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Vergleich zu Pensionen

Merz-Regierung begründet niedrige Renten: 53 Prozent erhalten weniger als 1500 Euro

Unter 1500 Euro monatliche Rente erhalten die meisten Rentner und Rentnerinnen. Beamtenpensionen folgen einem anderen Muster. Das hat bestimmte Gründe.

Berlin – Es ist vielen ein Dorn im Auge, dass in Deutschland zwischen Beamten und Angestellten bei der Rente unterschieden wird. Die zwei Systeme haben sich mittlerweile so unterschiedlich entwickelt, dass eine echte Schieflage entstanden ist, das die Menschen als ungerecht empfinden. Daher ruft auch die Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) dazu auf, die beiden Systeme miteinander zu verschmelzen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen. Dies sei „eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte die Ministerin zum Magazin Stern.

Im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD ist davon allerdings keine Rede. Gefragt nach den Ungleichheiten im System, liefert die Bundesregierung nun eine Erklärung.

Die meisten Rentner haben weniger als 1500 Euro Netto-Rente im Monat

So hat Dietmar Bartsch, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung gefragt, wie viele Menschen nach 40 Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung weniger als 1500 Euro Rente erhalten – und wie sich das im Vergleich zu den Pensionen über 3000 Euro verhält. Der Antwort vom 30. Mai 2025 zufolge, haben im Jahr 2023 etwa 53,6 Prozent der Rentner und Rentnerinnen weniger als 1500 Euro als Rente ausgezahlt bekommen. Neuere Zahlen liegen den Angaben zufolge noch nicht vor.

Die meisten Rentner haben eine schmale Rente. (Symbolbild)

Bei den Pensionären und Pensionärinnen hatten im Januar 2024 vor Abzug der Lohnsteuer und den Sozialbeiträgen 24,7 Prozent ein Ruhegehalt von über 3000 Euro im Monat. Dabei weist die Bundesregierung darauf hin, dass die Pensionen immer in brutto ausgewiesen werden, die Deutsche Rentenversicherung erfasst die Zahlbeträge aber im Netto (nach Abzug der Sozialbeiträge). Der Vergleich hinkt also an dieser Stelle.

Merz-Regierung erklärt den Unterschied: Beamte haben keine betriebliche Rente

Neben der Antwort auf die konkrete Frage liefert die Bundesregierung aber auch eine Begründung für diese Unterschiede. So haben die beiden Systeme unterschiedliche Ziele: Die Rente stellt nur eine Säule in einem 3-Säulen-Modell dar, die Versicherten sollten also eigentlich noch eine betriebliche Altersvorsorge (2. Säule) und eine private Vorsorge (3. Säule) haben. „Die Beamtenversorgung stellt dagegen aus sich heraus eine Alterssicherung ohne ergänzende Elemente sicher; es gibt z. B. keine betriebliche Zusatzsicherung für Beamte“, so die Regierung in ihrer Antwort.

Weiter begründet die Regierung: „Zudem verfügen Beamtinnen und Beamte in der Mehrheit über ein abgeschlossenes Hochschulstudium bzw. eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder eine qualifizierte Ausbildung (und zusätzliche Berufsausbildung).“ Verbeamtete seien also besser ausgebildet, was ihnen ein höheres Gehalt und damit später eine höhere Pension garantiere.

In der gesetzlichen Rente gibt es eine Höchstgrenze: Mehr als 3500 Euro sind nicht möglich

Zudem gibt es eine Höchstgrenze der Beiträge für Versicherte (Beitragsbemessungsgrenze): Ab einem bestimmten Einkommen werden also keine Beiträge mehr an die Rentenversicherung abgezogen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es eine Höchstrente gibt. 2025 ist die rechnerisch höchstmögliche Rente, die eine Person nach 45 Jahren Versicherungszeit erreichen kann, bei 3572 Euro. Dies würde sich ergeben, wenn eine Person 45 Jahre lang den höchsten möglichen Beitragssatz einzahlen würde (was aber praktisch nie vorkommt).

