Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Man muss vorsichtig sein“

Goldkurs auf Talfahrt? Fachmann signalisiert Crash

Im Zuge von Börsenverlusten suchen viele Zuflucht in Gold – als Barriere gegen Inflation. Die Standpunkte sind jedoch unterschiedlich. Ein Kenner warnt vor einem Einbruch der Goldpreise.

Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat beschlossen, die halbe Welt zu besteuern – die weitreichenden Folgen seiner Entscheidungen sind nicht zu übersehen. Seine Zölle lösten einen riesigen Kursrutsch aus. Der Leitindex Dax ist bei Handelsbeginn am Montagmorgen (7. April 2025) an der Frankfurter Börse um zehn Prozent abgestürzt

Wegen solcher globalen Krisen ist Gold ein beliebtes und wertbeständiges Investment. Die meisten Anleger sehen Gold als Sicherheit vor Inflation, Währungsabwertung und schwankenden Aktienmärkten. Viele Experten gehen davon aus, dass Gold durch den aktuellen Handelskrieg weiter an Wert gewinnen wird. Morningstar-Analyst Jon Mills erwartet hingegen eine andere Entwicklung.

Goldpreis vor dem Fall? Analyst warnt vor Crash

Wie Business Insider berichtet, sieht Mills in den kommenden fünf Jahren ein erhebliches Rückschlagpotenzial beim Goldpreis. Konkret prognostiziert er einen Preisrückgang auf 1.820 US-Dollar (etwa 1.690 Euro) je Unze. Damit würde der Goldpreis rund 38 Prozent unter dem aktuellen Rekordniveau von über 3.000 US-Dollar (rund 2.790 Euro) liegen – und die Gewinne des vergangenen Jahres wären damit praktisch ausgelöscht.

Am Freitag (4. April) erreichte der Goldpreis mit rund 3.080 US-Dollar (etwa 2.865 Euro) je Unze ein neues Rekordhoch. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren vor allem geopolitische Spannungen, zunehmende wirtschaftliche Unsicherheiten in den USA sowie Ängste vor einer anziehenden Inflation.

Ein Experte warnt vor einem möglichen Goldpreis-Crash.

Wegen unsicheren Aktienmärkten: Das Angebot an Gold wird steigen

Die aktuell hohen Preise haben Produzenten dazu animiert, ihre Förderung auszubauen – was Druck auf den Goldpreis ausüben dürfte, so Business Insider. Der weltweite oberirdische Goldbestand werde bis Ende 2024 um neun Prozent auf 216.265 Tonnen anwachsen, rechnet der World Gold Council demnach. Besonders in Australien sei ein Produktionsanstieg zu erwarten. Mills warnt: „Jeder Mensch und jeder Hund versucht, eine Goldmine zu eröffnen, weil es sich lohnt.“

„Langfristig nicht sicher“: Die Nachfrage wird laut Experten sinken

Obwohl zuletzt sowohl Zentralbanken als auch Privatanleger verstärkt auf Gold gesetzt haben, erkennt Mills erste Anzeichen für eine abnehmende Nachfrage. In einer Umfrage des World Gold Council gaben 71 Prozent der Zentralbanken an, ihre Goldreserven im kommenden Jahr nicht weiter erhöhen zu wollen. Wirtschaftliche Krisen seien oft nur kurzfristige Preistreiber.

„Man muss aufpassen, dass man nicht all diesen positiven Rückenwind auf Gold projiziert“, warnt Mills gegenüber Business Insider. „Wenn man sich den Goldpreis in den letzten 25, 30 Jahren anschaut, kann man sehen, dass er stark gestiegen ist und dann wieder etwas zurückgegangen ist.“ Er betrachtet die Entwicklung skeptisch: „Auf der Nachfrageseite gibt es all diese positiven Impulse – aber ich bin mir langfristig nicht sicher, wie stabil sie wirklich sind.“

