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„Man muss vorsichtig sein“
Goldkurs auf Talfahrt? Fachmann signalisiert Crash
Im Zuge von Börsenverlusten suchen viele Zuflucht in Gold – als Barriere gegen Inflation. Die Standpunkte sind jedoch unterschiedlich. Ein Kenner warnt vor einem Einbruch der Goldpreise.
Wegen solcher globalen Krisen ist Gold ein beliebtes und wertbeständiges Investment. Die meisten Anleger sehen Gold als Sicherheit vor Inflation, Währungsabwertung und schwankenden Aktienmärkten. Viele Experten gehen davon aus, dass Gold durch den aktuellen Handelskrieg weiter an Wert gewinnen wird. Morningstar-Analyst Jon Mills erwartet hingegen eine andere Entwicklung.
Goldpreis vor dem Fall? Analyst warnt vor Crash
Wie Business Insider berichtet, sieht Mills in den kommenden fünf Jahren ein erhebliches Rückschlagpotenzial beim Goldpreis. Konkret prognostiziert er einen Preisrückgang auf 1.820 US-Dollar (etwa 1.690 Euro) je Unze. Damit würde der Goldpreis rund 38 Prozent unter dem aktuellen Rekordniveau von über 3.000 US-Dollar (rund 2.790 Euro) liegen – und die Gewinne des vergangenen Jahres wären damit praktisch ausgelöscht.
Am Freitag (4. April) erreichte der Goldpreis mit rund 3.080 US-Dollar (etwa 2.865 Euro) je Unze ein neues Rekordhoch. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren vor allem geopolitische Spannungen, zunehmende wirtschaftliche Unsicherheiten in den USA sowie Ängste vor einer anziehenden Inflation.
Wegen unsicheren Aktienmärkten: Das Angebot an Gold wird steigen
Die aktuell hohen Preise haben Produzenten dazu animiert, ihre Förderung auszubauen – was Druck auf den Goldpreis ausüben dürfte, so Business Insider. Der weltweite oberirdische Goldbestand werde bis Ende 2024 um neun Prozent auf 216.265 Tonnen anwachsen, rechnet der World Gold Council demnach. Besonders in Australien sei ein Produktionsanstieg zu erwarten. Mills warnt: „Jeder Mensch und jeder Hund versucht, eine Goldmine zu eröffnen, weil es sich lohnt.“
„Langfristig nicht sicher“: Die Nachfrage wird laut Experten sinken
Obwohl zuletzt sowohl Zentralbanken als auch Privatanleger verstärkt auf Gold gesetzt haben, erkennt Mills erste Anzeichen für eine abnehmende Nachfrage. In einer Umfrage des World Gold Council gaben 71 Prozent der Zentralbanken an, ihre Goldreserven im kommenden Jahr nicht weiter erhöhen zu wollen. Wirtschaftliche Krisen seien oft nur kurzfristige Preistreiber.
„Man muss aufpassen, dass man nicht all diesen positiven Rückenwind auf Gold projiziert“, warnt Mills gegenüber Business Insider. „Wenn man sich den Goldpreis in den letzten 25, 30 Jahren anschaut, kann man sehen, dass er stark gestiegen ist und dann wieder etwas zurückgegangen ist.“ Er betrachtet die Entwicklung skeptisch: „Auf der Nachfrageseite gibt es all diese positiven Impulse – aber ich bin mir langfristig nicht sicher, wie stabil sie wirklich sind.“
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„Man muss vorsichtig sein“: Viele Anzeichen auf ein temporäres Hoch
Ein mögliches Warnsignal für eine bevorstehende Trendwende sieht Mills in der Zunahme von Übernahmen und Fusionen innerhalb der Branche. Laut Zahlen von S&P Global Market Intelligence nahm die M&A-Aktivität 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent zu. Auch die zunehmende Anzahl neu aufgelegter Goldfonds könnte laut Mills ein Zeichen für eine Überhitzung sein. „Kurz gesagt, es gibt all diese Faktoren, die den Goldpreis in die Höhe treiben“, sagte Mills. „Ich denke, man muss vorsichtig sein, die aktuellen Spotpreise nicht in die Ewigkeit oder auf lange Sicht zu projizieren.“
Während Mills mit seiner skeptischen Sichtweise aktuell eher eine Außenseiterposition einnimmt, zeigen sich andere Marktteilnehmer wie die Bank of America oder Goldman Sachsweiterhin optimistisch und rechnen mit weiter steigenden Preisen für das Edelmetall. Die unterschiedlichen Einschätzungen verdeutlichen, wie vielschichtig und ungewiss die Entwicklung des Goldmarktes derzeit ist. Welche Richtung der Goldpreis letztlich einschlagen wird, bleibt abzuwarten. (hk)