Schlager- und TV-Stars packen über Höhe ihrer Rente aus: Einer kriegt nur 41 Euro im Monat

Rentenbescheid
Beim Blick auf den Rentenbescheid oder den entsprechenden Kontoauszug reagieren manche glücklicher, manche weniger. Und man vergleicht sich natürlich gerne. Da ist es durchaus spannend: Wie viel Rente kassieren eigentlich die Promis? © Lobeca/IMAGO
Rente
In Interviews haben sich immer wieder Stars geäußert. Die Beträge beziehen sich natürlich auf den damaligen Zeitpunkt, könnten sich längst geändert haben. Mancher Promi hat nicht viel eingezahlt – entsprechend unterschiedlich sind die Rentenbeträge. © Lobeca/Imago
Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk legte einst kurz vor seinem 70. Geburtstag seine Rente auf den Cent genau offen. © IMAGO/imageBROKER/Arnulf Hettrich
Thomas Gottschalk
2020 war das. Er nannte dem „Handelsblatt“ damals den Betrag von 915,79 Euro im Monat und sagte: „Das verdanke ich meiner Festanstellung beim Bayerischen Rundfunk in den achtziger Jahren.“  © POP-EYE/H.Urs via www.imago-images.de
Dagmar Frederic
Schlager- und Moderationslegende Dagmar Frederic war vor allem in der DDR ein Topstar. Am 15.4.2025 feierte sie ihren 80. Geburtstag. © IMAGO/Brigitte Dummer
Dagmar Frederic
Sie tritt immer noch sehr regelmäßig als Sängerin auf, das Foto entstand im März 2025. Auch, um ihre Rente damit aufzubessern. 2017 sagte sie der „Superillu“: „Ich bekomme 720 Euro Rente, und es wäre dramatisch, wenn ich nur damit auskommen müsste. Aber ich bin in der glücklichen Lage, dass ich mir durch mein Talent auch immer was dazuverdienen kann.“  © IMAGO/Matthias Wehnert
Dagmar Frederic
Auch ein Jahr später nannte Dagmar Frederic noch mal eine konkrete Zahl zu ihrer Rente. „750 Euro im Monat“ waren es 2018, erzählte sie der „Bild“. „Aber davon könnte ich nicht leben.“  © IMAGO/Matthias Wehnert
Kader Loth
Kader Loth sprach 2025, mit 52 Jahren, mit der „Bild“ über die aktuelle Zahl auf ihrem Rentenbescheid. Der Reality-Star: „Nach meinem aktuellen Bescheid werde ich nur 400 Euro im Monat im Alter bekommen. Natürlich habe ich jetzt große Angst vor Altersarmut. Alleine der Gedanke ans Alter macht mich jetzt schon unruhig“ © Breuel-Bild/IMAGO
Kader Loth Circus
Kader Loth zeigte sich schockiert: „Ich war fast mein ganzes Leben lang selbstständig. Da wusste ich, dass ich keine hohe Rente erwarten durfte. Aber dass sie so gering werden könnte, ist schon heftig.“ © POP-EYE / Ben Kriemann
Heino
Schlager-Legende Heino sprach 2012 mit Bunte.de über die Höhe seiner Rente. Das ist lange her, aber er kassierte damals schon einiges. „Ich bekomme 1635 Euro Rente“, meinte er damals. © IMAGO
Heino
Woher kommt der stattliche Betrag? Heino 2012 weiter: „Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet.“ Er weiß auch: „Viele meiner Künstlerkollegen können nicht auf eine Rente zurückgreifen. Teilweise lebe ich auch davon.“ © Kerstin Kokoska / Imago
Mary Roos
Für Schlager-Legende Mary Roos war der Rentenbescheid ein Schock. Sie sagte 2022 der „Bild am Sonntag“: „Als mein Rentenbescheid kam, erfuhr ich, dass mir monatlich 350 Euro zustehen. Mit so wenig Geld hatte ich nicht gerechnet.“ © IMAGO/Stephan Wallocha
Mary Roos
Mary Roos überlegte damals, auf ihre Rente zu verzichten, dachte dann um: „Da ich damals nicht wusste, dass das Geld nicht automatisch gespendet wird, werde ich mir die Rente jetzt direkt auszahlen lassen“, sagte sie zur „Bild am Sonntag“. „Sobald die Zahlung bei mir ankommt, werde ich das Geld dann selbst für einen guten Zweck weitergeben.“ © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
G.G. Anderson
Minusrekordverdächtig: der Betrag von G.G. Anderson, über den er 2023 mit T-Online sprach. 36 Euro! „Ich habe vier Jahre als Elektriker gearbeitet, deswegen bekomme ich eine Rente von 36 Euro pro Monat. Jedes Mal, wenn mir der Betrag überwiesen wird, gehe ich ein Bier trinken“, so der Schlager-Star lachend. © IMAGO/mix1 - Matthias Baran
G.G. Anderson
Am Hungertuch nagt G.G. Anderson trotzdem nicht. Er hat mehr als 1.000 Songs geschrieben und erklärte bei T-Online: „Wenn du einige Songs geschrieben hast, kannst du von der Gema wirklich gut leben. Zu D-Mark-Zeiten lag meine Ausschüttung bei knapp eine Million pro Jahr. Ab meinem 30. Lebensjahr bis zum heutigen Tag habe ich 40 Jahre lang ein Schweinegeld verdient.“  © Horst Galuschka / Imago
G.G. Anderson
