitgeteilt, dass die ukrainische Frontlinie in zwei bis drei Monaten zusammenbrechen würde. (rjs/afp)

Rubriklistenbild: © Kristina Kormilitsyna/dpa

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