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Am Goldschmuck liegt es nicht

Goldpreis auf Rekordkurs: Wieso die Nachfrage steigt und den Preis in die Höhe treibt

Der Goldpreis erreicht ein neues Rekordniveau. Dafür zeichnen sich Zentralbanken und Einzelinvestoren verantwortlich. Asiatische Käufer und die polnische Zentralbank treiben den Goldpreis in die Höhe.

London –  Die weltweite Goldnachfrage befindet sich im Höhenflug. Über den heftigen Aufwärtstrend beim Edelmetall rätseln die Experten schon länger. Laut einer Analyse des Branchenverbands World Gold Council ist die Nachfrage im zweiten Quartal 2024 im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 1.258 Tonnen gestiegen. Damit sei es das stärkste zweite Quartal seit Beginn der Aufzeichnungen zur Jahrtausendwende. Es sind vor allem Einzelinvestoren und Zentralbanken, die den Goldpreis in die Höhe treiben. Das Inflationsrisiko wie auch Handelsstreitigkeiten könnten ihn mittelfristig weiter in die Höhe treiben. Der Goldpreis hat laut aktuellen Aufzeichnungen im April neunmal und auch noch einmal im Mai einen Rekord geschrieben.

Goldpreis auf Rekordflug: Goldbarren im Trend, Nachfrage nach Goldschmuck jedoch im Sinkflug

Die Gesamtnachfrage profitierte von einer guten Entwicklung des außerbörslichen Handels (“Over-the-counter“-Käufe), der mit geschätzten 329 Tonnen um beachtliche 53 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. Dies entspricht dem höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2020, als aufgrund der Unsicherheiten durch die Coronapandemie und des Niedrigzinsumfelds verstärkt in Gold investiert wurde.

Zum Höhenflug trugen starke physische Barrenkäufe auf dem Over-the-Counter-Markt bei, insbesondere durch Family Offices in Asien. Denn interessant ist: Laut Bericht wäre die Goldnachfrage ohne den 329 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken. Denn die steigenden Preise am Goldmarkt führen zu einer stark gebremsten Nachfrage im Schmucksektor – die OTC-Käufe glichen diesen Rückgang somit aus. Der durchschnittliche Goldpreis lag bei 2.338 US-Dollar pro Unze, was einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Rekordwert lag bei 2.427 US-Dollar pro Unze.

„Der steigende und rekordbrechende Goldpreis hat für Schlagzeilen gesorgt, da die starke Nachfrage der Zentralbanken und des außerbörslichen Handels die Preise gestützt hat, ein Trend, der das ganze Jahr über anhielt“, meint Louise Street, Senior Markets Analyst beim World Gold Council. Der Appetit institutioneller und vermögender Anleger sowie von Family Offices auf Gold sei im außerbörslichen Handel auf dem OTC-Markt ungebrochen, da diese zur Portfoliodiversifizierung auf Gold setzen.

Krisensichere Anlage: Hält der Trend zum Goldbarren-Kauf an?

Die OTC-Nachfrage sei wegen hoher geopolitischer Risiken gestiegen, zitiert etwa das Handelsblatt Krishan Gopaul einen Senior-Analysten des World Gold Council. Käufer würden sich gegen die steigende Staatsverschuldung der USA sowie gegen das allgemein schwache wirtschaftliche globale Umfeld absichern. Eine Trendwende zeichnet sich dabei ab: Treiber seien eben nicht mehr wie früher westliche Käufer, sondern asiatische Anlegern und Zentralbanken.

Neben den OTC-Käufen ist die jetzige Entwicklung tatsächlich auch auf Käufe durch die Zentralbanken zu erklären, die weltweit ihren Goldbestand um 183 Tonnen erhöhten – das bedeutet einen Zuwachs von 6 Prozent im Vorjahresvergleich. Laut World Gold Council soll sich dieser Trend auch noch weiter fortsetzen: „Unsere jährliche Umfrage bei den Zentralbanken zeigt, dass die Reservemanager erwarten, die Goldallokationen in den nächsten 12 Monaten weiter zu steigern, um ihre Portfolios in einem komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld zu schützen und zu diversifizieren“, schreibt der Branchenverband in einer Aussendung zur Studie. Zentralbanken kauften in den letzten Jahren mehr Gold als je zuvor – und treiben damit den Preis.

Polnische Zentralbank war aktivste Gold-Käuferin im zweiten Quartal

Geopolitische Risiken, die Inflation und Portfolio-Diversifizierung seien ausschlaggebende Gründe für den Goldkauf der Zentralbanken, berichtet Gopaul laut Handelsblatt. Die polnische Zentralbank wird ihren Goldanteil sogar auf 20 Prozent erhöhen – und war mit rund 19 Tonnen auch aktivste Käuferin am Markt im zweiten Quartal.

Auch die chinesische Zentralbank hat nach Jahresbeginn 27 Tonnen Gold eingekauft, weitere zwei Tonnen im April. Indien kaufte im zweiten Quartal 19 Tonnen. Schwellenländer könnten sich mit Goldkäufen auch gegen westliche Sanktionen absichern wollen. „In Indien dürfte die kürzlich angekündigte Senkung der Einfuhrzölle positive Bedingungen für die Goldnachfrage schaffen, wo die hohen Preise den Kauf durch die Verbraucher behindert haben“, meint Senior Markets Analyst Louise Street. Es gebe zwar potenziellen Gegenwind für zukünftige Goldkäufe, aber „auch Veränderungen auf dem globalen Markt, die die Goldnachfrage stützen und erhöhen sollten“. Die lang erwartete Zinssenkung der US-Notenbank und das damit verbundene Interesse westlicher Anleger könnten den Goldpreis weiterhin positiv beeinflussen. Erhöhte Investitionen dieser Anlegergruppe würden den Goldpreis dann noch einmal weiter in die Höhe treiben.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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