Ende 2024 sprach G.G. Anderson mit T-Online erneut über seine Rente. Bis dahin durfte er sich über eine „satte“ Erhöhung freuen. Den alten Betrag stellte er wie folgt richtig: „Das stimmt nicht mehr, weil die 36 Euro auf 41 Euro erhöht wurden. Immerhin.“ © POP-EYE/Scherf / Imago
G.G. Anderson
Seine Frau Monika (Foto) kümmert sich um seine Finanzen und hält das Geld zusammen, G.G. Anderson selbst hat‘s damit nicht so. © STAR-MEDIA / Imago
Jürgen Drews
Jürgen Drews hat den 80. Geburtstag schon hinter sich. Zum 75. hatte er mit der „Bild am Sonntag“ über die Höhe seiner Rente gesprochen. Und die fiel zu dem Zeitpunkt äußerst kümmerlich aus. © IMAGO/Frederic Kern
Jürgen Drews
Auf die Frage, ob er Rente bekomme, antwortete er damals, 2020: „Eine Mini-Rente, ja. Das sind noch nicht mal 200 Euro. Davon kann ich mit Ramona einmal schön essen gehen. Das war’s.“ © IMAGO/Daniel Lakomski/Jan Huebner
Katrin Sass
Schauspielerin Katrin Sass erklärte 2019 der „Bild“, dass sie nur rund 800 Euro Rente im Monat bekommen werde. „Davon kann ich nicht leben. Ich habe es früher leider versäumt, richtig für mich vorzusorgen.“ © IMAGO/Eibner-Pressefoto
Hansi Kraus
Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro, verriet er 2023 der „tz“. © Teutopress/Imago
Hansi Kraus
Hansi Kraus 2023 zur „tz“: „Finanziell ausgesorgt habe ich noch lange nicht.“  © IMAGO/B. Lindenthaler
Eleonore Weisgerber
Eleonore Weisgerber versuchte jahrelang, von der Deutschen Rentenversicherung eine Erhöhung zu erreichen, sagte sie 2023 der „tz“. „Ich habe 45 Jahre gearbeitet und bekam nur 887 Euro. Durch die Erhöhungen der letzten Jahre bekomme ich inzwischen gut über 900 Euro im Monat.“  © IMAGO/Eventpress Fuhr
Hannes Jaenicke
„Ich bekomme, wenn ich das Rentenalter erreiche, 600 Euro, aber da bin ich selbst schuld“, sagte Hannes Jaenicke im Jahr 2020 der „Bunte“. © Malte Ossowski/SVEN SIMON/Imago
Jaenicke
Selbst schuld? Auch da ging Jaenicke 2020 ins Detail. „Ich war nie auf dem Arbeitsamt wie andere Kollegen, wenn ich nicht gedreht habe.“ Offenbar machen das andere Schauspieler. Jaenicke habe dies immer unanständig gefunden, nachdem es habe Zeiten gegeben, in denen er „wirklich gut“ verdient habe. © IMAGO/Eventfoto54/Imago
Angelika Kallwass
Auch Talk-Legende Angelika Kallwass („Zwei bei Kallwass“) sprach einst über die Höhe ihrer Rente, und zwar 2020 bei der „Webtalkshow“. Auf die Frage von Moderator Nico Gutjahr, ob sie denn die Rente nie interessiert habe, antwortete sie: „Ja, leider.“ Offensichtlich hat die eigentlich das Thema schleifen lassen. © Malte Ossowski/SVEN SIMON
Kallwass
Kallwass 2020 weiter: „Also ich habe in meinem Leben berentet gearbeitet als Studentin damals bei Bayer Leverkusen und dann später im Krankenhaus, also in der Uniklinik und auch noch mal zwischendurch in einem Frauenhaus, immer als Psychologin. Ich habe damals für die Rente abgeführt, aber danach als Selbständige gedacht: Brauch ich nicht. Deswegen sage ich: ‚Leider nicht.‘ Ich hätte es mal besser getan.“ Sie bereue das „schon ein bisschen“. © Eventpress MP / Imago
Angelika Kallwass
Jetzt muss Angelika Kallwass mit den Konsequenzen leben, wie sie 2020 ausführte. „Ich kann dir sagen, was ich als Rente bekomme. Davon kann ich nicht leben, nicht sterben. 380 Euro.“ Sie sei auf die Arbeit angewiesen, sagte sie im Juni. Von ihrem verstorbenen Mann bekomme sie eine Rente, „zwar auch keine große, denn er hat genauso bescheuert gehandelt wie ich.“ © Klaus W. Schmidt/Imago
Oliver Pocher
Oliver Pocher verriet beim „Bild“-Talk „Viertel nach acht“ 2021 seine Rentenhöhe. „Aktuell kriege ich 300 bis 400 Euro“, gab der Fernsehstar zu. © IMAGO/Oliver Langel
Jan Böhmermann
Jan Böhmermann plauderte 2021 im Podcast „Fest & flauschig“ mit Olli Schulz über seine Rente. „Hey, ich hab letztens wieder meinen Rentenbescheid gekriegt. Weißt du wieviel ich momentan verdiene?“, stellte er als Frage an Schulz. © IMAGO/Michael Kremer
Jan Böhmermann
Sein Podcast-Kollege fing daraufhin gleich an zu raten: „450 Euro?“ Doch Böhmermann verneinte: „Nein, 170 Euro Rente. 170“. Schulz wiederholte: „170“. © IMAGO/Christoph Hardt
Harald Schmidt
Anlässlich seines 65. Geburtstags sprach auch Harald Schmidt mit der dpa über seine Rente. 2022 war das. © Jens Krick/Imago
Harald Schmidt
Schmidt erklärte 2022 zur Höhe seiner Rente: „Aktueller Stand: 272 Euro. Im Ernst! Die kassiere ich auch knallhart, ich hab ja einbezahlt, das steht mir zu. Das ist ja kein Almosen, das ist ein Deal, den ich mit dem Staat gemacht habe. Her damit!“ © IMAGO/Andreas Weihs

