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333 Millionen Euro

„Größte Krise seit der Bahnreform“ – Millionen für Vorstand, während Deutsche Bahn Verluste reduziert

Die Deutsche Bahn hat ihre Finanzergebnisse für 2024 bekannt gegeben. Die Verluste sind niedriger als erwartet, dennoch bezeichnet der Vorstand die Situation als Krise.

Berlin – Verspätungen, Ausfälle und marode Gleise: Die Deutsche Bahn versucht seit Jahren, über ihr Image hinwegzukommen, steht dabei jedoch vor enormen Herausforderungen. Wer auf die Bahn angewiesen ist, muss nicht nur plötzliche Streiks fürchten, sondern auch Erhöhungen beim Deutschlandticket. Allerdings ist es dem Konzern nun gelungen, die Verluste drastisch zu reduzieren.

Deutsche Bahn kann Verluste verringern – und kritisiert Streiks

Auch im Geschäftsjahr 2024 hat die Deutsche Bahn hohe Verluste gemacht. Allerdings fielen diese mit 333 Millionen Euro deutlich geringer aus als noch im Vorjahr. Maßgeblich dafür seien Ausgleichszahlungen des Bundes für Instandhaltungsmaßnahmen in der Infrastruktur in Höhe von 1,8 Milliarden Euro gewesen, erklärte der Staatskonzern am Donnerstag (27. März). 2023 hatte der operative Verlust 2,18 Milliarden Euro betragen. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr der DB verschlechterte sich weiter und lag den Angaben nach 2024 bei 62,5 Prozent.

Eine Eisenbahnbrücke in Berlin mit einem fahrenden Zug darunter (Symbolfoto). Die Bahn hat die Zahlen für 2024 veröffentlicht. Ihre Verluste fallen geringer aus als noch zuvor. Der Vorstand spricht trotzdem von einer Krise.

„Die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns wurde 2024 vor allem durch den schlechten Zustand der Infrastruktur geprägt“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP das Unternehmen. „Negativ ausgewirkt haben sich auch die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL im ersten Quartal 2024 sowie insbesondere im Schienengüterverkehr die schwache Konjunktur.“

Im Fernverkehr führte die niedrigere Pünktlichkeit (64,0 Prozent im Jahr 2023) zu weniger Fahrgästen. Die Verkehrsleistung sank den Angaben nach um drei Prozent auf 44,1 Milliarden Personenkilometer. Der Umsatz sank um rund 50 Millionen Euro, der operative Verlust stieg von 43 auf 96 Millionen Euro.

Deutsche Bahn in der Krise – Sanierung bei Tochter und Mutterkonzern

Bei der DB Regio, die nach einem Verlust im Vorjahr nun einen Gewinn im operativen Geschäft von 108 Millionen Euro und ein Umsatzplus von 5,9 Prozent verbuchte, lief es besser. „Die Verkehrsleistung stieg auch dank des Deutschlandtickets um 7,7 Prozent auf 46,9 Milliarden Personenkilometer“, erklärte die Bahn. Besonders tief in den roten Zahlen steckt weiterhin die Güterverkehrstochter DB Cargo. Mit 180 Millionen Tonnen an Gütern transportierte das Unternehmen neun Prozent weniger als im Vorjahr, der Umsatz sank um 3,2 Prozent. Die Bahn verweist hier vor allem auf die konjunkturelle Lage.

DB Cargo schreibt seit Jahren hohe Verluste, weshalb die EU-Kommission als europäische Wettbewerbsaufsicht einschritt. Bis Ende 2026 muss das Unternehmen nun profitabel sein, derzeit wird es saniert. Auch der Gesamtkonzern soll im Laufe der kommenden Jahre nicht nur pünktlicher im Bahn-Betrieb, sondern auch wirtschaftlich saniert werden. Der Konzern will unter anderem beim Personal sparen. Im Jahr 2024 sei der Personalbestand in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung bereits um 1000 Beschäftigte verringert worden, erklärte er. „Bis Ende 2027 soll die Zahl der Mitarbeitenden im Vergleich zu 2024 vor allem in der Verwaltung um rund 10.000 gesenkt werden.“

Konzernchef Richard Lutz sprach von „der größten Krise seit der Bahnreform“. In wesentlichen Bereichen sei das Unternehmen „weit weg von dem, was wir uns vorgenommen haben“.

Millionen für Bahn-Chef – mit variablen Vergütungen

Trotzdem aber hatte Lutz im vergangenen Jahr erheblich mehr Geld verdient. Inklusive Bonus-Zahlungen, den sogenannten variablen Vergütungen, kommt der Vorstandsvorsitzende des bundeseigenen Konzerns auf insgesamt rund 2,1 Millionen Euro im Jahr 2024. Im Jahr davor lag sein Einkommen aufgrund eines niedrigeren Festgehalts und weggefallener variabler Vergütungen um rund eine Million Euro niedriger. Die zweithöchsten Bezüge im Vorstand hat der für Infrastruktur zuständige Berthold Huber. Er bekam im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,4 Millionen Euro. (Laernie mit AFP und dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sabine Gudath

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