Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Risiko Brownout

Netzüberlastung durch Solarstrom: Ängste um Stromausfall zu Ostern wachsen

Die Stromnetze könnten durch zu viel Solarstrom bei geringem Bedarf überlastet werden. Eine dauerhafte Lösung scheint für die Netzbetreiber jedoch schwer zu finden.

Berlin - Es ist ein Schreckensszenario. Im Februar waren weite Teile Chiles stundenlang ohne Strom. Die Gefahr, dass so etwas auch in Deutschland passiert, ist sehr gering. Doch der Boom der Solarenergie im Zuge der Energiewende macht die Steuerung der Stromnetze immer schwieriger. Das zeigt unter anderem eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Demnach konzentriert sich die Solarstromproduktion stark auf die Mittagsstunden an sonnigen Tagen. So könne es in den Sommermonaten dazu kommen, dass die Photovoltaik (PV)-Speicher in den Stunden der höchsten PV-Erzeugung bereits voll geladen sind und die Anlagen dann mit voller Leistung ins Netz einspeisen.

Brownout-Gefahr an Ostern durch Solarstrom: Stromerzeugung könnte an Ostern Verbrauch übertreffen

Im ungünstigsten Fall fällt ein sonniger Tag auf einen Feiertag. Die Solarstromproduktion steigt, die Produktion der Wirtschaft steht weitgehend still, der Stromverbrauch sinkt drastisch. Nach einer Analyse von CFP Flexpower könnte die Stromerzeugung an Ostern 2025 den Verbrauch um bis zu drei Gigawatt übersteigen. Während die Nachfrage bei rund 40 Gigawatt liegen dürfte, könnten allein Solaranlagen mehr als 34 Gigawatt liefern. Hinzu kommen Kapazitäten aus Windkraft und konventionellen Kraftwerken.

Ein Szenario, das den Netzbetreibern Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Denn die lokalen Stromnetze könnten überlastet werden, im schlimmsten Fall droht ein Stromausfall. Von einem Blackout, also einem flächendeckenden, unvorhergesehenen und unkontrollierten Stromausfall wie in Chile, kann allerdings keine Rede sein.

Der Boom bei der Solarenergie bringt die Netzbetreiber ins Schwitzen. (Symbolbild)

Wahrscheinlicher ist ein Brownout, also eine gezielte und regionale Stromabschaltung durch einen Netzbetreiber. Dadurch kann ein Blackout verhindert und das Stromnetz stabilisiert werden. Das sei „ein reelles Risiko“, sagt etwa Lion Hirth, Energieökonom an der Hertie School in Berlin, der WirtschaftsWoche.

Dem widerspricht allerdings die Bundesnetzagentur, sie hält ein Brownout für sehr unwahrscheinlich. Die Netzbetreiber hätten sich auf viele mögliche Situationen gut vorbereitet, heißt es auf der Internetseite der Behörde. Auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht wegen regulatorischer Vorgaben und Normen auf der Ebene der EU und der Nationalstaaten keine erhöhte Gefahr eines Blackouts durch eine hohe Solarstromproduktion.

Brownout-Gefahr an Ostern durch Solarstrom: Anlagen lassen sich nicht einfach abschalten

Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und Transnet BW sowie die rund 900 lokalen Verteilnetzbetreiber haben die Aufgabe, ihre Netze im Gleichgewicht zu halten und Brownouts oder gar Blackouts zu verhindern. Sie bauen ihre Netze aus, um sie an stärkere Schwankungen anzupassen. Doch mit dem rasanten Wachstum der Solaranlagen können sie kaum Schritt halten.

Eine große Herausforderung ist auch, dass die Netzbetreiber im Bedarfsfall nicht einfach einen großen Teil der Solarleistung ab- und wieder zuschalten können. Zwar dürfen sie Anlagen mit einer Leistung von mehr als 25 Kilowatt im Notfall per Fernabschaltung stilllegen. Doch das ist bei vielen Anlagen technisch gar nicht möglich. Bei kleinen Dachanlagen ist das auch erlaubt, aber hier gibt es das gleiche Problem. Gesteuert werden können nur Anlagen mit sogenannten Smart Metern, die aber noch selten installiert sind.

Brownout-Gefahr an Ostern durch Solarstrom: Batteriespeicher können für Netzstabilität sorgen

Zum anderen fehlt vielen Solarbetreibern der Anreiz, auf die Stromeinspeisung zu verzichten. Sie erhalten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine feste Vergütung, auch wenn die Strompreise an der Börse ins Minus drehen. Dies wurde jedoch mit dem Solarspitzengesetz geändert, sodass die Vergütung für Strom aus neuen Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als zwei Kilowatt bei negativen Strompreisen entfällt.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Batteriespeicher können einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten. Systeme, die nach Mai 2019 installiert werden, sind darauf ausgelegt, sowohl bei Über- als auch bei Unterfrequenz stabilisierend zu wirken. Laut VDI stehen in Deutschland mehr als zehn Gigawatt Speicherkapazität zur Verfügung, die flexibel einsetzbar sind und Schwankungen im Netz ausgleichen können.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

Kommentare