Auch wenn die Begründung der Bundesregierung in der Sache richtig sein mag – die Systeme verfolgen unterschiedliche Ziele – gibt es in der Realität eine Schieflage. So haben die meisten Menschen in Deutschland keine betriebliche Altersvorsorge, in vielen Fällen ist die zweite Säule also nicht existent. Und für Geringverdienende ist die dritte Säule (private Vorsorge) oft schwer mit der Realität vereinbar. So geben vor allem Haushalte mit geringem Einkommen monatlich 40 Prozent ihres Gehalts für Wohnkosten aus; viel Raum für Sparen auf das Alter bleibt da nicht.

Rente sagt wenig über Wohlstand aus: Ältere Menschen sind besonders wohlhabend

Auf der anderen Seite ist es nicht sinnvoll, die Rente als Gradmesser für den Wohlstand einer Person zu nehmen. Bestes Beispiel sind Berühmtheiten wie Thomas Gottschalk oder Jürgen Drews, die sehr wenig Rente bekommen (Gottschalk bekommt wohl gut 900 Euro im Monat, Drews gerade mal 200 Euro).

Eine aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank stellt fest: In Deutschland gehören die 55- bis 64-Jährigen zu den wohlhabendsten Menschen im Land, gefolgt von den 65- bis 74-Jährigen. Beide Gruppen haben im Schnitt ein Medianvermögen von über 200.000 Euro, die jüngere Gruppe sogar über 250.000 Euro. Medianvermögen bedeutet, dass genau gleich viele Menschen mehr als diesen Betrag haben, als weniger.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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