Donald Trumps Strafzölle: Diese Produkte aus Deutschland werden jetzt teurer

Die Strafzölle der neuen US-Regierung zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab
Donald Trump und die US-Regierung planen neue Strafzölle auf deutsche und europäische Importe. Die höheren Gebühren zielen auch auf Baumaschinen wie Bagger von Liebherr ab. © Imagebroker/Imago
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen.
Thyssenkrupp und Co. liefern hochwertigen Stahl für die Luftfahrt- und Autoindustrie. Deutsche Stahl- und Aluminiumprodukte sind von den höheren Zollgebühren betroffen. © Funke Foto Services/Imago
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee
Deutsche Spielwarenhersteller wie Playmobil oder Schleich verkaufen ihre Artikel auch in Übersee. © Karina Hessland/Imago
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern
Naschkatzen werden tiefer in die Tasche greifen müssen: In die USA importierte Süßigkeiten wie Haribo oder Ritter-Sport dürften sich verteuern. © BREUEL-BILD/Imago
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben
Auf High-End-Mikroskope (z.B. von Zeiss) und medizinische Geräte (Röntgen, Chirurgie und mehr) werden Strafzölle erhoben. © Chinalmages/Imago
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld
Bier ist historisch in den deutschen Wurzeln verankert. Paulaner und Co. zahlen bei der Einfuhr in die USA künftig mehr Geld. © Ulrich Wagner/Imago
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden
Deutsche Käse- und andere Milchprodukte dürften in den USA künftig teurer werden. © IMAGO/Zoonar.com/totalpics
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen
Musikinstrumente werden ebenfalls teurer. Deutsche Hersteller wie Steinway & Sons könnten eine weitere Produktionsverlegung in die USA in Erwägung ziehen. © Eibner/Imago
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren
Fahrräder und E-Bikes wie von Hersteller Cube kosten beim Import in die USA künftig höhere Zollgebühren. © NurPhoto/Imago
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle
Bayer gehört zu den großen Playern auf dem Pharmaziemarkt. Für Medikamente oder auch Impfstoffe aus der EU erheben die USA künftig höhere Zölle. © NurPhoto/Imago
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle
Werkzeuge aus Deutschland haben Tradition und ein hohes Ansehen. Auf Produkte von Bosch und weiteren Anbietern gibt es höhere Zölle. © STPP/Imago
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA
Eisenbahn- und Schienenfahrzeugtechnik mit dazugehörigen Komponenten: Siemens verdient eine Menge Geld in den USA. © Zoonar/Imago
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielem weiteren Fleisch aus Deutschland und anderen Ländern Europas
In den USA gibt es eine hohe Nachfrage nach Rostbratwürsten und vielen weiteren Fleischsorten aus Deutschland und anderen Ländern Europas. © IMAGO/Ardan Fuessmann
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA
Der europäische Industriekonzern Airbus liefert Flugzeuge, Hubschrauber und weitere Komponenten in die USA. © Xinhua/Imago
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten
Deutschland beheimatet weltbekannte Sportartikelhersteller. Adidas, Puma und Co. werden bei der Einfuhr in die USA künftig stärker zur Kasse gebeten. © Zink/Imago
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig
BMW, Mercedes und Volkswagen exportieren jährlich Autos im Wert von über 30 Milliarden Euro in die USA. Dafür werden künftig höhere Abgaben fällig. © Mercedes
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren
Brezeln sind deutsches bzw. bayerisches Kulturgut. Auch in die Vereinigten Staaten wird das Laugengebäck exportiert, ebenso wie andere Backwaren. © Rolf Poss/Imago
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben
Halbleiter oder auch Sensoren von deutschen Technologiekonzernen wie Infineon erfordern künftig höhere Ausgaben. © Zoonar/Imago
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet
Bad- und Pflegeartikel wie die Nivea-Creme von Beiersdorf werden für Milliarden Euro auch in die USA verfrachtet. © IMAGO/Snowfield Photography
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert
Die Bekleidungsindustrie ist ebenfalls betroffen: Modeanbieter wie die Edelmarke Hugo Boss werden mit höheren Zollabgaben konfrontiert. © IMAGO/Sven Severing
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit
Schnaps und anderer Alkohol: Auch Weine und Spirituosen aus Deutschland erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. © Chromorange/Imago
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig
Chemie-Gigant BASF setzt ungeheure Mengen seiner Erzeugnisse auch in den USA ab. Für Kunststoffe, Spezial-Chemikalien und mehr werden höhere Zölle fällig.  © Ulrich Roth/Imago
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig ebenfalls für höhere Kosten in die USA importiert
Haushalts- und Elektrogeräte zum Beispiel von Siemens werden künftig für höhere Kosten in die USA importiert. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen
Küchen und zahlreiche Einrichtungsstücke wie Möbel sind von den höheren Zollgebühren in die USA betroffen. © IMAGO/Manfred Segerer
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten
Kaffee aus Europa wird bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten von nun an mehr Geld kosten. © Zoonar/Imago

„Man muss vorsichtig sein“: Viele Anzeichen auf ein temporäres Hoch

Ein mögliches Warnsignal für eine bevorstehende Trendwende sieht Mills in der Zunahme von Übernahmen und Fusionen innerhalb der Branche. Laut Zahlen von S&P Global Market Intelligence nahm die M&A-Aktivität 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent zu. Auch die zunehmende Anzahl neu aufgelegter Goldfonds könnte laut Mills ein Zeichen für eine Überhitzung sein. „Kurz gesagt, es gibt all diese Faktoren, die den Goldpreis in die Höhe treiben“, sagte Mills. „Ich denke, man muss vorsichtig sein, die aktuellen Spotpreise nicht in die Ewigkeit oder auf lange Sicht zu projizieren.“

Während Mills mit seiner skeptischen Sichtweise aktuell eher eine Außenseiterposition einnimmt, zeigen sich andere Marktteilnehmer wie die Bank of America oder Goldman Sachs weiterhin optimistisch und rechnen mit weiter steigenden Preisen für das Edelmetall. Die unterschiedlichen Einschätzungen verdeutlichen, wie vielschichtig und ungewiss die Entwicklung des Goldmarktes derzeit ist. Welche Richtung der Goldpreis letztlich einschlagen wird, bleibt abzuwarten. (hk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann / Sven Simon

Kommentare